Escherndorf
Ortsbild

Nessie muss raus aus der Escherndorfer Grube

Lange genug hat es gedauert: Weil die Baugrube vor der Kirche in Escherndorf jetzt endlich verfüllt wird, muss Nessie gehen. Der kleine Drache machte den Anblick des unschönen Lochs, das durch den Abriss des alten Schul- und Rathauses entstanden ist, ein wenig erträglicher.
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Weil die Baugrube vor der Kirche in Escherndorf verfüllt wird, muss Nessie gehen. Der kleine Drache machte den Anblick des unschönen Lochs ein wenig erträglicher. Foto: Pfannes
Weil die Baugrube vor der Kirche in Escherndorf verfüllt wird, muss Nessie gehen. Der kleine Drache machte den Anblick des unschönen Lochs ein wenig erträglicher. Foto: Pfannes
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Traurig krabbelt der kleine grüne Drache aus seinem Loch. Nessie hat sein gemütliches Zuhause in Escherndorf verloren. Der Grund, warum das putzige Ungeheuer die Grube vor der örtlichen Pfarrkirche verlassen muss, ist die Verfüllung der alten offenen Gemäuer. Am Montag im Stadtrat verkündete Bürgermeister Peter Kornell (FWG) auf Anfrage der Escherndorfer Stadträtin Katrin Blendel (CSU), dass die Baugrube in den nächsten Tagen durch die Firma Dotterweich GmbH aus Gräfenneuses aufgefüllt wird.

Denkmalschützer graben

In Windeseile erreicht die Nachricht den Volkacher Stadtteil und natürlich auch den kleinen Drachen. Schon am nächsten Tag packt er seine sieben Sachen und macht sich aus dem Staub. Während Nessie sichtlich deprimiert das Weite sucht, dürfte die Freude bei den Escherndorfern umso größer sein. Sie haben sich zwar schon an den putzigen Kerl gewöhnt, an das hässliche Bauloch im Ortszentrum derweil nicht. Nach dem Abriss des alten Schul- und Rathauses vor einigen Monaten blieb die unschöne Ruine vor der Kirche. Der Denkmalschutz hatte seine Augen auf die historischen Fundamente geworfen. Es wurde gegraben und gebuddelt. Die Denkmalpfleger stießen auf ihrer Suche nach historischen Schätzen auf Fundament-Reste einer ehemaligen Kirche und Gräber.

Nessie, die stolze Kreatur mit ihren grün-orange schimmernden Schuppen, war das Ergebnis einer Aktion der Jungen Union-Volkach, die auf den Zustand des Kirchenvorplatzes aufmerksam machen wollte. Katrin Blendel ist Vorsitzende der JU und sie ist froh, dass endlich etwas geschieht. Gerade vor der touristischen Hauptsaison ist das Ortszentrum momentan kein Blickfang und ein einladendes Fotomotiv schon gar nicht. "Nachdem im letzten Jahr der Volkacher Stadtrat über die Neugestaltung des Kirchenvorplatzes beraten hat, wurde am 15. Oktober 2012 die Befüllung des Loches mit anschließender Gestaltung des Platzes beschlossen", erinnert Blendel in einer offiziellen Stellungnahme. "Tatsache ist, dass die Baugrube vor der Kirche seitdem unverändert das Ortsbild Escherndorfs prägt. Die Escherndorfer hatten sich ein Verfüllen spätestens bis zum Beginn der Tourismussaison gewünscht."

Aufregung über die Grube

Viele Einheimische regten sich in den vergangenen Wochen gewaltig darüber auf, dass an der Baugrube nichts geschah. Der Ortsgeistliche Pfarrer Anton Heusslein hat sich an seinem 70. Geburtstag vor kurzem gewünscht, dass das Erdloch vor der Pfarrkirche endlich verschwindet. Der pensionierte Seelsorger hofft wie viele Escherndorfer möglichst bald auf einen Ersatz für das alte Schulhaus, das als Gemeindehaus genutzt wurde. Wie dieser Ersatz aussieht, ist ihm eigentlich egal. "Viele Jahre wurde nur darüber geredet und geplant. Jetzt ist die Zeit für Taten."

Die Verzögerungen bei der Verfüllung des Geländes begründete Bürgermeister Kornell damit, dass der Planer in den vergangenen Monaten gewechselt habe. Ursprünglich war das Dettelbacher Architekturbüro Konrad und Burger mit der Angelegenheit betraut. Aufgrund personeller Umstellungen - Christine Konrad (FW) wurde Dettelbacher Bürgermeisterin - ging der Auftrag an das Planungsbüro Plannasch aus Dettelbach, das laut Ulla Gistel-Gareiß von der Volkacher Bauverwaltung eine neue Kostenberechnung durchführen musste. Plannasch ist auch mit der anstehenden Kirchenrenovierung betraut.

Das Hin und Her ist Drache Nessie völlig egal. Er muss ausziehen. Noch ist sein nächstes Ziel unbekannt. Vielleicht findet er ja ein neues Zuhause in einem alten Verließ auf der Vogelsburg oder in einem der neuen stattlichen Krötentunnel an der Staatsstraße zwischen Volkach und Eichfeld. Auch in der Volkacher Altstadt werden bald die Straßen aufgebuddelt. Eine super Alternative. Vielleicht lässt sich Nessie ja dort nieder. Bisher zog es ihn immer an Orte, an denen alles unendlich lange dauerte.

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