PRICHSENSTADT

Nachwehen der abgebrochenen Bürgerversammlung

Die am Mittwochabend abgebrochene Bürgerversammlung (BV) war auch ein Thema in der Stadtratssitzung am Donnerstagabend in Prichsenstadt. Auf Bitte von Helmut Hümmer (FBG), der selbst anwesend gewesen war, lieferte Bürgermeister René Schlehr eine Zusammenfassung der zweistündigen Versammlung.
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Prichsenstadt Westtor Stadttor
Prichsenstadt Westtor Stadttor Foto: Hans Rössert

Die am Mittwochabend abgebrochene Bürgerversammlung (BV) war auch ein Thema in der Stadtratssitzung am Donnerstagabend in Prichsenstadt. Auf Bitte von Helmut Hümmer (FBG), der selbst anwesend gewesen war, lieferte Bürgermeister René Schlehr eine Zusammenfassung der zweistündigen Versammlung. Die hatte das Ziel, die Bürger über die Hintergründe des am Sonntag anstehenden Bürgerentscheids über die Abwasserkanäle der Altstadt zu informieren (wir berichteten).

Eine Stunde lang, so befand Schlehr, sei die Versammlung sehr informativ gewesen, weil er und Geschäftsleiter Jens Reuß darüber gesprochen hatten, über was die Bürger bei dem Entscheid zur Sanierung der Kanäle in der Altstadt abstimmen dürfen. Zur Abstimmung stehen dabei das Bürgerbegehren, das eine Kanalsanierung per Inlinerverfahren fordert, und das Ratsbegehren mit einem Kanalneubau.

Leider, so Schlehr, seien zu wenig Zuhörer in die TSV-Halle gekommen, er hätte mit wesentlich mehr gerechnet und hoffe auf mehr Zuhörer in der zweiten Bürgerversammlung in Stadelschwarzach. „Wir waren in unseren Ausführungen absolut wertfrei und neutral, und mein Herr Reuß hat das eigentliche Wahlverfahren vorgestellt“, so Schlehr.

„Ich habe den Eindruck, als wenn man seitens der BI gar nicht mit uns reden will“.
René Schlehr Prichsenstadter Bürgermeister

In der zweiten Stunde seien allerdings seitens der Bürgerinitiative (BI) „Weg mit dem Kanal- und Straßenwahn in SKF“ all die Argumente vorgebracht worden, die schon „fünfundzwanzig Mal im Rat diskutiert worden waren, alles ohne Mehrwert“, wie der Bürgermeister betonte.

Das Problem mit dem Kanal sei nicht wegdiskutierbar, so Schlehr, „allerdings kann man es auch totdiskutieren“. Er habe an dem Abend wertfrei und neutral informiert und sich auch der Diskussion gestellt, „bis zum Vorwurf von BI-Sprecher Werner Reuß, der tatsächlich behauptet hat, wir würden sechs verschiedene Wahlzettel in Umlauf bringen mit sechs unterschiedlichen Versionen der Fragestellung. Auf so etwas lassen wir uns nicht im Geringsten ein, das wäre nämlich eine Straftat.“

Wegen dieses Vorwurfes habe er auch die Bürgerversammlung abgebrochen. „Ich habe den Eindruck, als wenn man seitens der BI gar nicht mit uns reden will“, sagte er, „die ganze Sache ist total verfahren, es geht nur noch um Recht haben und Recht bekommen.“ Dennoch will er sich nicht „aus der Spur bringen und zu Handlungen verleiten lassen, die ich später bereuen könnte“. Hümmer bestärkte ihn in diesem Ansinnen: „Wir sollten weiterhin mit den Bürgern reden.“

Weiterhin ging es in der Sitzung um folgenden Punkt:

Rainer Müller aus Altenschönbach hatte beim Rat einen Antrag auf einen Vorbescheid auf den Neubau einer kleinen Biogasanlage gestellt. Die geplante Anlage liegt außerhalb des kleinen Ortes, bis zu den nächsten Wohnhäusern sind es 120 Meter Entfernung.

Der Landwirt will den von seinen Tieren produzierten Mist und die Gülle für diese Biogasanlage verwenden und die gewonnene Energie teils ins öffentliche Stromnetz einspeisen sowie mit der entstehenden Wärme sein Anwesen heizen.

Der Bürgermeister begrüßte das Ansinnen des Landwirtes, zumal er auch nur sehr wenig Geruchsbelästigung von der Biogasanlage erwartet. „Müller will den entstandenen Mist nicht auf seinem Hof lagern, sondern sofort in der Anlage verwerten, es wird also kaum stinken“, so sein Argument.

Mit der endgültigen Entscheidung, ob der Landwirt die Anlage betreiben darf, befasst sich das Landratsamt Kitzingen. Weil kein Ratsmitglied Einwände erhob, stimmte das Gremium einstimmig für diesen Antrag.

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