Schwarzach

Mit dem Rotstift zum Unterricht

Grundschulsanierung: Gemeinderat tritt sanft auf die Kostenbremse.
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Die 1965 erbaute Grundschule Schwarzacher Becken ist in die Jahre gekommen. Die Kosten der Generalsanierung, die im Herbst 2020 starten soll, teilen sich die Gemeinde mit 5,5 Millionen und der Staat mit vier Millionen Euro. Foto: Peter Pfannes

Die Kosten für die geplante Generalsanierung der Grundschule Schwarzacher Becken sind enorm angestiegen. Ursprünglich waren im März 2018 etwa 8,1 Millionen prognostiziert. Nach den neuesten Berechnungen des Planungsbüros wird das Projekt, das der Markt Schwarzach ab Herbst 2020 anpacken will, knapp zehn Millionen Euro verschlingen. Fast zwei Stunden rang der Gemeinderat am Dienstag um jeden Euro Einsparung.

Unter dem Strich wird die Schulsanierung – das größte Bauvorhaben des Marktes der vergangenen 45 Jahre – jetzt "nur noch" 9,5 Millionen Euro kosten. Bürgermeister Volker Schmitt rechnet mit einer zusätzlichen Neuverschuldung der Marktgemeinde von gut zwei Millionen Euro. Die Pro-Kopf-Verschuldung steigt voraussichtlich auf 825 Euro (aktuell 270 Euro). "Wir werden wohl den Rotstift ansetzen müssen", mahnte der Bürgermeister zu Beginn der Ratssitzung.

Planer Herbert Osel vom Büro hjp architekten in Würzburg nannte die Gründe für die Kostenmehrungen: "Die Preise am Markt laufen uns davon. Die Wirtschaft boomt ohne Ende. Es ist nicht so einfach im Moment." Der Architekt riet davon ab, ein weiteres Jahr zu warten, um das Projekt anzugehen. "Dann könnte es noch teurer werden", so Osel.

Er stellte den Ratsmitgliedern die aktuelle Planungssituation, Einsparungsmöglichkeiten sowie die Entwurfsplanung zur Einreichung bei der Regierung von Unterfranken vor. Die Behörde hat eine staatliche Förderung von vier Millionen Euro in Aussicht gestellt und die Flächen für die Mittagsbetreuung als förderfähige Kosten anerkannt, erklärte Osel. Voraussetzung sei jedoch ein Beschluss des Marktgemeinderates, dass zukünftig für die Grundschule eine offene Ganztagesbetreuung angestrebt wird.

Alle Klassenzimmer werden behindertengerecht ausgestattet. Geheizt wird mit einer Hackschnitzelanlage. Der viel diskutierten Postenstreichung fielen Vorhänge in der ganzen Schule für 52 000 Euro und Lichtdimmer für 30 000 Euro zum Opfer. Eine dezentrale Lüftung soll nur in den Klassenzimmern und nicht im gesamten Schulbereich eingebaut werden. Kostenersparnis: 100 000 Euro. Auf alles verzichten wollte das Ratsgremium dann aber doch nicht, wobei es sich mehrfach der Meinung der Schulleitung anschloss. Unter dem Strich kam es zu Einsparungen von etwa 500 000 Euro, die durch Einzelbeschlüsse abgesegnet wurden.

Tierheim nach Stadtschwarzach?

Erich Leipold beabsichtigt auf seinem Grundstück in Stadtschwarzach den Neubau eines Tierheimes als Ersatz für den aktuellen Standort in Kitzingen. Um eine Bebauung der Außenbereichsflächen zu ermöglichen, ist eine Änderung des Flächennutzungsplans erforderlich. Außerdem müsse ein vorhabenbezogener Bebauungsplan als Sondergebiet Tierheim aufgestellt werden, erklärte Bürgermeister Schmitt. Das Grundstück befindet sich im Überschwemmungsgebiet des Silberbachs.

Der Tierschutzverein Kitzingen habe mittlerweile den Bürgermeister darum gebeten Leipolds Bauvoranfrage zurückzustellen. Erst müssten Einzelheiten beim Grunderwerb und bei der Erschließung des Grundstückes mit dem Antragsteller abgeklärt werden. Der Tierschutzverein überlege, ob das Grundstück aufgrund der Hochwasserproblematik überhaupt in Frage komme.

Die Ratsmitglieder waren sich darin einig, die Bauvoranfrage zurückzustellen bis die offenen Fragen geklärt sind und der Tierschutzverein Bauinteresse bekundet.

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