Reupelsdorf

Nationalpark-Verein: Alte Bäume helfen Klimaschutz am meisten

Der Vorsitzende des Vereins Nationalpark Steigerwald widerlegt Aussagen der Forstwirtschaft. Bei der Speicherung von Kohlenstoff komme Totholz eine besondere Rolle zu.
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Buchenwald im Frühling (Symbolbild) Foto: Klaus Behr

In einer Stellungnahme wendet sich der Vorsitzende des Vereins Nationalpark Steigerwald, Liebhard Löffler, gegen Aussagen der Interessengemeinschaft "Holzverarbeiter im Steigerwald", die diese jüngst in einer Pressemitteilung getroffen haben. Diese hatte behauptet, dass bewirtschaftete Wälder eine bessere Klimabilanz aufwiesen als stillgelegte Waldgebiete, wie sie in Nationalparks zu finden sind.

Löffler kommt zu einem gegenteiligen Ergebnis. Hochkarätige Waldexperten würden eine völlig andere Meinung vertreten, behauptet der Vorsitzende des Vereins Nationalpark Steigerwald. Unter anderem bezieht er sich auf den Bestseller-Autor Peter Wohlleben, der aus Studien herausliest, dass Bäume, je älter sie sind, desto mehr Biomasse produzierten und entsprechend viel CO2 speicherten. Das Verbrennen von Holz sei generell kontraproduktiv zum Klimaschutz, da dabei das gespeicherte CO2 wieder freigegeben wird.

Totholz speichert besonders viel Kohlendioxid

Mit Bezug auf den Waldexperten Norbert Panek stellt Löffler fest, dass Wälder besser zum Klimaschutz beitragen würden, wenn man sie wachsen und alt werden lassen würde. Der Kohlenstoffvorrat im Totholz nicht mehr genutzter Wälder sei viermal höher als in Wirtschaftswäldern. Panek warnt laut Löffler davor, "unsere wertvollen Buchenwälder durch den Schornstein zu jagen".

Auch der Ebracher Forstdirektor a. D. Georg Sperber halte den heutigen Nutzungsdruck auf Buchenwälder für besorgniserregend, schreibt Löffler. Der Verein Nationalpark Steigerwald sehe sich durch ökologisch denkende Waldexperten bestätigt, konsequent weiter darauf hinzuwirken, im Staatswald des Steigerwalds ein Großschutzgebiet als Unesco-Weltnaturerbe zu erreichen.

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