MAINBERNHEIM

Neue Gestaltungssatzung gleich angewandt

Die Überarbeitung der Mainbernheimer Gestaltungssatzung (GSS) aus dem Jahr 2003 ist abgeschlossen. Der Stadtrat hatte das letzte Wort.
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Der Bär grüßt leicht verschmitzt hinter dem Anwesen von Conny Hügelschäffer in der Herrnstraße 52 in Mainbernheim. Der Bauherr darf seinen Sichtschutz zum Hof des Nachbargrundstücks nun mit Fördermitteln der Stadt bauen, wenn dies nach den Richtlinien der Gestaltungssatzung geschieht. Foto: Foto: Timo Lechner

Es war im Endeffekt zwar keine schwere, dafür aber eine lang dauernde Geburt: Die Überarbeitung der Mainbernheimer Gestaltungssatzung (GSS) aus dem Jahr 2003. Die wurde in mehreren Stadtratssitzungen bereits Punkt für Punkt durchgekaut, nachdem die Verwaltung zusammen mit Stadtplanerin Yvonne Slanz dem Gremium die Vorschläge zu neuen Formulierungen und Anpassungen an Zeitgeist und technische Entwicklung vorgelegt hatte.

In der Sitzung am Donnerstag war es dann so weit: Die letzten strittigen Punkte wurden diskutiert, Einigungen erzielt, das Regelwerk also abgesegnet. Und bei einer anschließenden Bausache konnten die Räte dann gleich beweisen, inwieweit der Gedanke des Entgegenkommens gegenüber den Wünschen bauwilliger Besitzer in Altstadt und Nähebereich in die Tat umgesetzt wird.

Denn nahe des Oberen Tores will Conny Hügelschäffer das Rückgebäude am Anwesen Herrnstraße 52 umbauen. Das historische Ensemble liegt unmittelbar an der Stadtmauer, hat eines der Türmchen im Hintergrund und blickt auf einen Innenhof des Nachbargebäudes.

Dies gehört Stadtrat Rainer Saueracker, der sein Anwesen ebenfalls in den vergangenen Monaten hergerichtet hat und ebenso wie Nachbar Klaus Will sein Einverständnis gegeben hatte, dass Hügelschäffer die Fenster, die in Richtung von Sauerackers Hofbereichs geplant sind, mit einem Sichtschutzglas ausführt. Ein Vorhaben, das im Grunde genommen nicht im Sinne der GSS ist, nach Meinung von Yvonne Slanz aber mit zugedrücktem Auge genehmigungsfähig sei.

Die eben frisch abgesegnete GSS im Hinterkopf, wollten einige Räte jedoch nicht so leicht ihr Okay geben. Christian Zimmermann (CSU) erinnerte daran, dass man sich erst vor wenigen Monaten dazu entschieden habe, Bauherren offensiver Fördergelder in Aussicht zu stellen, wenn diese ihre Vorhaben gemäß den erwünschten Richtlinien ausführen und sich keine Schlupflöcher suchen. Alfred Konnerth (SPD) schlug vor, vor die drei kleinen Fenster ein Stabgeländer zu setzen, die dem Charakter des Ensembles eher entsprächen. Hierfür zahle die Stadt auch einen Bonus. In diese Richtung wird die Stadtplanerin nun Hügelschäffer Bescheid geben.

Zum Thema „Photovoltaik und Sonnenkollektoren“ sollten die bestehenden Regeln ebenfalls überarbeitet werden. Das Ergebnis der Diskussion im Stadtrat, dass ab sofort im städtebaulich weniger bedeutsamen Nahbereich – hier der Walkmühlenweg – auch aufgeständerte Anlagen gebaut werden dürfen, kommt Peter Vasile zugute, der auf seinem Satteldach eine Photovoltaikanlage errichten möchte. Diese sei in diesem Fall von der B 8 aus nicht zu sehen und könne daher so gebaut werden.

Eine Neuerung in der GSS betrifft auch den Bereich „Tore“. Ab sofort sind als Hofabschlüsse neben Flügeltoren auch Schiebetore in den Nebengassen und außerhalb der Stadtmauer zulässig. Ab drei Metern Breite, statt wie vorher zweieinhalb Metern, muss man diese gestalterisch gliedern. Zulässig als Garagentore sind zudem Schwingtore und vertikal geteilte Sektionaltore mit handwerklich gefertigter Oberfläche, nicht zulässig dagegen horizontal geteilte Sektionaltore. Ab drei Metern Breite soll ein gestalterisches Element wie eine Schattenfuge eingefügt werden, falls die Tore größer als vier Meter ausfallen, sollen sie unterteilt werden.

Die Ergebnisse vom Donnerstag werden nun noch einmal in die GSS eingearbeitet. Sollten keine Einwände mehr kommen, wird das Werk der Regierung von Unterfranken zur Absegnung vorgelegt.

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