Prichsenstadt

Nächster Bauabschnitt bei den Abwasserkanälen in Prichsenstadt

Die Sanierung der Abwasserkanäle in der Altstadt Prichsenstadt geht mit Bauabschnitt 2 in seine nächste Runde. Dieses Mal stehen alle Kanäle zwischen dem Stadtturm und dem Westtor, dem Wahrzeichen Prichsenstadts, auf der Tagesordnung. Teilweise werden die morbiden Kanäle mit Inlinern saniert (450 Meter), teilweise in offener Bauweise durch neue Kanalrohre ersetzt (190 Meter). Inbegriffen ist eine neue Entwässerung für den Karlsbrunnen vor dem Rathaus. Die Kosten schätzt der Architekt Georg Schreiber vom Büro Valentin Maier auf 940 000 Euro, im September könnte die Vergabe der Aufträge über die Bühne gehen.
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Die Sanierung der Abwasserkanäle in der Altstadt Prichsenstadt geht mit Bauabschnitt 2 in seine nächste Runde. Dieses Mal stehen alle Kanäle zwischen dem Stadtturm und dem Westtor, dem Wahrzeichen Prichsenstadts, auf der Tagesordnung. Teilweise werden die morbiden Kanäle mit Inlinern saniert (450 Meter), teilweise in offener Bauweise durch neue Kanalrohre ersetzt (190 Meter). Inbegriffen ist eine neue Entwässerung für den Karlsbrunnen vor dem Rathaus. Die Kosten schätzt der Architekt Georg Schreiber vom Büro Valentin Maier auf 940 000 Euro, im September könnte die Vergabe der Aufträge über die Bühne gehen.

Das Büro Valentin Maier hat bereits die Kanäle in der Schloss-, Kirch- und Freihofgasse verlegt, und alles war nach Plan verlaufen. Waren schon in den drei Gassen die Hausanschlüsse das große Problem, so setzt sich das jetzt in den sechs Gassen zwischen den beiden Stadttoren fort. 120 Hausanschlüsse waren aufgetaucht, "und wir konnten nicht immer alle Anschlüsse eindeutig zuordnen", so Schreiber in der jüngsten Ratssitzung. Außerdem verlaufen einige Kanäle unterhalb von Privatgrundstücken, wofür eine sogenannte Grunddienstbarkeit, eine Art Wegerecht für die Kommune, notwendig gewesen wäre. "Das wurde damals per Handschlag vereinbart", so Bürgermeister René Schlehr zu dem Grund, warum beispielsweise unterhalb des Grundstücks der Kirche Kanäle verlaufen, ohne dass eine Grunddienstbarkeit eingetragen sei. Das werde jetzt natürlich nachgeholt, so Schreiber, der mit den Grundstückseigentümern bereits im Gespräch sei.

Das nächste Problem sind die Revisionsschächte. Sie ermöglichen den Zugang für den Bereich, in dem das Abwasser aus Häusern in den Kanal eingeleitet wird, um beispielsweise bei einer Kamerabefahrung Risse zu finden. Diese Schächte sind Angelegenheit der Grundstückseigentümer, und in der Regel werden sie etwa in Hofeinfahrten eingebaut. "Hier haben wir das Problem, dass bei manchen Häusern der Abwasserkanal sehr nah an den Häusern verläuft", wies Schreiber auf die Besonderheit einiger besonders engen Gassen der Altstadt hin. An diesen Stellen werden Revisionsöffnungen eingebaut. Auf Anfrage von Fabian Uhl, wie denn andere Städte mit historischem Stadtkern damit verfahren, verwies Schreiber auf die jeweils ortsüblichen Satzungen. "Das handhabt jede Kommune anders, weil jede Altstadt anders ist", sagte er. Und: ein Seitenkanal im Bereich Rathaus/Kirche verläuft "irgendwo ins Nirwhana", weshalb auch dieser Bereich in die Sanierung mit aufgenommen wurde.

Ein weiteres Problem ist die Oberfläche der Straßen, die an vielen Stellen aus Kopfsteinpflaster besteht. Um sie zu richten sind zwei verschiedene Gewerke notwendig: der Kanalbau und die Oberfläche. Der zweite Bürgermeister Alfons Saugel regte an, die Luitpoldstraße, die Durchfahrtstraße der Altstadt, gleich verkehrsberuhigt auszurichten. Dafür, entgegnete Bürgermeister René Schlehr, sei zum einen eine eigene Ausschreibung notwendig, zum anderen müsse sie vom Büro Valentin Maier erstmal berechnet werden. Diesen Auftrag gab der Stadtrat dem Architekten auch gleich mit auf den Weg. Die Kosten für den Straßenbelag könne mit aus dem Ebenauer-Fond bezahlt werden, so der Bürgermeister.

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