Über die gute Beteiligung bei der Bürgerversammlung in Reupelsdorf freute sich Bürgermeister Werner Knaier am Freitagabend. 54 Bürger waren gekommen, um Neuigkeiten über die Dorferneuerung zu erfahren - der Startschuss steht schließlich kurz bevor.

Mitarbeit ist gefragt


Über den aktuellen Stand informierten der Bürgermeister und der örtliche Gemeinderat Walter Rosentritt. "Wir erwarten in der nächsten Woche die Anordnung der Dorferneuerung", erklärte Knaier. Nach der Anordnung wird die Teilnehmergemeinschaft einberufen. Sie wird einen Vorstand wählen. Dieser besteht neben einem Vertreter des Amtes für Ländliche Entwicklung als Vorsitzenden aus fünf Reupelsdorfer Vorständen und fünf Stellvertretern. "Ich würde mich freuen, wenn nach diesem Abend schon die Ersten zu mir kämen und sich bereit erklären würden, sich dafür zur Verfügung zu stellen", forderte Knaier Bürger auf, aktiv zu werden. Denn die Dorferneuerung sei nichts, was von oben vorgegeben werde. Sie soll in erster Linie von der Dorfgemeinschaft getragen werden. Aufgabe des Vorstandes der Teilnehmergemeinschaft ist es, über die Verwirklichung der geplanten Projekte zu entscheiden.
Dabei ist der erste Projektbeginn schon in Sichtweite: Die Maßnahme an der B 22. Sie wird in Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Bauamt durchgeführt. Der Ausbau der Ortsdurchfahrt wird in zwei Bauabschnitten erfolgen.

Nahwärme lohnt sich nicht


Ein weiteres Projekt, das im Rahmen der Dorferneuerung angedacht war, war ein Nahwärmenetz für Reupelsdorf. Walter Rosentritt berichtete, dass nach der Untersuchung durch ein Münchner Institut ein Nahwärmenetz allerdings nicht rentabel ist. "Es ist so, dass es sich vorläufig nicht rechnet, weil die Leitungswege zu lang wären", erklärte er. Daher wird das Projekt zunächst nicht weiter verfolgt. Allerdings gäbe es die Möglichkeit, Nahwärmenetze in kleinerem Rahmen zu verwirklichen, etwa mit drei bis vier Häusern. Dafür gibt es auch schon Interessenten, für die beim Ausbau der B 22 eventuell Leerrohre mitverlegt werden können.
In der letzten Bürgerversammlung war der Dorfladen angesprochen worden. Da es in Reupelsdorf keine Einkaufsmöglichkeit mehr gibt, könnte durch die Dorferneuerung ein Dorfladen entstehen. Dazu wurde eine Machbarkeitsstudie durchgeführt, erklärte Bürgermeister Knaier. "Ein Dorfladen wäre eine gute Sache für die Versorgung vor Ort", fand er, meinte jedoch anschließend: "Es muss ja nicht über's Knie gebrochen werden, wir sind rund zehn Jahre in der Dorferneuerung und werden in den nächsten zwei bis drei Jahren damit zu tun haben, die Ortsdurchfahrt zu gestalten." Anschließend könne man die Kräfte wieder bündeln und das nächste Projekt in Angriff nehmen. Am Beispiel Feuerbach könne man sehen, wie nun nach über zehn Jahren sogar das Feuerwehrhaus und das ehemalige Rathaus renoviert wurden, woran am Anfang keiner gedacht hatte.
Als eine der ersten Wiesent-heider Ortsteile hat Reupelsdorf einen Anschluss an DSL erhalten. Rosentritt wies die Bürger darauf hin, dass sie sich bei ihren Internetanbietern nach den schnelleren Geschwindigkeiten erkundigen müssten.
Erkundigt haben sich die Bürger auch nach dem "Gänsegrundstück". Knaier erklärte, dass dies noch immer in Privatbesitz sei und die Gestaltung in der Hand des Besitzers liege. Käuflich erwerben konnte die Gemeinde dagegen das Anwesen der ehemaligen Gastwirtschaft Schwarz an der Wiesentheider Straße. Ein Bürger fragte, was hier geplant sei. Knaier erläuterte, dass es noch keine konkreten Pläne gebe. Die Gemeinde wollte verhindern, dass das Anwesen an Auswärtige geht, die dann nichts daran machen oder es für etwas nutzen, was nicht im Sinne der Bürger ist. Nun könne man sich im Rahmen der Dorfernerung überlegen, wie man das große Anwesen nutzen könnte.

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