Schwanberg
Schlosspark

Neptun bewacht seine Schätze

 Er ist aus dem Dornröschenschlaf erwacht - und "ein Traum" geblieben: der historische Park auf dem Schwanberg.
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Inmitten des Parks thront der römische Gott Neptun (griechisch Poseidon) in seinem Bassin.
Inmitten des Parks thront der römische Gott Neptun (griechisch Poseidon) in seinem Bassin.
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Für Bärbel Faschingsbauer hat das neue "Wahrzeichen der Region" besondere Bedeutung. Ihr Blick verriet es. Faschingbauer, die auf jede "grüne" Frage eine Antwort weiß, fehlten am Freitagnachmittag kurzzeitig die Worte. Ihre Augen glänzten. Die freie Fachjournalistin und Diplom-Ingenieurin für Landespflege war gerührt. Mit der kompletten, 400 000 Euro teuren Sanierung des Schlossparks auf dem Schwanberg wird für sie ein Traum Realität.

"Hätte mir das damals jemand gesagt - ich hätte es wohl nicht geglaubt." Mit "damals" meint Faschingbauer die Zeit um 1995, als sie anfing, sich für die Geschichte des "verwunschenen", lange Zeit sich selbst überlassenen Parks zu interessieren. Mittels alter Aufzeichnungen und in vielen Gesprächen mit dem damaligen Besitzer Radulf Graf zu Castell-Rüdenhausen grub sie das Gartendenkmal quasi aus.
Von den kulturellen Schätzen, auf die sie stieß, zeugt ihre Diplomarbeit. Diese veranlasste Christian Klose, den einstigen Geschäftsführer des Geistlichen Zentrums Schwanberg, das sowohl das Schloss als auch den Park nach Radulfs Tod 2005 erwarb, sich ernsthaft mit Sanierungsplänen zu befassen.

Doch ein Kleinod von acht Hektar Größe aus dem Dornröschenschlaf zu erwecken, ist teuer - das berichtete der heutige geschäftsführende Vorstand Stefan Sedlacek, der sich bei Regionalmanagerin Maja Schmidt für ihre Unterstützung bedankte. "Wolfgang Fuchs hat uns durch manche behördliche Schlinge geführt", lobte er auch den Manager des EU-Förderprogramms Leader, das rund 170 000 Euro beisteuerte; 120 000 kamen von der Denkmalpflege. Ergänzt durch finanzielle Beiträge verschiedener Stiftungen und der umliegenden Gemeinden konnten 400 000 Euro investiert werden - und damit ein neues "Wahrzeichen" für den Landkreis und die Region geschaffen werden, stellte Landrätin Tamara Bischof fest. Sie bezeichnete das Areal als "überregional bedeutsames Gartendenkmal", denn aus der Zeit, als Alexander Graf zu Faber-Castell den Park anlegen ließ (1919-1921), sind keine anderen bayerischen Schlossparks bekannt. Garten-, Natur- und Wanderfreunde könnten zwischen Mammutbaum und Mausoleum die Seele baumeln lassen.

Landschaftsarchitekt Thomas Wirth (arc.grün) wartete mit beeindruckenden Zahlen auf: Für die Sanierungsarbeiten wurden vier Tonnen Asphalt und ein halber Kilometer Wasserleitung benötigt. Außerdem haben die Fachleute 585 Gehölze und 21 Bäume gepflanzt. Wirth dankte der "guten Seele" Sr. Dorothea Krauß, die unter anderem Themenführungen durch den Park organisiert, sowie den ehrenamtlich engagierten Männern Friedrich Amberger und Heinz Zippelius - Letzterer teilte das Lob sogleich mit Joachim Knoblauch und Ernst Hörr.

Außerdem überreichte Wirth auch seiner Schwester Bärbel Faschingbauer Blumen: "Ohne Deine fachliche Hilfe hätten wir den Park nicht so wieder herstellen können."





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