LANDKREIS KITZINGEN

Nässe im Süden – Dürre im Norden

Die Fragen am Gartentelefon der Bayerischen Gartenakademie unterscheiden sich derzeit regional sehr stark. Während in den südlichen Teilen Deutschlands durch andauernden Regen schon Hochwasser droht, lechzen die Unterfranken nach einem Tropfen Wasser.
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Bodenverdichtung durch Starkregen. Foto: Foto: Bayerische Gartenakademie

Die Fragen am Gartentelefon der Bayerischen Gartenakademie unterscheiden sich derzeit regional sehr stark. Während in den südlichen Teilen Deutschlands durch andauernden Regen schon Hochwasser droht, lechzen die Unterfranken nach einem Tropfen Wasser. Wie Sie sich bei diesen extremen Bedingungen im Garten richtig verhalten bzw. welche Probleme nun verstärkt auftreten, zeigen Ihnen die Experten der Bayerischen Gartenakademie auf. Sie kennen nicht nur die Situation in Nordbayern, sondern haben auch Verbindung in südliche Regionen.

Gegenden mit viel Niederschlag

Hier ist Hacken und Bodenlockerung angesagt. Durch die Regenfälle verschlämmt die Erde mit der Zeit, Luftkammern im Boden füllen sich mit Wasser und ersticken schließlich feine Wurzeln der Pflanzen, die dann absterben. Hacken begünstigt die Durchlüftung, vermindert die Verschlämmung sowie die Bildung von Moosen und Algen. Entfernen Sie die Mulchschicht, wenn Sie eine aufgebracht hatten, damit die Erde schneller abtrocknet. Damit der Boden nicht zu stark verdichtet, sollten Sie die nasse Erde nur in Notfällen betreten. In den feuchten Gebieten treten nun Schnecken recht stark auf und auch Pilzkrankheiten breiten sich aus.

Trockengebiete in Unterfranken

Ganz anders sieht es in Unterfranken und anderen trockenen Gebieten aus. Bei der Trockenheit ist richtiges Gießen wichtig. Es ist sinnvoll, weniger oft, aber durchdringend zu gießen. Das Wasser soll an die Wurzeln gelangen und nicht nur die obersten Millimeter Erdreich anfeuchten, wo es dann ganz schnell verdunstet. Nach dem Gießen hackt man den Boden auf, um die Kapillaren zu zerstören und somit die Feuchte in tieferen Schichten zu halten. Aussaaten benötigen eine gleichmäßige Feuchte. Am besten legt man nach dem Gießen ein dünnes Vlies auf, das vor Austrocknen schützt. Grundsätzlich ist Mulchen das, was jetzt zu tun ist. Eine leichte Mulchdecke verringert die Verdunstung. Verschiedene Materialien lassen sich einsetzen. Bewährt haben sich Rasenschnitt und Miscanthushäcksel. Aber auch Stroh und sonstiges organisches Material ist möglich. Schafwolle eignet sich ebenfalls, da sie Wasser speichert.

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