KITZINGEN/OBERNBREIT

Neue Wege beschreiten

Vor lauter Wahlkampf hat es der eine oder andere vielleicht vergessen: Wir sind mittendrin in der Fastenzeit. Wie es geht, weiß die Obernbreiter Heilpraktikerin Elfriede Mayer-Oppelt. Aus beruflichem Interesse und eigener Erfahrung.
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Abwechslung: Beim Fastenwandern im Spessart erleben die Teilnehmer die schöne Natur und sich selbst. Foto: Foto: Mayer-Oppelt
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Vor lauter Wahlkampf hat es der eine oder andere vielleicht vergessen: Wir sind mittendrin in der Fastenzeit. Wie es geht, weiß die Obernbreiter Heilpraktikerin Elfriede Mayer-Oppelt. Aus beruflichem Interesse und eigener Erfahrung.

1998 hat Mayer-Oppelt das erste Mal gefastet. Die Erfahrung von damals hat sie geprägt. Sie isst kein Fleisch mehr, ernährt sich gesund. Und sie fastet seither regelmäßig. „Weil es gut für den Körper und die Seele ist“, sagt sie. 2004 hat sie ihre Heilpraktiker-Praxis in Obernbreit aufgemacht, bietet verschiedene Fastenkurse an und ist Referentin bei der Volkshochschule in Kitzingen. Mitte Mai geht sie zum zweiten Mal mit Interessenten zum Fastenwandern in den Spessart.

Fasten und Wandern? Körperliche Anstrengung und keine Kohlenhydrate zum Abendessen? Wie geht das zusammen? „Kein Problem“, sagt Mayer-Oppelt. „Wenn die Vorbereitung stimmt und die Gruppe unter Aufsicht ist.“ Die Vorbereitung: Das sind die so genannten Entlastungstage. Kein Alkohol, kein Nikotin, kein Koffein. „Die stören bei der Entgiftung“, erklärt die Heilpraktikerin. Denn in den kommenden fünf Tagen des Fastens muss sich der Körper auf Veränderungen einstellen. Fünf Tage lang gibt es nur Flüssiges. Tee, stilles Wasser, Gemüsebrühe. Am Tag kleine Wanderungen durch den Spessart, am Abend Vorträge. Eine müde Gesellschaft? „Es wird viel gelacht“, sagt Mayer-Oppelt. Es wird aber auch viel nachgedacht.

„Beim Fasten werden die Selbstheilungskräfte aktiviert.“
Elfriede Mayer-Oppelt Heilpraktikerin

Fasten ist zunächst einmal eine körperliche Angelegenheit. Der Stoffwechsel verändert sich. „Von der Verdauung zur inneren Reinigung“, wie es die Obernbreiterin ausdrückt. Magensäfte werden nicht mehr produziert. Wird der Darm regelmäßig mit Hilfe von Glaubersalz gereinigt, kommt dennoch kein Hungergefühl auf. „Der Darm muss leer sein“, erklärt sie. Und wovon lebt der Körper in dieser Zeit? „Wir ernähren uns in dieser Zeit von innen“, sagt Mayer-Oppelt. Genügend Fettdepots stünden dafür jedem Menschen zur Verfügung. Fasten und Fastenwandern ist deshalb etwas für jeden zwischen 18 und 80 Jahre, für Frauen und Männer gleichermaßen. Ausnahmen: Schwangere, Magersüchtige und Menschen, die Psychopharmaka nehmen.

Ganz ohne Krisen geht das Fasten selten über die Bühne. Wenn der Körper nicht ausreichend gereinigt ist, kann es problematisch werden. „Außerdem riechen die Menschen in dieser Zeit anders“, sagt Mayer-Oppelt. „Manche haben damit Probleme.“ Säuren werden frei und ausgeschieden. So genannte Basen-Bäder bauen die Säuren wieder ab. Auch Fußreflexzonenmassagen oder Bauchmassagen oder das Schröpfen helfen.

Die körperliche Komponente ist das Eine. Die seelische die andere. „Man kommt sich beim Fasten selber näher“, erklärt die Heilpraktikerin und spricht von einem seelisch-geistigen Kick. Viele Teilnehmer besinnen sich, denken über die Überflussgesellschaft nach, in der sie leben und über ihre Ernährung. Am Schluss seien alle stolz, weil sie durchgehalten haben.

Zum Lohn gibt es beim so genannten Fastenbrechen, am Ende der Woche, einen Apfel. „Der Körper muss sich erst langsam wieder an die Ernährung gewöhnen.“ Manche verlängern freiwillig ihr Fastenprogramm. Weil sie gemerkt haben, wie gut ihnen das tut. „Beim Fasten werden die Selbstheilungskräfte aktiviert“, sagt Mayer-Oppelt und berichtet, dass Teilnehmern chronische Beschwerden in den Griff bekamen. „Fastenwandern ist der ideale Einstieg zum Entgiften“, sagt sie.

Die Volkshochschule Kitzingen und Mayer-Oppelt bieten ein Fastenwandern im Spessart an. Infoabend: 5. Mai. Die Wanderung findet vom 14. bis 18. Mai statt. Anmeldung unter Tel. (0 93 21) 92 08 98.

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