Rödelsee
Fremdenverkehr

Neue Wege im Tourismus

Ein Touristikrat soll die Arbeit fortsetzen, die der in diesem Jahr aufgelöste Touristikverein bislang geleistet hat. Bürgermeister Klein stellte sein Konzept am Mittwoch den Bürgern vor.
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Das Konzept des Touristikrates in Rödelsee orientiert sich am Modell der Gemeinde Nordheim am Main. Bürgermeister Burkhard Klein machte interessierte Bürger in einer ersten Versammlung am Mittwoch mit seinen Vorstellungen vertraut.

Demnach soll die Runde durch einen Sprecher mit zwei Stellvertretern repräsentiert werden. Die Gemeinde, die Winzer, die Gastronomie, Übernachtungsbetriebe, Kirche, Gesellschaft und Gewerbe sollen neben dem amtierenden Bürgermeister als geborenem Mitglied vertreten sein. Drei Plätze sind dem Gemeinderat vorbehalten.

"Zunächst müssen wir diese Bereiche mit Namen belegen", wünschte sich Klein von den knapp 20 erschienenen Bürgern und kündigte an, dass es kein starres Vereinsschema geben werde. Es sei besser, wenn der Touristikrat an den Wahlperioden des Gemeinderates ausgerichtet sei. Seine Aufgabe bestehe auch darin, dem Gemeinderat Vorschläge zu unterbreiten. Ähnlich der Besetzung im Gemeinderat schwebt dem Bürgermeister ein Gremium mit 13 Personen vor.

Betriebe müssen Abgabe zahlen


Zur finanziellen Unterstützung der Arbeit im Touristikrat soll eine Fremdenverkehrsabgabe erhoben werden. Eine vorläufige Aufstellung gibt einen Mindestbeitrag von 50 Euro für Betriebe und 15 Euro für Privatpersonen an.
Weinbaubetriebe sollen eine Abgabe von 12,80 Euro je Hektar leisten, je Bett oder Stuhl soll in Übernachtungsbetrieben und der Gastronomie zwischen 50 Cent und einem Euro abgeführt werden.
Die Finanzverwaltung soll bei der Gemeinde geführt werden, der Bürgermeister erstattet den Bürgern im Rahmen der regulären Bürgerversammlungen Bericht.

"Wandern ist nur ein Aspekt, hinzu kommen Radtourismus und andere Tagesgäste", fasste Klein das Aufgabenspektrum zusammen. Eine erste Sitzung könnte im November stattfinden. Dann sollen sich die Mitglieder erst einmal zusammenfinden und Aufgaben verteilen. Bis dahin dürfe über Namen nachgedacht werden.
Mit dem Touristikrat will das Gemeindeoberhaupt die Tourismusarbeit im Dorf fortsetzen, da sich der 1996 gegründete Tourismusverein 2012 aufgelöst hat.

Dass auf den Touristikrat allerhand Aufgaben warten, wurde aus dem Vortrag von Regionalmanagerin Simone Göbel vom Landratsamt Kitzingen deutlich, als sie das Landkreiswanderwegekonzept vorstellte. Sie bezeichnete Wandern als Wirtschaftsfaktor, nachdem jeder Wanderer im Durchschnitt
57 Euro in der Region lasse.

Sie mahnte jedoch eine Optimierung vieler Wanderwege und eine Überarbeitung der Zielgruppendefinition an. Für die Gemarkung Rödelsee biete sich die Ausweisung von Märchenwegen an, gleichzeitig dürften Wege nicht in großem Umfang durch befestigte Weinwege führen oder am Waldrand enden. "Nach strengen Vorgaben fallen Weinbergwege nicht unter die Wander- oder Panoramawege, sie dürfen nur geschottert oder naturbelassen sein", erklärte Göbel. Klein sah dennoch Möglichkeiten, mit Premiumwegen Wanderer verstärkt an Rödelsee zu binden.
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