Fahr

Nein des FC Fahr zu vergrößertem Baugebiet

Der FC Fahr steckt in der Zwickmühle. Auf der einen Seite wünscht der Verein (und der gesamte Volkacher Ortsteil), dass mehr junge Familien dort bauen. Und die Stadt würde diesem Ansinnen auch gern nachkommen und Baugrund ausweisen. Aber der mögliche Bereich grenzt unmittelbar an das Gelände des FC Fahr.
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Der FC Fahr steckt in der Zwickmühle. Auf der einen Seite wünscht der Verein (und der gesamte Volkacher Ortsteil), dass mehr junge Familien dort bauen, damit dem kleinen Ort nicht die Vergreisung und somit auch irgendwann das Sterben des Vereins droht. Und die Stadt würde diesem Ansinnen auch gern nachkommen und Baugrund ausweisen. Doch genau dieser mögliche Baugrund, eine Vergrößerung des bereits bestehenden Baugebietes „Im Gries“, grenzt unmittelbar an das Gelände des FC Fahr an und würde den Korbballplatz exakt senkrecht durchschneiden.

Der Platz könnte zwar hinter die Turnhalle verlegt werden, dafür müsste aber der bei den Kindern beliebte Bolzplatz wegfallen. Weiteres Problem: Die Sportler spielen teilweise auf eigenem, teilweise auf städtischem Grund. Das betrifft nicht nur den Korbball-, sondern auch die beiden Fußballplätze, und irgendwelche Erbbau- oder sonstigen Nutzungsrechte sind schriftlich nicht fixiert.

Da war in der Generalversammlung des FC Fahr guter Rat teuer. Am Tag der Versammlung selbst hatte der Vorsitzende Winfried Meusert bei der Stadt einen vorläufigen Einspruch eingelegt und am Abend die Meinung der Mitglieder erfragt. Die lehnten mit 35:9 Stimmen diesen Baugrund ab, sechs enthielten sich. Der Tenor: Der FC Fahr wünscht die Herausnahme des verwinkelten Flurstücks, so dass dort keine Bauplätze entstehen können.

Vorausgegangen war eine einstündige, leidenschaftliche Diskussion der Mitglieder untereinander und mit den Vertretern des Stadtrates, dem dritten Bürgermeister Udo Gebert und dem Ratsmitglied Uwe Koßner (hauptberuflicher Bauamtschef der Stadt Dettelbach). Die Stimmung war aber zu keiner Zeit aggressiv. „So war das absolut in Ordnung“, befanden die Ratsmitglieder und der Vereinsvorsitzende am Ende der Diskussion.

Die größte Angst der FC-Mitglieder sind mögliche Auswärtige, die sich gegen den Sport- und Spielbetrieb wenden könnten, was über kurz oder lang zu enormen Einschnitten beim FC führen könnte. Markus Meusert brachte einen Fall ins Gespräch, der ihm vom Fußball-Bezirksvorsitzenden Jürgen Pfau geschildert worden war. In einem (nicht genannten) Ort hatte ein direkt neben einen Fußballplatz neu zugezogener Bürger schriftlich erklärt, keinerlei Einwendungen erheben zu wollen. „Mittlerweile ist der dortige Spielbetrieb zeitlich ex-trem eingeschränkt, nachdem der Bürger doch geklagt hatte“, sagte Markus Meusert. Dass es so auch auf den FC Fahr zukommen könne, befürchteten die meisten Mitglieder, einer von ihnen ein direkter Anwohner.

Es gab aber auch Fürsprecher für genau dieses Baugebiet, etwa Werner Reuter (Abteilungsleiter Tischtennis). Viele Baugrundstücke befänden sich in privater Hand, „und wenn die verkauft werden würden, hätten wir auch mehr junge Familien und möglicherweise auch mehr Mitglieder“.

Diese privaten Grundstücke, auf die die Stadt keinen Zugriff habe, sind einer der Knackpunkte, denn die, so Koßner, „werden oft nicht zu dem Preis verkauft, den die Stadt haben wollte, nämlich für 90 Euro pro Quadratmeter, sondern für 270, 280 Euro pro Quadratmeter“.

Den Vorwurf einiger Mitglieder, die Stadt wolle sich an den Grundstücken bereichern, wies Gebert zurück. Natürlich bräuchte die Stadt Geld, „aber mit dem Verkauf dreier Grundstücke gewinnt man keinen Krieg“, sagte er. Grundsätzlich, betonten er und Koßner, würde sich der Stadtrat nicht über den Willen des Vereins hinwegsetzen. Beide bezeichneten das 35:9-Abstimmungsergebnis als eine „deutliche Mehrheit der Vereinsmitglieder gegen den Baugrund an genau dieser Stelle“.



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