Geiselwind

Nachwuchs im Geiselwinder Freizeit-Land

Bei den Geierperlhühnern hat's nicht geklappt. Ansonsten aber gilt: Egal wo man im Geiselwinder Freizeit-Land hinschaut – es gibt fast überall Nachwuchs.
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Nachwuchs bei Familie Stachelschwein: Das Jungtier links wurde am 6. April geboren. Ein weiteres Tier – das sich aber gut versteckt – kam am 2. Juni zur Welt.
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Bei den Geierperlhühnern hat's nicht geklappt. Vielleicht war es zu warm. Womöglich war sich das Paar auch nicht grün. Aus welchem Grund auch immer – in diesem Jahr reichte es nicht für Nachwuchs. Das Geierperlhuhn-Paar ist damit eher die Ausnahme im Geiselwinder Freizeit-Land: Egal wo man hinschaut – es gibt fast überall Nachwuchs.

Zeit für die Affenfütterung. Zweimal am Tag – um 11.30 und 15.30 Uhr – gibt es eine öffentliche Vorführung. Die eine oder andere Leckerei ist natürlich auch dabei – weshalb gerade die Jungaffen besonders dreist sind und das Kontrollieren der mitgebrachten Eimer mit der Verpflegung kurzerhand selber in die Hand nehmen. Eher zurückhaltend sind die Mütter mit ihren Neugeborenen: Fünf Baby-Affen hat die etwa 50-köpfige Berberaffen-Kolonie im Moment. Deren Lieblingsbeschäftigung: Bei Mutti auf dem Rücken reiten und mit großen Augen staunend die Welt anschauen.

Affen als Diebe

Früher konnten die Besucher sogar selber durch die Affenkolonie laufen – bis sich die Diebstähle häuften. So wie die jüngeren Tiere jetzt bei der Fütterung selbst Hand anlegen, erleichterten sie gerne auch mal die Besucher. Besonders gerne genommen: Handtaschen, die es – wenn überhaupt – in Einzelteile zerlegt zurückgab. Seit ein paar Jahren schauen die Parkbesucher deshalb aus sicherer Entfernung zu, wenn die Tierpfleger Birgit Scheuring oder Martin Wirsching zur Fütterung schreiten und dabei auch genau hinschauen, wie es den Jungtieren geht.

Am liebsten in den Beutel

Ein paar Meter weiter bei den Maras liegt das Jungtier faul in der Mittagssonne und dreht allen den Hintern zu. Schräg gegenüber sieht die Sache ganz anders aus: Die fünf Kängurus haben zwei Jungtiere, die nicht von der Seite der Mütter weichen und den Eindruck vermitteln – wenn sie nicht schon so groß wären – am liebsten wieder in den Beutel hüpfen zu wollen.

Tiernachwuchs gibt es aktuell an vielen Ecken des 400 000 Quadratmeter großen Parks zu bestaunen. Im Streichelzoo warten junge Ziegen darauf, ihre Schmuseeinheiten zu bekommen. Bei den Stachelschweinen gab es Anfang April und Anfang Juni Nachwuchs – der sich allerdings eher von seiner scheuen Seite zeigt.

Offensiver zeigen sich dagegen die Jung-Pfaue. Gleich mehrere Tiere dürfen sich frei im Park bewegen. Eine Pfauen-Mutter hat nur ein Jungtier im Schlepptau – was immer mit den anderen passiert ist. Ihre Kinder noch zusammen hat eine andere ebenso fröhliche wie ungewöhnliche Kombination: Einer Glucke wurden fünf Pfauen-Eier untergeschoben.

Alle haben den Sprung ins Leben geschafft und scharren angeregt in der Erde – aufmerksam beobachtet von der Mutter-Glucke.

Mehrere hundert Tiere dürften im Park leben – so genau wissen das selbst die Tierpfleger nicht. Allein die Zahl der Sittiche liegt bei 80. Dazu kommen beispielsweise noch Zwerg-Ponys, Störche und die Bewohner der Freiflugvolieren sowie Flamingos, die demnächst an ihrer angestammten Stelle im Park ein schickes, neues Winterquartier bekommen und in der kalten Jahreszeit nicht mehr ausquartiert werden müssen.

Mit exotischen Vögeln fing's an

Was immer weniger wissen: Das Freizeit-Land fing 1969 zunächst als reiner Vogel- und später dann Tierpark an, gegründet von Ernst Mensinger, dem damals auch der Wildpark in Bad Mergentheim gehörte. Im Mittellpunkt standen seinerzeit exotische Vogelarten. Die Affen gesellten sich 1972 dazu. Bis Mitte der 80er Jahre firmierte die Anlage unter Vogel-Pony-Märchen-Park. Anfang der 1980er Jahre wurde ein Zirkuszelt angeschafft. Das erste Fahrgeschäft kam 1985 in den Park.

Eine lange Geschichte, die im kommenden Jahr zum 50. Geburtstag sicher noch öfter und ausführlicher erzählt werden dürfte. Und bis dahin hat sich dann vielleicht auch geklärt, ob's bei den Geierperlhühnern endlich wieder mit Nachwuchs hinhaut.

Freizeit-Land Geiselwind

Lage: Direkt an der A3 zwischen Würzburg und Nürnberg. Der Park umfasst 400 000 Quadratmeter.

Geschichte: Parkbetreiber ist Matthias Mölter. Er kaufte den Park Anfang 2017 von der Gründerfamilie Mensinger. Die Anlage umfasst mehrere Themenbereiche wie das Safari-Land und das Horror-Land. Die vielfältige Tierwelt des Parkes wird neuerdings auch unter dem Themenbereich Tuki-Land zusammengefasst. Eintritt: Besucher unter 1,10 Meter freier Eintritt, ab 1,10 Meter 23,50 Euro und ab 1,40 Meter 29,50 Euro.

Weitere Infos: www.freizeit-land.de, Tel. (0 95 56) 9 21 10, Mail: info@freizeit-land.de.

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