WIESENTHEID

Netzwerk für Pflegende von Demenzkranken geplant

Wer einen Demenzkranken daheim pflegt, kommt oft an seine Grenzen. Die Dorfschätze-Gemeinden wollen helfen und planen ein Netzwerk für die Betreuung.
Artikel drucken Artikel einbetten
Vergesslichkeit und Demenz (Symbolbild)
Herausforderung Demenz: Ein Kurs der Sozialstation St. Rochus in Lohr will Angehörigen von Demenzkranken Hilfestellung für den täglichen Umgang mit diesen und für das Bewältigen der aus der Krankheit resultierenden alltäglichen Herausforderungen geben.

Die neun Dorfschätze-Gemeinden wollen ein Betreuungs- und Pflegenetzwerk zum Thema Demenz in Wiesentheid aufbauen. Dabei geht es etwa darum, dass sich Angehörige von Demenzkranken regelmäßig austauschen. Zudem soll ein Betreuungsangebot geschaffen werden, das Helfer und examinierte Pflegekräfte schult. Diese Schulung soll kostenlos sein. Später erhalten die Helfer eine Entschädigung von 7,50 Euro pro Stunde, wenn sie bei der Pflege von Demenzkranken aushelfen.

Der Zusammenschluss Dorfschätze initiiert das Projekt mit mehreren Hilfsorganisationen. Eine davon ist die Initiative „Zeit füreinander“, die es in Wiesentheid gibt. Die Initiatoren erhoffen sich, viele betroffene Menschen und Angehörige zu erreichen. Somit könnte ein größeres Netzwerk geschaffen werden, wenn sich Bedürftige und Interessierte melden. Die Fachstelle für pflegende Angehörige mit Demenz in Kitzingen, die bei der Caritas unter der Leitung der Sozialpädagogin Petra Dlugosch besteht, unterstützt das Vorhaben. Mit ihr werde man auch bei diesem Projekt zusammenarbeiten.

Es gehe nicht darum, in Konkurrenz zu professionellen Pflegediensten treten, erläutert Dorfschätze-Mitarbeiterin Alexandra Ludwig. Ziel solle später sein, dass etwa pflegende Familienmitglieder einen Angehörigen mit Demenz in fachkundige Hände geben könne. Damit man „auch einmal zwei, drei Stunden hat, um Einkäufe zu machen“, sagt sie. Dringend notwendig seien eben Unterstützer, um das Hilfsangebot aufzubauen.

Generell stünden Menschen mit Pflegebedarf monatlich 125 Euro zur Verfügung, die sie für Betreuungsleistungen bekommen. Zu diesen Leistungen gehören die Teilnahme an Gruppenangeboten, oder die Betreuung zu Hause durch geschultes Personal. Für die Demenzkranken sollen Angebote zur Aktivierung gemacht werden. Diese sollen nur von Menschen mit einer examinierten Kranken- oder Pflegeausbildung übernommen werden, heißt es in der Mitteilung.

Weitere Informationen über das geplante Netzwerk gibt es am Dienstag, 20. Februar, im Rouillacsaal des Wiesentheider Rathauses. Dort erfahren alle Interessierten näheres zu dem Projekt. Beginn ist um 18.30 Uhr. Außerdem erteilt das Büro der Dorfschätze Auskunft unter Tel. (0 93 83) 90 94 95 oder über die Mailadresse dorfschätze@wiesentheid.de

Verwandte Artikel
Noch keine Kommentare

Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.