Kitzingen
Veranstaltung

Musiker für spannendes Projekt gesucht

Das Projekt "Lokalklang" will ganz verschiedene Musiker zusammenbringen. Teilnehmer werden gesucht.
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Erwin Rehling in seinem Element: Der begeisterte Musiker wird zusammen mit seinem Partner Fritz Moßhammer den Workshop in der Alten Synagoge halten.  Foto: Archiv Int. Akkordeonfestival Wien
Erwin Rehling in seinem Element: Der begeisterte Musiker wird zusammen mit seinem Partner Fritz Moßhammer den Workshop in der Alten Synagoge halten. Foto: Archiv Int. Akkordeonfestival Wien
Da haben sich die drei Männer ganz schön was vorgenommen: Etwas Neues soll in Kitzingen entstehen. Etwas, das noch nie da gewesen ist. Und am Besten machen ganz viele Menschen mit.
"Lokalklang" nennt sich die Aktion, die Ralph Hartner, Richard Arndt-Landbeck und Klaus Christof aus der Taufe gehoben haben. Den Stadtrat haben sie schon mal überzeugt. Der hat insgesamt 14000 Euro für die Durchführung des Projektes zur Verfügung gestellt.
Vom 12. Mai bis 20. Juli wird "Lokalklang" in 40 bayerischen Städten und Gemeinden durchgeführt. Die Frage, die dahinter steckt und in diesen Wochen zumindest zum Teil beantwortet werden soll: "Wie klingt Heimat heute?"
Ein Musikworkshop vom 2. bis 7. Juni wird in Kitzingen das Herzstück des Projektes bilden. Unter der Anleitung des renommierten Musikerduos "Hammerling" werden zwölf jugendliche Teilnehmer in der Alten Synagoge üben und sich intensiv austauschen.
Das Besondere daran: Die maximal zwölf Teilnehmer kennen sich nicht. Je zwei kommen aus den Partnerstädten Prades (Frankreich), Montevarchi (Italien) und Trebnitz (Polen). Die Musikschule in Kitzingen kann Vorschläge für die weiteren sechs Teilnehmer bringen. Wer gute Kenntnisse in einem Instrument oder bei der Stimmausbildung hat und zwischen 14 und 20 Jahre alt ist, kann sich auch selbst im Rathaus melden. "Ich würde mich freuen, wenn wir auch Asylbewerber finden, die an dem Projekt teilnehmen", erklärt Bürgermeister Klaus Christof, der die Veranstaltung ins Rollen brachte. Ein entsprechender Vorschlag beim Koordinierungstreffen der 40 Städte, die an "Lokalklang" teilnehmen, stieß jedenfalls auf ein begeistertes Echo.
Erwin Rehling wird zusammen mit seinem Partner Fritz Moßhammer den Workshop halten. Die Vorfreude auf die Arbeit ist ihm am Telefon anzuhören. "Das wird sicher ganz spannend und schön", sagt der Percussionist und Regisseur. Sein Wunsch: Jeder Teilnehmer des Workshops bringt seine eigene Kultur ein und verliert dabei die Scheu vor der Kultur des anderen. Das Ergebnis der Arbeit soll dann einem breiten Publikum präsentiert werden. "Es soll ernsthaft zugehen", formuliert er seine Ziele. "Aber die Teilnehmer sollen sich über ihre kulturellen Grenzen hinweg auch mit viel Spaß austauschen."
Der Workshop ist das Herzstück des Projektes "Lokalklang" in Kitzingen. Aber längst nicht alles. Zusätzlich hat der Stadtrat 5000 Euro für weitere Veranstaltungen zur Verfügung gestellt. Wohin die genau fließen, steht noch nicht fest. "Wir sind noch mitten in der Ideenfindung", sagt Hartner. Er setzt dabei auch auf die Kreativität der Kitzinger Chöre, Orchester und sonstigen Musikschaffenden. Hartner hat die Verantwortlichen angeschrieben und bereits positive Rückmeldungen von so unterschiedlichen Gruppen wie dem Dreiklang aus Wiesenbronn, Tänzer Adem Can aus Kitzingen und Tourismus-Leiter Walter Vierrether erhalten. Letzterer will seinen Hofrat-Rap zum Besten geben. "Schön wären natürlich gemeinsame Aktionen", erklärt Arndt-Landbeck von der Volkshochschule. Sein Wunsch: "Das Projekt soll für Kitzingen stehen und etwas ganz Besonderes sein."
Auch Klaus Christof ruft Chorleiter, Dirigenten und alle, die mit Leidenschaft musizieren zum Experimentieren und Mitmachen auf. "Es soll dabei aber nicht einfach etwas Herkömmliches umetikettiert werden", hofft er. Stattdessen wären ungewöhnliche Arrangements und Zusammenarbeiten erfreulich. Erste Ideen sind schon im Rathaus eingegangen: Die Stadtbücherei hat sich beispielsweise mit der Grundschule Siedlung zusammengetan, die Musikschule überlegt, ob sie ihr Musical im kommenden Jahr bewusst einem afrikanischen Thema widmet und Ralph Hartner kann sich vorstellen, dass Big Band und a-capella-Sänger einmal zusammen etwas auf die Beine stellen.
Wie und wo die einzelnen Gruppen ihre Arbeit präsentieren, steht noch nicht fest. Auch da sind Einfallsreichtum und Kreativität Trumpf. Von Open-Air-Auftritten im Rahmen des Kitzinger Sommers bis hin zu einem Konzert auf dem Fahrgastschiff ist vieles denkbar.
Am Ende des Projektes soll jedenfalls eine Antwort gefunden sein, wie Kitzingen im Jahr 2013 klingt. Klingt spannend.

Info:
Workshop: Wer vom 2. bis 7. Juni am Workshop mit dem Duo Hammerling teilnehmen will, kann sich bis Ende des Jahres im Rathaus Kitzingen, Tel. 09321/201001 melden. Eine gewisse Vorbildung mit einem Instrument oder der Stimme ist gewünscht. Die Teilnehmer sollten zwischen 14 und 20 Jahre alt sein.

Weitere Veranstaltungen:
Chöre, Bands, Dirigenten und alle, die mit Leidenschaft musizieren können am Projekt "Lokalklang" teilnehmen. Kontaktaufnahme mit dem Rathaus bis zum 30. November unter Tel. 09321/201001.

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