Kitzingen

Neues Neun-Millionen-Projekt

Der Kitzinger Stadtrat brachte die Generalsanierung der Friedrich-Bernbeck-Schule auf den Weg.
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Die Generalsanierung der Friedrich-Bernbeck-Schule (rechts) neben dem Landratsamt schlägt mit neuneinhalb Millionen Euro zu Buche. Der Schulbetrieb muss während der veranschlagten drei Jahre Bauzeit in eine Schule in den Marshall Heights ausgelagert werden.

Der Stadtrat brachte die Generalsanierung der Friedrich-Bernbeck-Schule auf den Weg (20:6). Am Dachstuhl des historischen Klostergebäudes war im März 2016 ein massiver Schaden durch den Echten Hausschwamm festgestellt worden.

Johannes Schrauth vom Städtischen Bauamt berichtete „von erheblichen Schäden im Dachgebälk“ in dem denkmalgeschützten Gebäude. Es müsse umfassend saniert werden, wobei Brandschutz und Barrierefreiheit zu beachten seien, so dass diese Maßnahme auch im Erd- und Obergeschoss eingreifen müsse. Nachdem ohnehin umfangreich saniert werden müsse, sei eine Generalsanierung des Schulgebäudes zu empfehlen.

Während für die Sanierung des historischen Petrini-Dachstuhls rund vier Millionen Euro veranschlagt werden, schlägt eine Generalsanierung mit neuneinhalb Millionen Euro zu Buche. Der Schulbetrieb könne in dieser Zeit nicht beibehalten werden, sondern müsse in eine Schule in den Marshall Heights ausgelagert werden.

Schulreferent Uwe Pfeiffle (FW) begrüßte eine Generalsanierung, regte allerdings an, einen Schritt weiterzugehen: „Was wäre, wenn die Wirtschaftsschule im Schulzentrum am Mühlberg beheimatet wäre?“, fragte er in den Raum.

Astrid Glos (SPD) und Manfred Marsteller (UsW) schlossen sich der Meinung an, Alternativen zu überdenken. Klaus Christof (KIK) forderte ebenfalls dazu auf, „über den Tellerrand hinaus“ zu schauen. Schon jetzt eine Entscheidung über ein derart großes Projekt zu treffen, gehe ihm daher zu schnell.

„Die Planung ist eine Herausforderung, aber wir müssen das angehen.“
Oliver Graumann, Bauamtsleiter

Auch Stefan Güntner (CSU) wünschte sich „etwas mehr Zeit zum Nachdenken“ angesichts der zur Entscheidung stehenden Summe.

Zur Zukunft der Wirtschaftsschule äußerte sich Schulleiter Frank Delißen: „Sie ist bewusst als berufliche Schule konzipiert und bereitet gezielt auf kaufmännische Berufe vor. Keine Real- oder Mittelschule kann eine solche fachliche Tiefe bieten. Daher sehe ich die Wahrscheinlichkeit eines Zusammenschlusses auch nicht.“

Mit ihrer Neuausrichtung könne sich die Schule trotz eines Rückgangs der Schülerzahlen stabilisieren. Auch Hauptamtsleiter Ralph Hartner ergänzte, dass die Wirtschaftsschule laut der Regierung von Unterfranken „ein fester Bestandteil der bayerischen Schullandschaft“ sei.

Auch zur Standortfrage bezog Delißen eine klare Position: „Den Umzug in die Marshall Heights würden wir vorübergehend als Rückschritt in Kauf nehmen, um uns dort auf ein saniertes Schulgebäude zu freuen.“

Den aktuellen Standort favorisiere er aufgrund seiner zentralen Lage. Die gleiche Meinung vertrat Oberbürgermeister Siegfried Müller und sprach einen weiteren Aspekt an: „Die Kosten sind so berechnet, dass Struktur und Nutzung des Gebäudes als Schule erhalten bleiben. Bei einer Nutzungsänderung kommen wir so nicht hin.“

Ob die Stadt „das ganz große Paket“ denn überhaupt finanziell und organisatorisch bewältigen könne, wollte Elvira Kahnt (SPD) wissen. Bauamtsleiter Oliver Graumann erklärte, dass die Bauarbeiten erst im Jahr 2020 beginnen würden, wenn andere große Projekte in der Stadt schon fortgeschritten sind.

„Die Planung ist natürlich schon jetzt eine Herausforderung, aber wir müssen das angehen.“ Die Sanierung werde mindestens drei Jahre dauern.



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