RÜDENHAUSEN

Nackig nach Hause gegangen

Einen stattlichen Kirchweih-Umzug durch mit abschließender Predigt im Schlosshof hatte die Rüdenhäuser Burschenschaft am Sonntagnachmittag organisiert. Dabei durfte neben Kirchweih-Prediger Sebastian Paul natürlich das Kirchweih-Brautpaar nicht fehlen. Stilecht im weißen Kleid steckte diesmal Fabian Bachinger, der von „Bräutigam“ Johannes Paul begleitet wurde. Der Kirchweihmontag wurde wieder mit dem Schlosstanz gefeiert.
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Stilecht: Im weißen Kleid steckte Fabian Bachinger als Kirchweihbraut, der mit seinem Bräutigam Johannes Paul, dem Kirchweihprediger Sebastian Paul und dem Rest der Dorfjugend durch Rüdenhausen zog.
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Einen stattlichen Kirchweih-Umzug durch mit abschließender Predigt im Schlosshof hatte die Rüdenhäuser Burschenschaft am Sonntagnachmittag organisiert. Dabei durfte neben Kirchweih-Prediger Sebastian Paul natürlich das Kirchweih-Brautpaar nicht fehlen. Stilecht im weißen Kleid steckte diesmal Fabian Bachinger, der von „Bräutigam“ Johannes Paul begleitet wurde. Der Kirchweihmontag wurde wieder mit dem Schlosstanz gefeiert.

Das Paar, wie auch der Kirchweih-Prediger, hatte beim Umzug am Sonntag eigene Fahrzeuge. So strampelte Johannes Paul mit einem Fahrrad samt Anhänger durch den Ort. Im Anhänger ließ sich die Kirchweih-Braut chauffieren, flankiert von Prediger Sebastian Paul. Er rollte mit einem kleinen Scooter-Roller durch die Straßen, bis zu den diversen Haltestellen. Der Umzug, der von den Rüdenhäuser Wengertsmusikanten und einer Kapelle aus Ipsheim begleitet wurde, bot Motivwägen zu den heißen Themen der letzten Zeit im Ort.

Das Wetter spielte am Sonntagnachmittag einigermaßen mit, die Regenschirme mussten nur kurz geöffnet werden. Ausfallen musste jedoch das Kirchweih-Schießen, weil der Schießstand nach dem Regen in der Nacht zuvor unter Wasser stand, wie Schützemeister Tobias Maier sagte.

Im Schlosshof dankte Bürgermeister Gerhard Ackermann der Burschenschaft für die Organisation des Tages. Dann legte Prediger Sebastian Paul los. Er hatte unter anderem eine Episode von der Kerm des Vorjahres auf Lager, bei der sich ein Jüngling nach wohl ausgiebigem Alkoholgenuss am Abend auf dem Sportplatz nicht nur seiner Kleider entledigte. Auch Ausweis und Handy ließ er zurück.

Ob er damit jungen Damen imponieren wollte oder nicht, sei nicht bekannt. Jedenfalls sei der junge Mann später ohne Kleidung nach Hause gegangen, wo er ungewollt im heimischen Brunnen ein Bad genommen haben soll.

Bei der Geschichte „Sprit happens“ wurde einer aufs Korn genommen, der aus Versehen Benzin statt Diesel in seinen Transporter tankte. Das ganze geschah bei Köln, das Abschleppen sei nicht billig gewesen, so Paul. Dann war da noch eine Fahrt zur Computerspiel-Messe nach Berlin, die einige „Zocker“ unternahmen. Ohne vorbestellte Eintrittskarte ging dort aber nichts, wie sie feststellen mussten. Also musste das eingeplante Geld eben andersweitig in der Hauptstadt ausgegeben werden. Von einer Internet-Bekanntschaft, die auf dem Foto etwas besser als im Original aussah, oder vom neuen Auto der Rüdenhäuser Feuerwehr, das jede Menge Tücken aufwies, wusste der Prediger zu berichten. Dazu hatte er manch andere Anekdoten, die für viel Erheiterung sorgten.

Zum zwölften Mal dabei

Der Kirchweih-Montag gehörte den Schlosstänzern. Ab 13 Uhr startete der Zug durch den Ort, den diesmal der neue Barthelträger Patrick Stadler anführte. Jedes Mädchen wird von den Herren und der Musik extra abgeholt. Zehn Tanzpaare zogen vor das Schloss, wo pro Paar jeweils eine Runde um den Kranz mit den bunten Bändern getanzt wurde. Der Reihe nach erhielt jedes Paar ein Geschenk vom Fürsten.

Die Modalitäten von einst werden nach wie vor eingehalten. Mitmachen dürfen nur Personen, die unverheiratet sind und ihren Wohnsitz in Rüdenhausen haben. Am Vormittag hatte der Fürst die Burschen schon zur Weinprobe ins Schloss geladen. Gegen 13 Uhr holten sie dann ihre Mädchen ab. Jeder Partner darf nur ein Jahr mit seiner Tänzerin ins Schloss ziehen, danach muss er sich eine neue organisieren. Die Damen müssen bei der Premiere 15 Jahre alt sein, bei den Männern darf man ab 16 Jahre mitmachen. Ältester Schlosstänzer war diesmal Tobias Maier, der bereits zum zwölften Mal teilnahm.

Sind die Runden vorbei, folgt der Auszug aus dem Schloss. Am Abend putzt die Tänzerin ihrem Begleiter die Schuhe. Später werden die Männer im Haus der Familie ihrer Tänzerin zum Essen eingeladen. Ihre Premiere feierten Nadine Politzki, Elea Riedel, Linda Stadler, Anne Winter und Johannes Paul. Die fünf machten erstmals beim Schlosstanz mit. Zum Abschluss des Montags fand der Kirchweih-Tanz in der Turnhalle statt. Am heutigen Dienstag zieht die Bürgerwehr aus. Antreten ist um 12.30 Uhr am Rathaus, wo Bürgerhauptmann Leo Neubert mit den Männern in Frack und Zylinder zum Schloss zieht. Anschließend folgt das Schießen, ehe die Rüdenhäuser Kerm mit dem Bürgerball ausklingt.

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