Laden...
Wiesentheid

Nationalpark-Verein: Totholz schützt Klima mehr als Nutzung

Die Nationalpark-Befürworter widersprechen den Holzverarbeitern. Sie sehen in der stärkeren Nutzung von Holz aus dem Steigerwald keine Lösung, sondern eine Gefahr fürs Klima.
Artikel drucken Artikel einbetten
Totholz ist nach Ansicht des Vereins Nationalpark Steigerwald nicht nur ein optimaler Lebensraum für Kleinstlebewesen, sondern auch ein guter Speicher für Kohlenstoff. Foto: Marion Eckert

Der Verein Nationalpark Steigerwald hat auf Aussagen von Vertretern der Interessengemeinschaft "Holzverarbeiter im Steigerwald" reagiert. Diese hatten sich anlässlich des Tag des Waldes in einer Mitteilung unter anderem dafür stark gemacht haben, verstärkt Holz aus regionalen Wäldern, darunter dem Steigerwald, zu nutzen – im Sinne des Klimaschutzes.

In dieser Frage vertritt der Vorsitzende des Nationalpark-Vereins, Liebhard Löffler, in seiner Pressemitteilung eine gegensätzliche Position. Er bezeichnet alte Buchenwälder, wie sie im Steigerwald vorkommen, als die "besseren CO2-Speicher". Trotzdem unterlägen sie einem immer höheren Nutzungsdruck, kritisiert er. Löffler bezieht sich auf "hochkarätige Waldexperten", die alte Wälder im Zusammenhang mit dem Klimawandel für "wichtige Verbündete der Menschen halten". Beim Verbrennen von Holz würde das gespeicherte CO2 wieder als Treibhausgas in die Atmosphäre abgegeben. Auch Holzprodukte, etwa Bücher oder Möbel, seien keine idealen Kohlendioxid-Speicher, da diese oft nach wenigen Jahren der Nutzung verfeuert würden.

Experte kritisiert steigenden Nutzungsdruck

Löffler erwähnt in seiner Mitteilung beispielsweise Waldexperte Norbert Panek, der behauptet, der Kohlenstoffvorrat im Totholz in nicht länger genutzten Wäldern sei viermal höher als im Wirtschaftswald. Panek sei besorgt, weil der Nutzungsdruck auf Wälder, insbesondere Buchen-Staatswälder, stetig zunehme. Unter Berufung auf Waldexperten Laslo Maraz hält Löffler fest, dass Bäume nicht so schnell nachwachsen würden, wie der Holzbedarf derzeit steigt.

Das Fazit des Vereins Nationalpark Steigerwald lautet deshalb, weiter konsequent das Ziel zu verfolgen, im Staatswald des Steigerwalds ein Großschutzgebiet als Unesco-Weltnaturerbe zu erreichen.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren