MAINBERNHEIM

Neues Leben in den Stadttürmen

Eine Machbarkeitsstudie soll klären, ob die Stadttürme „Oberes Tor“ und „Pulverturm“ als Ferienunterkünfte für das Beherbergungskonzept „Albergo diffuso Mainbernheim“ geeignet sind.
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Der Pulverturm (Foto) und das Obere Tor als besondere Form der Ferienherberge: ob das machbar ist, sollen Architekten untersuchen. Foto: Foto: Susanne Himsel

Eine Machbarkeitsstudie soll klären, ob die Stadttürme „Oberes Tor“ und „Pulverturm“ als Ferienunterkünfte für das Beherbergungskonzept „Albergo diffuso Mainbernheim“ geeignet sind. Sieben Architekturbüros stellten sich am Donnerstag dem Stadtrat vor und bewarben sich für die geplanten Voruntersuchungen. Gekommen waren auch Dr. Thomas Gunzelmann vom Landesamt für Denkmalpflege, die Stadtplaner Yvonne Slanz und Markus Schäfer vom Büro Transform sowie Vertreter der Initiativgruppe „Altstadtfreunde“ und der Arbeitsgruppe Albergo diffuso, die bereits seit Herbst 2016 in die Entwicklung des Tourismuskonzeptes einbezogen waren. In nichtöffentlicher Sitzung wurde vom Stadtrat anschließend entschieden, welche Büros Angebote ausarbeiten sollen. Über die Vergabe will das Ratsgremium im September entscheiden. Das Landesamt für Denkmalpflege hat für die Machbarkeitsstudien Fördergelder in Aussicht gestellt.

Detaillierte Analyse

Die Frage, ob die Türme tatsächlich ausgebaut werden, wäre damit noch nicht beantwortet. Bürgermeister Peter Kraus sagte, dass das der Stadtrat auf Basis der Untersuchungsergebnisse entscheiden wird. Wie die Architekturbüros aufzeigten, würden in einer Studie die Türme detailliert analysiert, beispielsweise die Statik, die Bausubstanz oder Nutzungsanforderungen und daraus Vorschläge erarbeitet. Auch eine Kostenaufstellung sei Bestandteil der Voruntersuchungen und diene als Entscheidungsgrundlage für die Stadträte.

Sollte es zu einer Sanierung kommen, könnten die Stadttürme als Leuchtturmobjekte für Albergo diffuso Mainbernheim dienen. Grundgedanke des ursprünglich italienischen Tourismuskonzeptes war, leer stehende, verstreut liegende Gebäude in der Altstadt neu zu beleben und einer Nutzung zuzuführen. Das Planungsbüro transform hatte das Konzept im Oktober 2016 im Stadtrat vorgestellt und vorgeschlagen, es auf Mainbernheim zu übertragen.

Der Bund fördert

Seit Januar 2017 wird Mainbernheim bei der Verwirklichung des Modellvorhabens Albergo diffuso durch Fördergelder des Bundesministeriums des Innern für Bau und Heimat im Rahmen eines Forschungsvorhabens unterstützt. Ein sanfter Tourismus könne angekurbelt werden durch attraktive, dezentrale Herbergen mit zentralen Einheiten zum Beispiel für die Rezeption oder das Frühstück, so die Vorstellung der Arbeitsgruppe. Die als Herbergen genutzten Gebäude sollten authentisch sein und in ihrer Art besonders. Die Altstadtfreunde brachten schon im November 2016 den Weidtenturm (oberes Tor) als mögliche Herberge ins Spiel. Architekt Martin Zeltner hatte in deren Auftrag erste Überlegungen angestellt und für den Brandschutz eine Spindeltreppe als zweiten Fluchtweg vorgeschlagen. Die Mehrzahl der Architekturbüros war bei der aktuellen Ratssitzung indes an der Studie für den Pulverturm interessiert, der im Vergleich zum Oberen Tor mit seinem hoch gelegenen Zugang zu den Wohnräumen leichter erschließbar wäre.

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