Mancher Platz war leer, und vielleicht saß der ein oder andere tatsächlich lieber vor dem Fernseher. „Als wir vor einigen Wochen den Termin ansetzten, dachte keiner daran, dass an diesem Abend ein DFB-Pokalspiel ist und so gutes Wetter“, sagte Iphofens Bürgermeister Josef Mend zu Beginn der Bürgerversammlung in Hellmitzheim. Die Fußballfans schauten also dem FC Bayern beim Siegen zu – und einige Landwirte oder Hobbygärtner verbrachten den lauen Abend draußen.

Sonderlich brisante Themen hatte Mend den etwa 40 Unentwegten, die sich im Saal des Gasthauses Grüner Baum am Bollerofen wärmten, auch nicht zu bieten. Die Straßen sind abgerechnet, größere Sanierungen sind derzeit nicht geplant, selbst die Frage nach der Zukunft des früheren Schulhauses war den Leuten diesmal keine Diskussion wert – neue Erkenntnisse gibt es ohnehin nicht, außer dass das markante Anwesen in der Dorfmitte nach dem Tod des letzten Bewohners verwaist ist und saniert werden muss. Zur öffentlichen Nutzung ist es nicht geeignet, der Ort hat schon sein Bürgerhaus, also könnte dort einmal Wohnraum entstehen.

Nicht einmal mit dem Thema Verkehr, der nach Ansicht der Hellmitzheimer teils viel zu schnell durch die Hauptstraße fließt, war diesmal einer hinterm Bollerofen hervorzulocken. Unmut äußerten ein paar Landwirte: dass einer der Wirtschaftswege oberhalb der B 8 Opfer des Gipsabbaus geworden und bis heute kein Ersatz geschaffen sei. „So kann man sich nicht verhalten“, sagte Richard Veit. Andere schlossen sich seiner Kritik an. Als Alternative soll einige hundert Meter entfernt zwar ein neuer Weg angelegt werden. Aber: „Das hätte man schon machen müssen, bevor der alte rausgerissen wird“, meinte Veit. Ein Ortstermin soll das klären.

Trotz des Wandels in der Landwirtschaft hat sich Hellmitzheim über all die Jahre seinen ländlichen Charme und seine bäuerlichen Strukturen bewahrt. Auf deutlich mehr Einwohner kann der Ort in nächster Zeit nicht hoffen. Die Zahl hat sich bei 390 eingependelt. Dafür wird im Bürgerhaus bald neues Leben einziehen, speziell nachts. Im März wurde unterm Dach eine Wärmeglocke installiert, um Fledermäusen ein Zuhause zu schaffen. Derzeit wird ein Konzept entworfen, um das Leben der nachtaktiven Jäger in einer Ausstellung zu präsentieren. Das „Flatterhaus“ könne dann integriert werden in das Life-plus-Projekt, das bereits auf einer Hutung am Ortsrand in Form einer Viehweide zu besichtigen ist.

Ein Ochsengrillfest soll dort noch heuer gefeiert werden. Zu Begeisterungsstürmen riss die Idee von Mend die Hellmitzheimer zwar nicht hin. Doch immerhin werden sie es auf einen Versuch ankommen lassen. „Vielleicht ergibt sich aus der Einmaligkeit eine Regelmäßigkeit“, so die Hoffnung Mends. Zu mehr Rücksicht rief Naturschutzwächter Karl Mandel auf. Sein Appell an alle: Plastikabfälle vermeiden. Seine Botschaft an die Landwirte: auch mal vom Traktor steigen, Kunststoff-Folien von den Feldern aufheben und entsorgen.