Volkach

Nachbarschaftshilfe arbeitet unter dem Dach der Sozialstation

Die Volkacher Nachbarschaftshilfe „Eine Stunde Zeit“ feierte ihr 20-jähriges Bestehen und stellte die neue Leitung der Gruppe vor.
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Karola Rennert (rechts), stellvertretende Pflegedienstleiterin der Sozialstation Volkach, übernahm bei der Jubiläumsfeier von "Eine Stunde Zeit" die Leitung von Wiltrud Klapheck (links). In der Mitte die Begleiterin Katrin Anger von der Gemeindecaritas Kitzingen. Foto: Josef Gerspitzer
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Eine Stunde Zeit pro Woche für Menschen opfern,  die gerade Hilfe brauchen: Die Volkacher Nachbarschaftshilfe feierte  am vergangenen Freitag ihr 20-jähriges Bestehen. Neben dem Rückblick mit Bildern und Musik gab es zahlreiche Grußworte zum großen Tag. Wiltrud Klapheck, die Vereinsvorsitzende der vergangenen zehn Jahre, sprach von Höhen und Tiefen, vor allem aber von einem sehr guten Zusammenhalt der derzeit 30 Mitglieder.

Katrin Anger von der Gemeindecaritas Kitzingen, die seit 2004 die Gruppe begleitet, sprach mit Klapheck über die vielseitigen Aufgaben des Vereins. Dabei wurde deutlich, dass die Helfer von "Eine Stunde Zeit" anfangs ehrenamtlich und ohne eine Ausbildung viele Herausforderungen gemeistert haben, die heute von qualifizierten Ehrenamtlichen oder hauptamtlichen Kräften erledigt werden und die weit über eine Stunde pro Woche hinausgehen.

Zeit ist ein wertvolles Gut

Zeit, das formulierten alle Redner, sei das Wertvollste, was Menschen hätten und verschenken könnten. Bürgermeister Peter Kornell würdigte die soziale Leistung, durch die die Lebensqualität für die Bewohner der Stadt erheblich wachse. Als Dank überreichte Kornell einen Blumenstrauß an Wiltrud Klapheck für den ganzen Verein. Hier schloss sich Paul Greubel an, Geschäftsführer des Kreiscaritasverbandes, mit einer Würdigung für die Gründerin Ute Schmidt, die bis 2009 Vorsitzende war und für  Wiltrud Klapheck, die diese Aufgabe vor zehn Jahren kurz nach dem Abschluss ihrer Ausbildung als Altersberaterin übernommen hatte.

Ute Schmidt berichtete von den Anfängen. Sie hatte 1999 die Idee zu dieser Nachbarschaftshilfe. Es habe schon vorher eine ehrenamtliche Gruppe für soziale Hilfe gegeben. Doch die meisten Helfer seien „ausgebrannt“ und in ihrer sozialen Aufgabe völlig überlastet gewesen. Die Beschränkung auf eine Stunde pro Woche sei daher ein Schutz für sich selbst gewesen. So konnten wiederum neue Kräfte freigesetzt werden. Ute Schmidt war die Erste im Landkreis Kitzingen, die diese Initiative ergriff.

„Eine Stunde Zeit füreinander“ entstand damals deutschlandweit an vielen Orten und breitete sich immer weiter aus. Heute, so Landrätin Tamara Bischof, gebe es im Landkreis Kitzingen zwölf solche Gruppen. Vor wenigen Monaten kam erst die neue Initiative in Fahr dazu.

Abschied von Wiltrud Klapheck

Schließlich stand auf dem Programm die Verabschiedung von Wiltrud Klapheck. Viele Jahre traf man sich in der Gartenstraße. Die Räume wurden durch den Krankenpflegeverein Volkach finanziert. Seit einem Jahr treffen sich die Mitarbeiter in den Räumen der Sozialstation Volkach in der Engertstraße. Viele Eine-Stunde-Zeit-Mitarbeiter sind auch „Alltagsbegleiter“ bei der Sozialstation. So ergab sich eine noch intensivere Zusammenarbeit.

Nach dem altersbedingten Rückzug von Wiltrud Klapheck übernimmt nun Karola Rennert, die stellvertretende Pflegedienstleiterin der Sozialstaiton, die Leitung des Vereins. Die Koordination wird im Wesentlichen von den Ehrenamtlichen, von der Tochter der bisherigen Vorsitzenden, Stephanie Klapheck, und ihrem Team geleistet.

Die Nachbarschaftshilfe ist erreichbar unter der weiter bestehenden Telefonnummer (0160) 98 74 90 77.

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