SCHWARZACH

Mit Bleifuß in den Ort hinein

Weil bei Messungen in der Großlangheimer Straße in Hörblach erhöhte Geschwindigkeiten festgestellt wurden, hat der Gemeinderat beschlossen, das Ortsschild zu versetzen.
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An dieser Stelle am Ortsbeginn von Hörblach haben Fahrzeuge von Großlangheim kommend oft über 90 Stundenkilometer auf dem Tacho. Das Ortsschild soll nun um 70 Meter Richtung Großlangheim versetzt werden. Foto: Foto: Peter Pfannes

Weil bei den jüngsten Geschwindigkeitsmessungen in der Großlangheimer Straße in Hörblach stark erhöhte Geschwindigkeiten festgestellt wurden, hat der Gemeinderat in seiner Sitzung am Dienstag einstimmig beschlossen das Ortsschild in Richtung Großlangheim zu versetzen. Das Schild, das sich bislang unmittelbar am Ortsausgang befand, soll um etwa 70 Meter verschoben werden.

Bürgermeister Volker Schmitt erläuterte das Ergebnis der Verkehrsmessungen, die auf der Kreisstraße 12 über einen Zeitraum von sieben Wochen von Großlangheim kommend durchgeführt wurden. 32 000 Fahrzeuge wurden dabei beim Einfahren in den Ort auf ihr Tempo überprüft, stolze 73 Prozent waren zu flott unterwegs. Mit über 90 Stundenkilometern schossen 473 Fahrzeuge innerorts den Vogel ab. „Das ist schon erschreckend“, erklärte das Gemeindeoberhaupt. 1825 Fahrzeugführer waren mit über 80 Stundenkilometer im Ortsbereich unterwegs.

Erhebliche Verbesserung

Im Gemeinderat wurde rege diskutiert. Thomas Weckert schlug vor, dass die Polizei Radarmessungen durchführen soll. Hartmut Ratz meinte: „Eine Geschwindigkeitsbeschränkung ist effektiver als das Versetzen des Ortsschilds.“ Peter Kuhn sieht ein versetztes Ortsschild als Art Geschwindigkeitstrichter. Das Gremium war sich letztlich einig, dass mit der Verlagerung des Ortsschilds nach außen eine erhebliche Verbesserung der Verkehrssicherheit erreicht wird. Weil es sich bei der Straße um eine Kreisstraße handelt, muss die Gemeinde beim Landratsamt Kitzingen einen Antrag stellen. Der Antrag soll, so Schmitt, neben der Versetzung des Ortsschilds auch ein Tempolimit enthalten.

Weitere Themen:

Bei der Erschließung der Straße Am See in Stadtschwarzach musste altes Straßenmaterial kostspielig entsorgt werden. Die Kosten bezifferte Bürgermeister Schmitt mit 310 000 Euro, was im Gremium lange Gesichter verursachte. Die Altlasten, die unter der bisherigen Straße als Unterbau gefunden wurden, waren asbesthaltig.

Die Brückenbaustelle in Münsterschwarzach schreitet voran. Nachdem der neue Wasserschacht jetzt fertig ist, hofft Schmitt darauf, dass der Verkehr in zwei Wochen wieder über die Brücke fließen kann.

An der Ortsausfahrt von Schwarzenau auf die Staatsstraße 2450 wird es kein weiteres Tempolimit und auch kein Überholverbot geben. Die Straßenverkehrsbehörde lehnte einen erneuten Antrag der Gemeinde ab. Lediglich der durchgezogene Mittelstreifen auf der Staatsstraße wird um 25 Meter verlängert - ein Teilerfolg.

Der Gemeinderat hat Aufträge für die Erweiterung des Kindergartens St. Felizitas in Münsterschwarzach an Firmen vergeben. Die Küche liefert die Firma Dülch aus Stadtschwarzach für 14 700 Euro. Die Treppenanlage errichtet die Firma Schubert aus Hettstadt zum Preis von 9400 Euro. 14 Firmen wurden angeschrieben, nur drei gaben Angebote ab.

Einhellig befürworteten die Ratsmitglieder die Teilnahme am Masterplan Bayern Digital II, einem neuen Förderprogramm des Freistaats Bayern für Schulen. Die Verwaltung wurde beauftragt, einen entsprechenden Förderantrag bei der Regierung von Unterfranken zu stellen. Ziel der Förderung ist die Anschaffung digitaler Geräte für den pädagogischen Einsatz in Unterrichtsräumen und Lehrerzimmern.

An der Staatsstraße 2450 Richtung Schwarzenau werden aus Sicherheitsgründen vier große Pappeln gefällt. Ersatzpflanzungen sind vorgesehen.

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