KITZINGEN

Müller fordert Solidarität

Das war ein eindringlicher Appell von Kitzingens Oberbürgermeister Siegfried Müller an seine Bürgermeisterkollegen im Landkreis: Solidarität in der Flüchtlingsfrage üben.
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(huGO-ID: 29779848) Empfang: Flüchtlinge und ehrenamtliche Helfer beim Empfang der Stadt Kitzingen. FOTO Robert Haaß

Das war schon ein eindringlicher Appell von Kitzingens Oberbürgermeister Siegfried Müller an seine Bürgermeisterkollegen im Landkreis: Solidarität in der Flüchtlingsfrage üben. Denn, so war am Donnerstag in der Bürgermeisterdienstbesprechung deutlich geworden: Von den 31 Gemeinden im Landkreis haben zwölf noch keine Flüchtlinge in ihren Gemeindegrenzen aufgenommen. Was auf EU-Ebene, oder zwischen den Bundesländern gelte, nämlich eine gleichmäßige Verteilung der Flüchtlinge, das gelte auch im Landkreis.

Hohe Hemmschwelle

Anlass für den Appell Müllers war der Empfang für Flüchtlinge am Samstagvormittag in der Rathaushalle. Es dauerte ein wenig, bis sich das Gewölbe im Erdgeschoss so nach und nach mit den ehrenamtlichen Helfern und den Menschen aus den Notgebieten der Erde füllte. Für den einen oder anderen schien die Hemmschwelle doch ein wenig hoch. Zudem ist Opferfest, eine der höchsten religiösen Feste des Islam.

Obst, Gemüse und Brot waren im Rathaus für den Empfang vorbereitet, Frauen des türkisch islamischen Kulturvereins hatten Tee gekocht, Mappen mit der Rede des OB in deutsch, englisch, russisch und arabisch, einem Stadtplan mit wichtigen Anlaufstellen, Telefonnummern und Informationen des Kitzinger Integrationsbeirats lagen bereit. Dazu gab es einen Gutschein für einen Leseausweis der Stadtbücherei.

Erfreulich kurz die Rede Müllers, die auch nur in Auszügen übersetzt wurde, da ja schriftlich vorliegend. Er begrüßte die Flüchtlinge mit dem Hinweis auf Artikel 16 des Grundgesetztes: „Politisch Verfolgte genießen Asylrecht.“ Mit nur vier Worten ist eines der wesentlichen Grundrechte formuliert. Angesichts der großen Flüchtlingszahl in den vergangenen Monaten und der Hilfsbereitschaft der Bevölkerung sagte Müller: „Der Staat alleine wäre hier völlig überfordert und so bin ich stolz und glücklich, dass es auch hier in Kitzingen wie überall Menschen gibt, die um Ihre Not wissen, die nicht lange fragen, sondern einfach helfen, wo Hilfe so dringend nötig ist.“

Zwar könnten wir die Not und das Leid nicht ungeschehen machen, aber Sicherheit und Freiheit in einer Gesellschaft bieten, in der die Würde des Menschen unantastbar ist. Gleichzeitig bat Müller eindringlich darum, offen für unsere Sprache, unsere Kultur und Werte zu sein, „denn nur dann kann eine Integration gelingen“. „Und dann bin ich mir auch sicher, dass wir es gemeinsam schaffen können – zum Wohle aller.“

Am Ende gab es für die Kinder einen Gutschein für eine kleine Portion Eis und Stadtführungen in Deutsch mit Dolmetscher.

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