Wiesenbronn

Mögliche Bauüberreste aus dem Mittelalter

Für das von der Familie Opfermann erworbene Grundstück der Gemeinde in der Ortsmitte wird es eine vorbereitende archäologische Untersuchung geben.
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Wiesenbronn

Für das von der Familie Opfermann erworbene Grundstück der Gemeinde in der Ortsmitte wird es eine vorbereitende archäologische Untersuchung geben, im Fachjargon als „Prospektion“ bezeichnet. Das beschloss der Gemeinderat in der Sitzung am Dienstagabend einstimmig. Mit dieser Prospektion solle zunächst ohne Bodeneingriff geklärt werden, ob auf dem Grundstück mit relevanten archäologischen Funden zu rechnen ist, erklärte Ratsmitglied Reinhard Hüßner in einem Schreiben im Vorfeld.

Bei möglichen Funden gebe es Hilfe von der LMU

„Sollte das Projekt keine positiven Ergebnisse zeigen, wären weitere Untersuchungen im Rahmen einer Baumaßnahme nicht erforderlich“, erklärte Hüßner weiter. Würden sich Funde abzeichnen, habe sich Bernd Päffgen vom vor- und frühgeschichtlichen Institut der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) dazu bereit erklärt, die erforderlichen Grabungen im Rahmen einer universitären Grabung durchzuführen. „Mit einer solchen könnten alle bei der Prospektion festgestellten archäologischen Befunde geborgen und dokumentiert werden und eine spätere Bebauung des Geländes wäre ohne zusätzliche Kosten möglich“, lautete die weitere Information.

In der Ratssitzung lag das Angebot der Firma Posselt & Zickgraf Prospektionen GbR (Marburg) vor, in dem als Ziel der Maßnahme die Lokalisierung von unterirdischen Strukturen einer mittelalterlichen Befestigung genannt wird. „Da sich unterirdische Relikte ehemaliger Befestigungen meist zuverlässig mittels Bodenradar- und Magnetometerprospektion lokalisieren lassen, schlagen wir diese Methodenkombination vor“, steht im Angebot der Firma, das sich auf 4 658 Euro beläuft. Der Bezirk würde 20 Prozent der Kosten beisteuern und der Landkreis 15, so dass die Gemeinde gut 3 000 Euro zahlen müsste.

Spuren der Bebauungen aus dem Mittelalter seien zu vermuten

Bürgermeisterin Doris Paul konnte sich Helfer vom Bauhof bei der Prospektion vorstellen und begrüßte das Unternehmen: „Wenn die Möglichkeit besteht, dann ist es gut, in den Untergrund zu schauen und wenn nötig, eine sachgerechte Dokumentation durchzuführen“. Anton Hell wollte wissen, ob es schon Kenntnisse darüber gebe, „ob da was sein könnte“. Hüßner sagte dazu, dass Spuren der Bebauung aus dem Mittelalter zu vermuten seien, „und wenn das Grundstück bebaut wird, würden eh Untersuchungen notwendig“.

Mit Vertretern der Elektrofirma Bräutigam war die Bürgermeisterin in Sachen Stromanschlüssen der Gemeinde im Seegarten, Kläranlage und ehemaligem Lehrerwohnhaus unterwegs, in dem veraltete Anschlüsse und ein alter Stromzähler vorhanden sind. Im Rat einige man sich darauf, dass vor der Auftragsvergabe noch ein weiteres Angebot eingeholt wird.

Wie schon in der Ratssitzung im Mai besprochen, wird sich die Gemeinde nach einstimmigem Beschluss des Rates nicht um den Standort für eine Umweltstation des Landkreises bewerben, da nach Meinung der Ratsmitglieder das Projekt doch eine Nummer zu groß sei. Einstimmig befürwortet wurde die Schuldendienstübernahme der Gemeinde für ein Darlehen des Sportvereins in Höhe von 150 000 Euro für einen Zeitraum von zehn Jahren.

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