DETTELBACH

Naturschutz und Bildungsarbeit

Umwelt- und Naturschutzgruppe Dettelbach blickt auf ein Jahr voller Aktivitäten zurück
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Ein Stück Natur in die Stadt zurückgeholt: In der Dettelbacher Nachtigallenstraße darf der Mühlbach auf einer kurzen Strecke wieder ein echter Bach sein. Foto: Foto: Ottmar Deppisch
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Landschaftspflegearbeiten, Bachrenaturierung und Bildungsarbeit standen im Mittelpunkt des vergangenen Jahres bei der Umwelt- und Naturschutzgruppe Dettelbach im Landesbund für Vogelschutz (LBV). Im Blickfeld der LBV-Ortsgruppe auf der Jahreshauptversammlung am Freitag waren aber auch bereits die für die nahe und mittelfristige Zukunft geplanten Aktionen.

Vorsitzender Ottmar Deppisch listete in seinem Rechenschaftsbericht über das abgelaufene Jahr zahlreiche Arbeitseinsätze und Bildungsangebote auf. So mussten Obstbäume geschnitten, Halbtrockenrasen gemäht, neue Bäume gepflanzt und Nistkästen gebaut werden. Neben mehreren naturkundlichen Exkursionen organisierte die Ortsgruppe einen Feldhamstervortrag und eine Ausstellung zum Thema „Landwirtschaft und Naturschutz“ im Kultur- und Kommunikationszentrum (KuK). Die Kinder durften beim Ferienpass Nistkästen bauen und sich beim Familien- und Erlebnistag auf der Mainlände, bei dem der LBV Mitveranstalter ist, austoben.

Mit dem Erwerb einer Streuobstfläche habe die Ortsgruppe in den Naturschutz auch finanziell investiert. Höhepunkt des Jahres 2017 sei aber, so Deppisch, die Teilrenaturierung des von Bibergau kommenden Mühlbachs innerhalb des Stadtgebiets an der Steigmühle gewesen. Mit Hilfe des städtischen Bauhofs erhielt das ursprünglich schnurgerade Bächlein ein neues Gesicht. Auf einer Länge von 100 Metern darf der Bach nun mäandrieren, sich verzweigen, unterschiedlich tief und breit sein. So könne nun eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt in das neue Areal einwandern.

Sorge bereite den Naturschützern die gegenwärtige Mulchpraxis. Auf einer Beobachtungsfläche, einem nur 40 Meter langen Graben, konnten 33 blühende Arten gezählt werden. Durch zu frühes und häufiges Mulchen werden die Pflanzen daran gehindert, Blüten und Samen auszubilden. Dadurch verringere sich innerhalb kurzer Zeit die Anzahl der Arten drastisch. Außerdem werden nahezu sämtliche darin lebenden Tiere geschreddert. Ohne ein reichhaltiges Angebot an Blüten, Früchten und Samen gibt es auch kaum noch Insekten, denen es an geeigneter Nahrung fehlt. Damit verschlechtern sich die Lebensbedingungen von körner- und insektenfressenden Vögeln und weiterer Tiere der Kulturlandschaft. Dass die Situation allmählich dramatisch wird, belegen Studien der jüngeren Zeit, die aufzeigen, dass in den vergangenen 27 Jahren die Gesamtmasse der Fluginsekten um 75 Prozent abgenommen habe. Wer soll also künftig die Bestäubung von Wild- und Nutzpflanzen übernehmen?

Das neue Jahr wird für die Dettelbacher Naturschützer ebenfalls wieder arbeitsreich sein. Neben den üblichen Landschaftspflegevorhaben hat man sich die Anbringung eines Wanderfalkenkastens an der Stadtkirche und die Errichtung eines Totholzgartens vorgenommen. Sollten sich Wanderfalken ansiedeln, könne es gelingen, die von vielen Bürgern ungeliebten Stadttauben in Schach zu halten.

Kassenwart Peter Gräb informierte über die gesunde finanzielle Situation der Ortsgruppe. Sowohl Rechnungsprüfer Berthold Niedermeyer als auch die Versammlung zeigten sich mit der Kassenführung einverstanden.

Ehrung: Urkunde und Ehrennadel in Bronze für zehnjährige Mitgliedschaft erhielten Lothar Seufert und Peter Laube. Die silberne Ehrennadel für 20 Jahre LBV-Mitgliedschaft ging an Peter Jenowein. Die goldene Nadel für 30 Jahre durften sich Jürgen und Marianne Reuß sowie Anton Rößner anstecken.

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