Prichsenstadt

Nach Uhls Rücktritt führt Alexandra Martin den TSV

Nach Diskussionen um die Vermietung der TSV-Halle an die AfD war der Vorsitzende zurückgetreten. Nun folgt ein Neuanfang. Die Wahl war eine faustdicke Überraschung
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Der TSV 1861 Prichsenstadt hat wieder eine komplette Vorstandschaft. Ab nun lenken (von links) Hedwig Hehn (3. Vorsitzende), Thomas Kühnl (2. Vorsitzender) Alexandra Martin (neue Vorsitzende), Rainer Nahler-Vogt (Jugendleiter), Nicole Loebl (Schriftführerin), Simone Höfer (Kassierin) und Katja Schönberger (Jugendleiterin) die Geschicke im Verein.

Nach fast zwei Stunden Diskussion, Aufarbeiten von Vorwürfen, Absagen von Kandidaten kam schließlich der Durchbruch: Als Alexandra Martin sich für den Posten der Vereinsvorsitzenden bereit erklärte und gewählt wurde, war bei den Mitgliedern des TSV Prichsenstadt, vor allem in der Vorstandschaft, große Erleichterung zu spüren. Bis mindestens zum Frühjahr 2020 wird sie nun den größten Verein im Stadtgebiet führen.

Vorsitzende ist Justizvollzugsbeamtin

Die neue Vorsitzende ist Justizvollzugsbeamtin und wohnt seit sieben Jahren in Prichsenstadt. Sie ist Ultramarathon-Läuferin und startet für den örtlichen TSV. Vielen Mitgliedern war die neue Vorsitzende bis dato dennoch nicht bekannt. Umso größer waren die Überraschung und die Freude, als sie mit einer überwältigenden Mehrheit bei einer Gegenstimme gewählt wurde.

Lesen Sie dazu einen Kommentar von Hans Rössert.

Stellvertretender Vorsitzender Thomas Kühnl eröffnete die Versammlung und bat gleich um Verständnis, dass der langjährige ehemalige Vorsitzende Christian Friedrich die Versammlung leiten möge. Kühnl, der von sich behauptete, auf dem Gebiet noch wenig Erfahrung zu haben und auch Hedwig Hehn würden ihr Amt nur bis Jahresende bekleiden, sollte bis dahin kein Vorsitzender gefunden sein.

Vorgeschichte um Hallenvermietung an AfD

Die Vorgeschichte: Der bisherige Vorsitzende Thomas Uhl war im Sommer „aus persönlichen Gründen“ zurückgetreten. Vorangegangen war eine kontroverse öffentliche Debatte um die Tatsache, dass der TSV seine Sporthalle nach kurzer Zeit erneut für eine AfD-Veranstaltung vermietet hatte – dieses Mal war Rechtsaußen Björn Höcke Hauptredner.

Eine offene Aussprache der Mitglieder in der Versammlung, die erst zögerlich einsetzte, brachte lange keine Lösung. Alle vorgeschlagenen Kandidaten für das Amt des Vorsitzenden lehnten aus verschiedenen Gründen ab.

Appell an die Mitglieder für mehr Einsatz

Immer wieder wurde angesprochen, dass sich die Mitglieder stärker für die Belange des Vereins einsetzen müssten. Allen voran forderte Rainer Nahler-Vogt, der eine immense Jugendarbeit betreibt, die Eltern der jungen Spieler auf, Positionen im Verein zu besetzen. Immer wieder seien es die Gleichen, die sich beteiligten. Mit der Verpachtung des Wirtschaftsbetriebes müsste die Bewältigung der Aufgaben leichter fallen, da in diesem Bereich kein Personal mehr benötigt werde.



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