KITZINGEN

Nachbarstreit endet vor Gericht

Die 48-Jährige hat ein Problem: Ihr gehen zu oft die Nerven durch. Weshalb es letztlich nur eine Frage der Zeit war, bis die Frau Bekanntschaft mit der Justiz machen würde.
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justice Foto: liveostockimages (iStockphoto)

Die 48-Jährige hat ein Problem: Ihr gehen zu oft die Nerven durch. Sich im Zaum zu halten – irgendwie will das nicht so recht funktionieren. Weshalb es letztlich nur eine Frage der Zeit war, bis die Frau Bekanntschaft mit der Justiz machen würde. Zweimal schon fing sich die 48-Jährige Geldstrafen wegen Beleidigungen ein, über 1000 Euro musste sie bereits zahlen, weil sie nicht an sich halten konnte.

Gelernt hat die Hartz-IV-Empfängerin daraus herzlich wenig. Zwischen der letzten Strafe im April dieses Jahres und einem weiteren Vorfall Ende Juni lagen gerade einmal zwei Monate. Nicht nur das, die Dinge steigern sich sogar noch: Der neue Fall geht weit über das Beleidigen hinaus, diesmal wird die Angeklagte auch noch handgreiflich.

Es ist ein schöner Tag Ende Mai in einer Kitzinger Wohnsiedlung. Vor dem Wohnblock wird ein wenig gegrillt, was der 48-Jährigen scheinbar missfällt.

„Mit Geldstrafen nicht zu erreichen.“
Die Staatsanwaltschaft über die Angeklagte

Ihren Unmut äußert sie zunächst vom Balkon aus, von wo aus sie über die grillende Nachbarin vor dem Haus herzieht und dabei auch das Wort „Schlampe“ fallen lässt.

Es ist nicht das erste Wortgefecht: Die Damen streiten schon länger. Man ist sich spinnefeind, kann sich nicht riechen. Wie weit die atmosphärischen Störungen reichen, zeigt ein etwas länger zurückliegender Vorfall, der ebenfalls mit angeklagt ist: Damals stand der 48-Jährigen das Fahrrad der verhassten Nachbarin im Treppenhaus im Weg. Was dazu führte, dass das Rad im hohen Bogen die Treppe runtergeworfen wurde und Schaden an der Gangschaltung davontrug.

Zurück zu der Grill-Szene: Die Beleidigungen von der Wohnung aus reichten der 48-Jährigen an diesem Tag irgendwie nicht. Weshalb sie wenig später vor dem Haus auftauchte, auf ihre Nachbarin zulief und ihr einen Faustschlag versetzte. So steht es in der Anklageschrift. Die Frau selber stellt die Dinge etwas anders dar: Sie habe die Nachbarin lediglich am Schlafittchen gepackt und geschubst.

Das Opfer, das auf einer Biergarnitur-Bank saß, kippte daraufhin nach hinten weg, krachte auf den dazugehörigen Tisch, der seinerseits dann umfiel.

Die Folgen für das Opfer: Prellungen und Kopfschmerzen. Zudem wurde die Tochter der Frau, die ebenfalls auf der Bank saß, mit umgerissen und am Arm verletzt.

Während die Staatsanwaltschaft die Angeklagte gerne sechs Monate im Gefängnis gesehen hätte, weil sie „mit Geldstrafen nicht zu erreichen“ sei, entscheidet sich Strafrichter Bernhard Böhm für vier Monate, die zu zwei Jahren Bewährung ausgesetzt werden. Man habe es hier mit „sozialschädlichem Verhalten“ zu tun. Und weil die Angeklagte es „scheinbar nicht kapieren“ will, bekommt sie die Folgen ihres Tuns auch noch in Form von 30 Stunden sozialen Hilfsdiensten zu spüren.

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