Dettelbach

Nacktbader in Dettelbach: "Auswüchse" scheinen behoben

Verstärkte Polizeikontrollen am Dettelbacher Baggersee zeigen Wirkung. Die Stadt hat Hinweisschilder aufgestellt und die Polizei kontrolliert verstärkt.
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Die Badebekleidungsverordnung der Stadt und verstärkte Polizeikontrollen am Dettelbacher Baggersee haben zu einem spürbaren Rückgang der Nacktbader geführt. Foto: Walter Sauter
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Die neue Badebekleidungsverordnung (BadebekleidungsVO) der Stadt Dettelbach zeigt Wirkung: Nachdem die Polizei am Baggersee mehrfach Kontrollen durchgeführt hat, sind die Nacktbader offenbar weniger geworden. "Es findet weiterhin Nacktbaden statt, allerdings in reduziertem Umfang", erklärte Bürgermeisterin Christine Konrad auf Anfrage schriftlich.

Deutlicher wird Matthias Ebert, Koordinator des Arbeitskreises "Baggersee Dettelbach" und Ansprechpartner der Stadt. Nach seinen Beobachtungen ist das Nacktbaden "massiv zurückgegangen". Es sei zwar nicht durch das fragliche Buschwerk gegangen, wohl aber mehrfach am Baggersee zum Baden gewesen. Auswüchse wie im vergangen Jahr, als Nackte für alle sichtbar am Strand "präsentiert" hätten, gebe es nicht mehr. Vielmehr habe er bekleidete Badegäste gesehen, die dort ins Wasser gingen, wo früher die Nackten zugange waren.

Badebekleidung ist Pflicht

Kürzlich sind zudem von der Stadt Hinweisschilder an den Zugängen zum See aufgestellt worden. Auf ihnen ist die am 17. Mai 2019 in Kraft getretene BadebekleidungsVO im Wortlaut aufgeführt, in der es in § 1,1 eindeutig heißt: "Wer öffentlich badet, muss im Stadtgebiet Dettelbach Badebekleidung tragen."

Weiter ist auf den Schildern eine Karte des Baggersees zu sehen, auf der die Bereiche, wo gebadet werden darf und wo Badeverbot besteht, klar gekennzeichnet sind. Wer gegen diese Verordnungen verstößt, dem droht eine Geldbuße. "In Standardfällen" so Konrad, sind 30 Euro fällig.

"Es werden verstärkt Kontrollen durchgeführt", bestätigte Polizeioberkommissar Klaus Wenzel von der Polizeiinspektion Kitzingen. Diese Kontrollen führt in der Regel eine zweiköpfige Polizeistreife durch. Dabei wird das gesamte Gelände am See abgelaufen. Werden Nackte angetroffen, werden deren Personalien festgestellt und zur Anzeige gebracht. Diese Angaben gehen dann der Stadt Dettelbach zu, die als Ordnungsbehörde für die Ahndung wie etwa die Verhängung einer Geldbuße zuständig ist. Dabei wurden nach den Worten von Bürgermeisterin Konrad bisher 26 Verstöße gegen die BadebekleidungsVO festgestellt, am vergangenen Donnerstag kamen, so Wenzel, sechs Fälle hinzu.

Weitere Kontrollen

Die Kontrollen werden an unterschiedlichen Tagen und Tageszeiten durchgeführt. Schwerpunkt sind jedoch die Zeiten, an denen sich am Dettelbacher Baggersee Nacktbader bevorzugt aufhalten, etwa die späteren Nachmittagsstunden oder die Wochenenden. Diese Kontrollen wird es nach Angaben der Polizei während der Badesaison weiter geben.

"Wir stoßen bei den Kontrollen auf viel Unverständnis", erklärt Wenzel, zumal der Dettelbacher Baggersee "seit langem als Treff für Nacktbader und Homosexuelle" bekannt sei, wie man aus gewissen Internet-Foren wisse. Größere Probleme habe es aber bislang bei den Kontrollen nicht gegeben. Auch Konrad spricht davon, dass sich die Nacktbader "überrascht" vom Badeverbot gezeigt hätten. Weitere Reaktionen von anderen Badegästen oder vom Sportanglerverein seien ihr bisher noch nicht zu Ohren gekommen. Die Bürgermeisterin geht davon aus, dass sich "die Anzahl der Nacktbader nach Aufstellung der Beschilderung mit der BadebekleidungsVO noch weiter reduziert."

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