Sie suchte bereits beim Empfang vor der großen Krönungsfeier zwanglos den Kontakt zu Abtswindern und Ehrengästen: Die neue Abtswinder Weinprinzessin Johanna I. Ihre Krönung war am Freitagabend ein großes Ereignis für die gesamte Winzergemeinde.

Willkommen heißen und Abschied nehmen war beim Festakt angesagt, wobei der Dank Dieter Eckoffs, Vorsitzender des Fremdenverkehrsvereins, zunächst an Alfred und Ulrike Schwanfelder ging. Das "legendäre Elternpaar" hat Abtswind mit den Töchtern Lena, Mona und Helen drei Weinprinzessinnen in Folge beschert - für letztere war es der Abschiedsabend.


Großes Engagement



Bürgermeister Klaus Lenz und Eckoff dankten der Scheidenden für den zweijährigen "Dienst als Aushängeschild für den Weinort". Friedrich Höfer vom Fränkischen Weinbauverband lobte das große Engagement der jungen Frau und Landrätin Tamara Bischof lobte besonders Helens einzigartige Ausstrahlung, die jedermann sofort in ihren Bann gezogen habe.

Einen profunden Einblick in die vielfältigen Aufgaben einer Weinprinzessin gab die so Gelobte anschließend und würzte ihren Vortrag mit vielen persönlichen Anekdoten und einer anschaulichen Bild-Dokumentation. Der scheidenden Hoheit machten auch sämtliche Kolleginnen ihre Aufwartung, die in ihren jeweiligen Landkreisgemeinden als Prinzessinnen dem Frankenwein einen Teil ihres Lebens widmen. Sie waren - auf Wunsch von Helen I. - nicht nur allesamt im feschen Dirndl angetreten, sondern hatten gar ein Lied einstudiert. "Helen war einfach toll, sie hatte niemals schlechte Laune und war immer da, wenn man sie brauchte", so das einhellige Fazit aller versammelten Weinprinzessinnen.


Voltigieren auf dem Holzpferd



Eine von Mona Schwanfelder, Helens Vorgängerin im Amt, einstudierte und gemeinsam mit einem Partner dargebotene "Voltigier-Choreographie" auf einem riesigen Holzpferd war das schwesterliche Geschenk an die passionierte Reiterin Helen. Immer wieder gab es hier spontane Beifallsbekundungen seitens der Gäste.

Doch dann wurde plötzlich das Licht gelöscht und ein Tusch kündigte die neue und die scheidende Weinprinzessin an: Mit je zwei Wunderkerzen in der Hand zogen Johanna I. und Helen I. durch den Saal hinauf zur Bühne. Der "Thronsessel" wartete schon und mit einer geschickten Geste drückte Helen ihrer Nachfolgerin das Diadem auf das blonde Haupt. Der Saal applaudierte immer noch, als Dieter Eckoff der neuen Hoheit ihren riesigen Wein-Römer mit entsprechender Gravur überreichte.

Johanna Elflein ist die 20-jährige Tochter einer ortsansässigen Winzerfamilie, die nach dem Fachabitur bei der GWF angefangen hat, wo sie sich zur Großhandelskauffrau ausbilden lässt. "Ich bin mit dem Weinbau groß geworden und mit allen Arbeiten das gesamte Jahr hindurch bestens vertraut." Als ihren Krönungswein stellte sie einen 2011er Abtswinder Altenberg, Müller-Thurgau, Spätlese, halbtrocken vor. Mit einem kräftigen Schluck aus dem voluminösen Römer stieß sie gemeinsam mit allen Anwesenden auf ihr neues Amt an. Bereits am nächsten Samstag hat Prinzessin Johanna I. ihren ersten großen Auftritt außerhalb des Ortes. Dann ist sie zu Gast in einer renommierten Weinbaugemeinde im Badischen.