Kitzingen

Mit dem Handy parken: Bald auch in Kitzingen

Keinen Parkplatz gefunden, Parkzeit überzogen, kein Kleingeld am Automaten? Diese Probleme könnten in Kitzingen bald erledigt sein. Künftig lässt sich das per Handy lösen.
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Handyparken kommt nun auch nach Kitzingen. Der Anbieter, Sunhill Technologies, ist mit seinem System Paybyphone auch in Würzburg vertreten. Foto: Sunhill Technologies
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Viele Städte haben diesen Sevice schon: Handyparken. Dahinter verbirgt sich, dass Autofahrer auf einen öffentlichen Parkplatz fahren und dann über ein Programm auf dem Handy oder per SMS ihr Kennzeichen und ihre Parkzeit eingeben. Der Betrag wird dann abgebucht.

Hilfe bei der Parkplatzsuche

Vorbei die Zeit, in der man – oft vergebens – nach Kleingeld gekramt hat, zum Auto zurück rannte, weil die Parkzeit überschritten war. Außerdem kann das Handy künftig sogar bei der Suche nach freien Parkplätzen helfen.

Den Weg dahin hat am Donnerstag der Verwaltungs- und Bauausschuss des Kitzinger Stadtrats freigemacht. Er hatte drei Anbieter von Handyparken eingeladen, ihre Dienstleistungen zu präsentieren. Jeder bekam 15 Minuten Zeit, die Vorteile und Unterschiede im Vergleich mit den anderen darzulegen. Am Ende machte der Erlanger Betreiber Sunhill Technologies mit seinem Produkt Paybyphone das Rennen. Wie der Mitbewerber Easypark, der nicht zum Zuge kam, lastet er die Gebühren den Autofahrern auf. Handyparken hat nämlich seinen Preis: Der Anbieter Sunhill verlangt zehn Prozent der Parkgebühren als Serviceentgelt.

Stadt lässt Autofahrer zahlen

Der Dritte im Bunde, Parkster, hätte als einziger der Stadt die Gebühren aufgebürdet – das wäre dann ein kostenloser Service für die Autofahrer geworden. Dieses Modell lehnte die Stadt ab. Für Sunhill sprachen dann noch zwei für das Gremium wesentliche Punkte: Der Anbieter, eine Tochter der VW-Bank, kommt als einziger aus Deutschland, genauer aus Franken. Und er ist in vielen Kommunen der Region bereits vertreten, unter anderem in Würzburg, Bad Windsheim und Bamberg.

Das bedeutet, dass Handybesitzer, die sich die App Paybyphone herunterladen, sie auch in der Bezirkshauptstadt und in anderen fränkischen Städten nutzen können. Bislang ist ein Mangel des Handyparkens nämlich, dass die Apps nicht überall verwendet werden können. Je nach Anbieter muss man sich immer wieder ein neues Programm herunterladen, wenn man nicht den teureren Weg über die SMS wählen will.

Parken mit oder ohne Registrierung

Was bietet Sunhill? Parken ist ohne Registrierung per SMS möglich, so dass man auch ältere Mobiltelefone nutzen kann und kein internetfähiges Smartphone braucht. Wer sich die App herunterlädt, kann wählen, ob er per Lastschriftverfahren, Kreditkarte oder Paypal bezahlen möchte. Auch kann man übers Handy die Parkzeit verlängern. Freie Parkplätze sollen ebenso angezeigt werden wie der Weg zurück zum eigenen Auto. Die Stadt hat mit dem Einzug der Parkgebühren fürs Handyparken nichts zu tun. Sunhill wickelt alle Bezahlvorgänge ab. 

Daten werden entweder nur für die Dauer der Parkabrechnung gespeichert oder bei Registrierung die dafür hinterlegten Angaben. Übrigens können die Verkehrsüberwacher ebenfalls digital feststellen, welches Auto korrekt parkt. Eine Kennzeichenabfrage bestätigt, ob der Fahrer bezahlt hat.

Die Installation der Infotafeln an den Parkplätzen, die auf das neue System hinweisen, der Betrieb und die Wartung des Handyparkens sind für die Stadt kostenlos. Dafür erhebt Sunhill von den Parkenden zehn Prozent Aufschlag auf die Gebühr, was vor einer Buchung angezeigt wird. Nach den Worten von Philipp Neuner, Vertriebsmanager von Sunhill, könnte das System vier bis fünf Wochen nach der Übermittlung aller notwendigen Unterlagen und Daten von der Stadt Kitzingen installiert sein. Es könnte jetzt also schnell gehen. Beruhigend für alle Autofahrer: Wer wie bisher mit Bargeld bezahlen will, darf das künftig auch. Das Handyparken kommt in Kitzingen nur dazu.

Paybyphone und Sunhill Technologies
Handyparken mit Paybyphone des Anbieters Sunhill Technologies aus Erlangen gibt es nach Firmenangaben in 220 Standorten in Deutschland. Damit sei das am weitesten verbreitete System hierzulande. Parken kann man über SMS oder App.
Deutschlandweit wird die SMS noch etwas häufiger genutzt als die App. In Würzburg allerdings buchen sich 80 Prozent der Handyparker mit der App ein. 

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