Kaum erneut auf den Weg gebracht, gerät das geplante Sondergebiet „Urzenwiese“ in Kaltensondheim bereits wieder ins Stocken. In seiner Sitzung im April hatte der Biebelrieder Gemeinderat das Gebiet, in dem von einer Tochtergesellschaft der BayWa eine Freiflächensolaranlage gebaut werden soll, erneut auf den Weg gebracht. Erste Pläne dazu waren bereits 2013 vorgestellt worden (wir berichteten).

Das Landratsamt habe mit Bescheid vom 30. April die Genehmigung verweigert, erklärte Bürgermeister Roland Hoh am Dienstag im Gemeinderat. Der Grund: Unter der geplanten Fläche würden Bodendenkmäler vermutet. Deren Erhalt genießt laut Schreiben des Landratsamtes höchste Priorität.

Das Amt hatte dem Investor vorgeschlagen, die 6,5 Hektar große Planungsfläche auf der der Solarpark entstehen soll, zu reduzieren und den Teil auszuklammern, in dem die vermutliche Fundstelle des Bodendenkmals vermutet wird. Möglicherweise handelt es sich dabei um einen hallstattzeitlichen Großgrabhügel, wie es auf Biebelrieder Gemarkung mehrere gibt.

Jetzt sollen Sondierungsgrabungen entlang der geplanten Modulreihen Klarheit bringen. Sollte es sich tatsächlich um einen Großgrabhügel handeln, werde eine Überplanung oder eine Ausgrabung seitens der Bodendenkmalpflege strikt abgelehnt, schreibt das Landratsamt. Sollte eine andere Art von Bodendenkmal entdeckt werden, beispielsweise um eine vorgeschichtliche Siedlung, werde eine Genehmigung unter zahlreichen strengen Auflagen in Aussicht gestellt.

Der Stolperstein Bodendenkmal war übrigens schon 2013 ein Thema. Damals hatte der Gemeinderat festgelegt, dass die BayWa-Tochter als Investor sämtliche Kosten für denkmalschützerische Maßnahmen tragen müsse – auch für eine sogenannte Rettungsgrabung.

• Genehmigt hat der Gemeinderat die Änderung der Ausführung der Lüftungsanlage am neuen Feuerwehrgerätehaus. Statt wie ursprünglich geplant, Leitungen für den späteren Einbau einer Lüftungsanlage für das gesamte Gebäude vorzusehen, folgte der Rat der Empfehlung des Architekten, eine Einzelraumbelüftung für die Umkleideräume einzubauen, um dort einer möglichen Schimmelbildung vorzubeugen. Die Kosten betragen 5000 Euro. Der Rat stimmte bei zwei Gegenstimmen zu.