STADELSCHWARZACH

Nach dem Sturm: Dank in der Kirche ohne Turm

Der Sturm Fabienne hat im September über Stadelschwarzach gewütet. Die Schäden waren enorm. Dennoch gibt es Gründe, in einem Gottesdienst Danke zu sagen.
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Für das Notdach des Turmes der St. Bartholomäus-Kirche in Stadelschwarzach segnete Diakon Stefan Kleinhenz während des Dankgottesdienstes ein Kreuz, das in den nächsten Tagen durch die für die Sicherung des Daches beauftragte Firma Wagenbrenner auf dem Turm angebracht wird. Foto: Foto: Hans Rössert

Einen Dankgottesdienst und die Segnung eines Holzkreuzes, das die Turmspitze bis zum Wiederaufbau zieren soll, feierten viele Gläubige am Freitagabend in der St. Bartholomäus-Kirche in Stadelschwarzach. Dass bei dem Orkantief Fabienne am 23. September in dem pastoralem Raum rund um den keine Menschen zu Schaden kamen und dass so viele Helfer vor Ort waren, war der spontane Anlass dazu.

Viele Gottesdienstbesucher

Der Gottesdienst war gut besucht und jeder der Anwesenden wisse genau, was er zum Zeitpunkt des Sturmes getan habe. „Diese Gedanken werden die Menschen nicht vergessen“, so Dekan Peter Göttke in seiner kurzen Ansprache. Die Orgel beim Dankgottesdienst spielte der zehnjährige Christoph Schafferhans, der auch zum Zeitpunkt des Sturmes das Orgelspiel in der Kirche übte und den Sturm hautnah erlebte.

Das Kreuz als Symbol

Die Segnung des Kreuzes nahm der kürzlich zum Diakon geweihte Stefan Kleinhenz vor. Das Kreuz verbinde Himmel und Erde durch den senkrechten Balken, führe Menschen zusammen und verbinde sie wie der waagerechte Balken, so Göttke in seinen Ausführungen. Wie ein Fels, auf dem die Kirche steht, hätten sich auch die Helfer in dieser Notsituation gezeigt.

Dank allen Hilfskräften

Göttke dankte den Hilfsorganisationen, den vielen freiwilligen Helfern und auch den Firmen, die in den Tagen nach dem Orkantief alles daran setzten, dass keine weiteren Schäden an den Gebäuden entstehen konnten. Sechs Kirchen waren oder sind in diesem pastoralen Raum St. Benedikt betroffen, der sich von Mainbernheim über Großlangheim, Stadtschwarzach, Nordheim, Sommerach, Wiesentheid, Stadelschwarzach und Kirchschönbach hinwegzieht. Der Schaden an der Kirche in Stadelschwarzach ist der weitaus größte. Das errichtete Notdach am Turm wird Regen und Schnee über den Winter abhalten. Auf diesem Notdach soll das Kreuz in den nächsten Tagen angebracht werden.

Baumeister und ihre Pläne

Auf die Idee des Kreuzes ist der Würzburger Zimmermann Armin Wagenbrenner gekommen, als er für die Sicherung des Turmes gegen Regen beschäftigt war. Das Kreuz ist aus neuem Eichenholz. Die Trümmer des eingestürzten Turmes konnte man nicht verwenden, da sie noch zur Rekonstruktion des Turmes gebraucht werden, so Wagenbrenner. Pläne seien keine mehr vorhanden. Die Baumeister damals zeichneten die Umrisse auf dem Boden auf, richteten das Gebälk danach aus und kehrten sie danach wieder weg. Somit waren die Pläne verschwunden. Ein Statikerbüro wird den Turm neu berechnen, ehe es an die Ausführung gehen kann.

Schaden mit großem Ausmaß

Bis zum 23. September war die Welt in der Region Stadelschwarzach und Umgebung noch in Ordnung. Die Gegend schien gegen solche Stürme resistent zu sein. Was sich aber hier an diesem Sonntagvorabend in wenigen Minuten ereignete, konnten die Menschen kaum fassen.

Fünf Strommasten der Strecke von Grafenrheinfeld nach Raitersaich, ein Schweinemaststall in der Gemarkung Laub und zahlreiche Wohnhäuser und Hallen sind dem Sturm Fabienne zum Opfer gefallen. Mittlerweile sind Notmasten errichtet, der Strom kann wieder fließen. Der Sturm entwurzelte Bäume oder brach sie ab. Straßen mussten für einige Tage gesperrt werden, bis die Aufräumarbeiten abgeschlossen waren. Die entstandenen Schäden in den Wäldern werden Zug um Zug abgearbeitet.

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