DETTELBACH

Mit dem Spaten alte Zöpfe abschlagen

Christine Konrad ist offiziell Bürgermeisterkandidatin der Dettelbacher Freien Wähler für die Bürgermeisterwahlen im September. Nach einem Vorschlag in der Jahreshauptversammlung der Freien Wähler vor rund einem halben Jahr hat am Freitagabend eine sehr gut besuchte Nominierungsversammlung des Ortsverbands den Kandidatenvorschlag einstimmig bestätigt. Konrad erhielt von 104 Stimmberechtigten alle Stimmen.
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Hoch den Spaten: Einen Spaten als „Universalwerkzeug für Bürgermeister“ bekam Christine Konrad nach ihrer Wahl zur Bürgermeisterkandidatin der Freien Wähler Dettelbach von ihrem Organisationsteam überreicht. Mit dem Spaten könne man zur Not sogar alte Zöpfe abschlagen. Foto: Foto: Robert Haass

Christine Konrad ist offiziell Bürgermeisterkandidatin der Dettelbacher Freien Wähler für die Bürgermeisterwahlen im September. Nach einem Vorschlag in der Jahreshauptversammlung der Freien Wähler vor rund einem halben Jahr hat am Freitagabend eine sehr gut besuchte Nominierungsversammlung des Ortsverbands den Kandidatenvorschlag einstimmig bestätigt. Konrad erhielt von 104 Stimmberechtigten alle Stimmen.

Ernst Plannasch, Ortsvorsitzender der Freien Wähler Dettelbach, eröffnete die mit rund 130 Interessierten besuchte Veranstaltung im alten Dettelbacher Rathaus. „30 Jahre Bürgermeister Kuhn ist eine lange Zeit“, sagte Plannasch. Nachdem Kuhn nicht mehr kandidiere, werde es „einen tiefen Einschnitt für die Stadt geben“. In der Ära Kuhn seien die Freien Wähler im Stadtrat von zwei auf sechs Räte angestiegen: „Wir haben uns gut entwickelt, die Freien Wähler in Dettelbach sind in der Lage, ins kommunalpolitische Geschehen einzugreifen.“

Im Landkreis stellen die Freien, so Plannasch, die Mehrheit der Bürgermeister und mit Tamara Bischof, die als Dettelbacher Bürgerin am Abend anwesend war, eine Landrätin, die von den anderen Parteien anerkannt werde. Es laufe also gut mit den Freien Wählern – „und warum soll das in Dettelbach nicht auch so sein“.

Für Veränderungen

„Ich bin begeistert darüber, wie viele Menschen hierher gefunden haben, um mich zu unterstützen“, sagte eine sichtlich bewegte Christine Konrad. „Ich trete für die Wahl zum Bürgermeister an, weil ich glaube, dass Dettelbach Veränderungen braucht.“ Eine Aussage, die ihr zum Beginn ihrer 45-minütigen Präsentation Beifall einbrachte.

In ihren Ausführungen stellte die Kandidatin vor allem das „Wir“ in den Mittelpunkt. „Wir“ als Gemeinschaft von Bürgern, Stadtrat, Verwaltung und nicht zuletzt Bürgermeisterin. „Wir brauchen hier eine neue Rollenverteilung“, so die Forderung von Konrad. Sie versprach eine stärkere Beteiligung der Bürger an der Stadtpolitik. Denn: „Es schlummert viel Fachkenntnis in Dettelbach, die bislang nicht genutzt wird.“

Ihre Vorstellungen gehen dabei zu Bürgeranregungen schon zu Beginn der Stadtratssitzungen, einem Mehr an öffentlich zugänglichen Informationen über die Stadtpolitik, aber auch zu alljährlichen Bürgerversammlungen in allen Stadtteilen. Dazu müsse auch die Zusammenarbeit mit den vielen ehrenamtlich Tätigen in Dettelbach verstärkt werden: „Wir werden das haben, was wir gemeinsam auf den Weg bringen.“ So könnten auch Dinge realisiert werden, für die sonst lange gespart werde müsste.

Neben Aspekten wie der Kinder-, Familien- und Seniorenpolitik legte Konrad Schwerpunkte in den Bereichen lokale Energiepolitik und Klimaschutz. Bislang gebe es in der Stadt kein Konzept, wie die Energiewende vor Ort umgesetzt werden soll. Hier habe Dettelbach mit den eigenen Stadtwerken einen Vorteil.

„Die Potenziale, die vor Ort da sind, müssen erkannt und auch umgesetzt werden“, so Konrad. Dabei müssten aber auch die Entwicklungen, etwa im Bereich der Windkraft- und Freiflächenfotovoltaikanlagen gesteuert und auf sensible Bereiche Rücksicht genommen werden.

Belebung der Altorte

Für die Architektin Christine Konrad, die schwerpunktmäßig in der Städteplanung arbeitet, ist die Belebung der Altstadt und der Altorte ein Anliegen, beide „müssen wieder mit Leben erfüllt und bewahrt werden“. Leerstände erfassen und vermitteln, die Eigentümer beraten, die Verkehrsbelastung vor allem in den Ortsteilen senken und gleichzeitig die Versorgung vor Ort verbessern, ist Konrads Ziel.

Um die Wirtschaft zu fördern müssen auch die weichen Standortfaktoren gestärkt werden, das könnte durch den Einstieg in eine weitere Interessengemeinschaft, über die gastlichen Fünf hinaus, geschehen. Mit einem regelmäßigen Stammtisch möchte Konrad die Betreuung von Gewerbetreibenden und Dienstleistern durch die Stadt stärken. Dies alles soll mit einem gezielten Einsatz der Finanzen der Stadt realisiert werden. „Wir müssen die Kosten optimieren, etwa durch Investitionen, die jetzt nötig sind, um künftig Geld zu sparen.“ Dazu gehöre aber auch, Folgekosten aufzuzeigen.

Zur Person

Christine Konrad ist 45 Jahre alt, verheiratet mit Hans-Peter Burger und gebürtige Würzburgerin. Die Volksschule besuchte sie in Dettelbach, Abitur machte sie am Egbert-Gymnasium in Münsterschwarzach.

Nach dem Studium der Architektur in Darmstadt, ihre Diplomarbeit hatte Städtebau zum Thema, arbeitete sie in Architekturbüros in Darmstadt und Rostock, dort als Abteilungsleiterin Bauleitplanung.

2000 gründete sie mit Hans-Peter Burger in Dettelbach ein Büro für Stadtplanung, seit dem Jahr 2008 ist sie Stadträtin in Dettelbach.

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