KITZINGEN

Museumsverein sagt leise Servus

Still und leise nimmt eine kulturelle Institution Abschied von der Stadt Kitzingen, wo sie unübersehbare Zeichen gesetzt hat: Der Verein der „Freunde und Förderer des Museums Kitzingen“ wird zum Jahresende aufgelöst. Elf Jahre lang bestand der Zusammenschluss, der laut seinem Mitgründer und Vorsitzenden, Prof. Klaus Arnold, zuletzt 60 Mitglieder hatte.
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Vermächtnis: Die Plastik „Richtungswechsel“ des Künstlers Kurt Grimm auf dem Kitzinger Landwehrplatz gehört zum Erbe des Museumsvereins, der sich jetzt auflöst. Foto: Foto: KlaUS aRNOLD

Still und leise nimmt eine kulturelle Institution Abschied von der Stadt Kitzingen, wo sie unübersehbare Zeichen gesetzt hat: Der Verein der „Freunde und Förderer des Museums Kitzingen“ wird zum Jahresende aufgelöst. Elf Jahre lang bestand der Zusammenschluss, der laut seinem Mitgründer und Vorsitzenden, Prof. Klaus Arnold, zuletzt 60 Mitglieder hatte.

Das Abtreten von der kulturellen Bühne Kitzingens ist laut dem Historiker Arnold – bei einem Pressegespräch – nicht von irgendeinem negativen Beigeschmack behaftet. Eher im Gegenteil: Der Verein habe seine erklärten Ziele erreicht. Das Haus in der Landwehrstraße 29, in dem seit 2009 das Stadtmuseum und das Stadtarchiv residieren, sei erhalten geblieben. Beide Kultureinrichtungen hätten nun eine gute räumliche Heimat. Das Museum stehe inzwischen „auf eigenen Füßen“.

Dass 19 der rund 60 Mitglieder Ende Juli die Selbstauflösung beschlossen, habe noch einen zweiten Grund, der heutzutage viele Vereine in Nöte bringt: die Überalterung des Vorstands und seiner Mitglieder. Dem Verein fehle schlicht der Nachwuchs, sagt Arnold.

Das Vermächtnis

Das Erbe des Vereins ist teilweise unübersehbar. Einmal das Stadtmuseum, für dessen „Rettung“ sich der Zusammenschluss stark gemacht hatte. Größter „finanzieller Brocken“ war zuletzt die Finanzierung der Plastik „Richtungswechsel“ von Kurt Grimm auf dem Landwehrplatz, die nach einer Museumsausstellung 2009/2010 erworben wurde. Was sonst noch an Geld übrig ist, geht laut Arnold an die Stadt – mit der Maßgabe, die Mittel in den zweiten Band der „Kitzinger Ansichten“ zu stecken.

Die zwei Bände und die ihnen vorausgegangenen Postkarten-Ausstellungen – in Kooperation mit dem Stadtarchiv – gehören mit zum Vermächtnis des Vereins. Der hat in Arnolds Rückblick vieles geleistet: Von der Förderung der Museumsarbeit (Übernahme der Aufsicht), Zuschüssen zum Ankauf von musealen Objekten, Kauf von Hinweisfahnen, über historische Vorträge bis hin zu jährlichen Studienfahrten reichte das Spektrum.

Gründer des Vereins waren Arnold und der Bildhauer Klaus Rother. Nach dessen Tod, 2003, übernahm Marianne Bischof das Amt der stellvertretenden Vorsitzenden. Von Anfang an dabei, als Schriftführerin und Kassenwartin, waren Karin Böhm und Inge Rother.

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