KITZINGEN

Nasse Böden bremsen die Ernte

Die Serie der relativ feuchten Monate hat sich im Oktober 2013 fortgesetzt. Nach dem September mit 77 Litern Niederschlag pro Quadratmeter, hat auch der zehnte Monat des Jahres mit 46 Litern fünf mehr gebracht als ein durchschnittlicher Oktober. Insgesamt bringt es das Jahr 2013 nach zehn Monaten auf 619 Liter pro Quadratmeter und liegt um rund 100 Liter über einem Durchschnittsjahr.
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Chance genutzt: Die Arbeiten auf den Feldern waren im nassen Oktober 2013 nicht einfach. Bei den nassen Böden mussten die Bauern die trockenen Phasen – wie hier bei Hohenfeld – nutzen, um zu düngen oder Pflanzenschutz zu betreiben. Foto: Foto: Siegfried SEbelka

Die Serie der relativ feuchten Monate hat sich im Oktober 2013 fortgesetzt. Nach dem September mit 77 Litern Niederschlag pro Quadratmeter, hat auch der zehnte Monat des Jahres mit 46 Litern fünf mehr gebracht als ein durchschnittlicher Oktober. Insgesamt bringt es das Jahr 2013 nach zehn Monaten auf 619 Liter pro Quadratmeter und liegt um rund 100 Liter über einem Durchschnittsjahr.

Kein goldener Oktober

Das Gefühl eines nassen und trüben Oktobers trügt nicht. Der Oktober 2013 war kein goldener. Die Sonnenstunden erreichten mit 115 jedenfalls nicht die Werte der Vorjahre. Die Temperaturen allerdings lagen um 0,9 Grad über dem langjährigen Schnitt von 10,4 Grad. So hat der Oktober zwischen dem 22. und 27. Temperaturen von über 20 Grad gebracht, am Ende dann aber auch die ersten Minusgrade.

Die Zahlen stammen von Thomas Karl. Der 46-Jährige hat die Nachfolge des langjährigen „Wettermanns“ Gerhard Reiser am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AfELF) in Kitzingen angetreten. Er wird uns künftig mit dem Wetterdaten des Monats und den Auswirkungen auf die Landwirtschaft versorgen. Karl ist, wie acht Jahren zuvor in Würzburg, in der Abteilung Landwirtschaft für Bildung und Beratung mit dem Schwerpunkt Pflanzenbau zuständig. Und er betreut jetzt auch die Wetterstation in der Mainbernheimer Straße.

Dort hat er die 46 Liter für den Oktober aus dem Messbecher herausgeholt, die das Jahresergebnis auf 619 Liter geschraubt haben. Der für unsere Breiten relativ viele Regen hat seine Auswirkungen.

Die nassen Böden haben vor allem die Zuckerrübenernte ins Stocken gebracht. Derzeit, so schätzt Karl, sind rund 60 bis 70 Prozent der Rüben gerodet und warten auf „Halde“ und möglichst frostsicher abgedeckt auf den Abtransport in die Zuckerfabrik. Das sind rund 20 Prozent weniger als beispielsweise noch vor einem Jahr. Damit dürfte die Ernte zwei bis drei Wochen in Verzug sein. Während der Silomais inzwischen abgeerntet ist und die Sonnenblumen weitgehend von den Äckern sind, wartet der Körnermais noch auf trockene Tage. Dem machen die Temperaturen nichts aus. „Der kann auch bei Frost geerntet werden“, sagt Karl, sollte allerdings möglichst trocken sein, um Kosten für die Nachtrocknung zu sparen. Der Körnermais wird vor allem von Hühnerzüchtern geschätzt. Er bewirkt, dass die Eier besonders gelbe Dottern haben.

Bei der Wintersaat, also Raps, Wintergerste und Winterweizen, ist derzeit alles im grünen Bereich. Das gilt allerdings nur, wenn die Saat bereits erfolgt ist. Wegen der Verschiebung bei den Rüben, gibt es allerdings auch beim Wintergetreide teilweise noch Verzögerungen. Längst ist auch Anfang November noch nicht alles im Boden für das kommende Jahr.

ONLINE-TIPP

Die Wetteraussichten für die kommenden Tage:

www.mainpost.de/wetter

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