Rödelsee

Nach fast 29 Jahren: Walter Fuhrmann verlässt Gemeinderat

Der Nachrücker in den Rödelseer Gemeinderat steht noch nicht fest - Gremium holt Losentscheid nach.
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Walter Fuhrmann, bekannt vor allem auch als Organisator der Christkindles-Werkstätten (im BIld), hört nach fast 29 Jahren als Rödelseer Gemeinderat auf. Foto: Gerhard Krämer

Nach fast 29 Jahren der Mitarbeit im Gemeinderat von Rödelsee legte Walter Fuhrmann zum Jahresende sein Mandat nieder. In seiner ersten Sitzung im neuen Jahr entsprach nun der Gemeinderat diesem Wunsch und entband den langjährigen Gemeinderat vom Amt. Wer für die Freien Wähler Rödelsee-Fröhstockheim, die drei Mandate haben, nachrückt, steht noch nicht fest. Es wäre dann in der laufenden Periode bereits der zweite Nachrücker dieser Liste.

Bürgermeister Burkhard Klein trug lediglich den Sachverhalt in kurzen, sachlichen Worten vor. Das Schreiben Fuhrmanns verlas er nicht. Fuhrmann selbst war auch nicht zur ersten Sitzung des Jahres auf dem Schwanberg erschienen.

Keine konstruktive Zusammenarbeit möglich

In seinem Schreiben an den Gemeinderat und den Bürgermeister, das dieser Redaktion vorliegt, teilt Walter Fuhrmann mit, dass ihm diese Entscheidung nicht leicht gefallen sei. Die sachbezogene und konstruktive Arbeit im Gemeinderat sei ihm stets eine Herzensangelegenheit gewesen und habe ihm durchaus Freude bereitet. "Zu meinem Bedauern muss ich aber leider feststellen, dass in meiner Tätigkeit als Gemeinderat keine konstruktive Zusammenarbeit mehr möglich ist", heißt es weiter.

Ein Hauch von Verbitterung

Deutlicher möchte er auch im Gespräch mit dieser Zeitung nicht werden. Die Sache sei gereift, eines sei zum anderen gekommen, vor allem durch diverse Aktionen. "Negative Aktionen", fügt er hinzu. Ein Hauch Verbitterung ist hörbar, als er nochmals betont, dass er keine Grundlage mehr für eine konstruktive Zusammenarbeit sehe. Er möchte auch keine Debatten entfesseln und sich nicht mehr mit Leuten beackern - und lässt dabei offen, wen er meint. Für ihn beginnt nun die Zeit außerhalb des Gemeinderats - nach fast 29 Jahren. Und die besteht für ihn nicht nur aus den Christkindleswerkstätten, die er seit Jahren mehr als erfolgreich organisiert.

Möglicher Nachfolger

In seinem Schreiben bittet Fuhrmann auch, für seine Nachfolge unverzüglich Sorge zu tragen. Und hier kommt ein neuer Teil dazu, der etwas Heiterkeit in die Sache bringt. Als alleiniger Listennachfolger auf dem Wahlvorschlag Freie Wähler Rödelsee-Fröhstockheim wäre der Diplom-Ingenieur Andreas Pohl an der Reihe, der schon einmal im Gemeinderat saß. Dieser wird nun "durch die Verwaltung schriftlich verständigt und aufgefordert, sich binnen zwei Wochen nach Bekanntgabe der Entscheidung des Gemeinderates schriftlich zu erklären".

Noch alles offen

Ob er das Amt annimmt, das wollte Andreas Pohl auch dieser Zeitung noch nicht verraten. Falls er dies aber nicht tut, was er ohne Gründe zu nennen mittlerweile tun darf, stieß die Verwaltung plötzlich auf ein Problem bei den Nachrückern, das sich bei der Amtsniederlegung von Gustav Tasch, dem Britta Aufmuth folgte, anscheinend noch nicht gestellt hatte.

Die beiden weiteren Bewerber, Martin Wurm und Otto Lindner, hatten nämlich die gleiche Stimmenzahl auf sich vereinen können. Doch weder in der Verwaltung noch im Archiv ist das Protokoll des Wahlausschusses derzeit laut Verwaltungsaussage auffindbar, aus dem hervorgeht, ob ein Losentscheid für die Reihung stattgefunden hat.

Losentscheid

So gab es nun in der Gemeinderatssitzung einen Losentscheid. Als Lostrommel fungierte ein großes Kerzenglas. Hinter Andreas Pohl stehen nun offiziell Otto Lindner und Martin Wurm als Nachrücker. Fall Andreas Pohl nämlich Nein sagt, würde dann Otto Lindner gefragt. Denn in der Februarsitzung möchte Klein das Gremium wieder komplett haben.

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