Prichsenstadt

Mittelaltermarkt in Prichsenstadt: Von Wahrsagern und Rittern

Wie haben unsere Vorfahren gelebt um 1000 nach Christus? In Prichsenstadt wurde am Wochenende die Zeit zurückgedreht.
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Händler "Wolf" in seinem Verkaufsstand mit seltenen Düften Foto: Hanns Strecker
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"Händler, Pfaffen, Weybersvolk, Krieger und der Rest von Prichsenstadt – kommt her und schaut euch unser Kampftheater an!" Ein grimmig schauender, martialisch in schwarz gekleideter Kämpfer lud mit grollender Stimme das Publikum am Rande eines original nachgestellten mittelalterichen Lagers ein, um Kampfszenen mit Schwert und Schild zu sehen.

Wem dies dann doch mit seiner Familie zu grausam war, der konnte in dem riesen Lager am Ortsrand auch anderes Leben aus der damaligen Zeit bestaunen. Volker Mehlert, der Vorsitzende des Vereins "Alt Prichesenstadt", hatte hier zusammen mit seiner Vertreterin Ursula Reisinger ein gelungenes Fest organisiert. "Es ist der dritte Mittelaltermarkt hier in der Stadt, der alle zwei Jahre stattfindet", erklärt er stolz. "Aus ganz Deutschland reisen mittlerweile die Darsteller an!"

In der "Warsagerey" sitzt "Maccarius von Geldersdorf" und gibt geheimnisvoll Kunden Einblicke in die Zukunft. Er wohnt das Wochenende mit seiner Frau und der vierjährigen Hanna in einem Zelt."Wir haben im Raum Coburg eine Hypnosepraxis. Dieses Leben heute ist unser Hobby. Wir haben einen riesen Spaß damit!" Nebenan hat ein Wanderhändler seinen Stand aufgebaut. "Wolf" verkauft Holzkugen mit natürlichen ätherischen Ölen, unter anderem "Patchouli" , dem Parfüm der Frauen aus der früheren Zeit.

Kunst des Ritterkampfes

Sportlich wurde es bei "Ritter Kevin", der Besucher in die hohe Kunst des Ritterkampfes mit dem Schwert einführte. Er stammt aus Rothenburg und beherrscht die historischen Kampfkünste. Er steckt in mit einer echten Rüstung aus Stahl. "n die 40 Kilo wiegt meine Ausrüstung" erklärt er den staunenden Beobachtern.

Wer jetzt eine Pause einlegen will, geht zu "Ralf" in die Taverne, in der es "Flüssiges in aller historischen Art, wie zum Beispiel Met gibt." Ein anderes interessantes Wanderlager hat "Dietrich von Langheim" aufgebaut, der hier mit seiner Frau "wohnt". Als Bogenschütze ist er zusätzlich noch Minnesänger. Zudem malt er  Motive auf Stoff. Etwa wie ein Liebhaber von seiner Geliebten an einem Korb zu ihrem Zimmer hochgezogen wird. Wenn er ihr aber nicht hübsch genug war, hat sie den Korb wieder fallen lassen. Daher gibt es den Spruch: "Sie hat ihm einen Korb gegeben" meint er schmunzelnd.

Nichts für schwache Nerven

Nichts für schwache Nerven waren die Tätigkeiten der damaligen Barbierer, beziehungsweise "Feldscherer", die nach militärischen Schlachten die Verletzten mit völlig unzulänglichem Wissen und Werkzeugen behandelten. Pfeilverletzungen und große Schnittwunden wurden gezeigt, wie sie unter großem Stöhnen der Verletzten behandelt wurden.

Als es Nacht wurde, wartete eine giganische Feuershow der Gruppe "Die Gaugrafen Akolveshagen." Sie zeigten die "Geschichte  von Ragnaröck", eine Sage vom Untergang der Götter aus der nordischen Mythologie. Hier zeigten finsteren Männern die Titelfiguren Odin und den Donnergott Thor im Kampf mit dem Feuerdämon Surtur. Die Feuerdramaturgie in totaler Dunkelheit ließ die Kampfszenen noch schauriger wirken.

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