KITZINGEN

Mit Alkohol wird er zum Schläger

Erst der Alkohol, dann die Schläge – dieses Muster scheint sich bei einem 16-Jährigen einzuschleichen. Der Lehrling hat im Mai und September 2013 die Fäuste fliegen lassen. Mit schmerzhaften Folgen für die Getroffenen und jetzt auch für ihn.
Artikel drucken Artikel einbetten
Foto: Archiv-FOTO dpa

Erst der Alkohol, dann die Schläge – dieses Muster scheint sich bei einem 16-Jährigen einzuschleichen. Der Lehrling hat im Mai und September 2013 die Fäuste fliegen lassen. Mit schmerzhaften Folgen für die Getroffenen und jetzt auch für ihn. Wegen gefährlicher und vorsätzlicher Körperverletzung hat ihn Jugendrichter Wolfgang Hülle für ein Wochenende zum Nachdenken hinter Gitter geschickt.

Neben dem „Schuss vor den Burg“ werden ihn fünf Raten zu je 100 Euro zudem daran erinnern, dass mit Schlägen Probleme nicht zu lösen sind. Und geschlagen hat der ansonsten bisher nicht unangenehm aufgefallene junge Mann mindestens zweimal: zum ersten Mal auf einem Weinfest, nachts um 2.10 Uhr, als er mit einem Kumpel mit gehobenem Alkoholpegel unterwegs war. Am Autoscooter kam es wegen eines Mädchens zunächst zu einem heftigen Wortwechsel, dann zu einer Schubserei. Danach gehen die Meinungen auseinander. Der 16-Jährige sagte: „Ich hab ihm nur eine leichte Schelle gegeben.“

Die Zeugen sprachen von mindestens zwei Schlägen mit der Faust – mitten ins Gesicht eines ihm bis dahin unbekannten 19-Jährigen. Dass der zwei Tage stationär im Krankenhaus landete und eine Kieferprellung und Hörverlust zu verkraften hatte, sprach eher gegen die Schellenversion.

Der Kumpel, mit dem er gemeinsam zugeschlagen hatte, kam am Ende mit der Einstellung des Verfahrens davon – gegen 40 Sozialstunden. Für den 16-Jährigen schlug dieser Vorfall als gefährliche Körperverletzung zu Buche, weil sie gemeinsam vorgegangen sind.

In Privatparty geplatzt

Bei der zweite Aktion waren ein ganzer Trupp Jugendlicher und wieder der Alkohol mit dabei. Diesmal in so hoher Konzentration, dass der Lehrling sich an nichts erinnern konnte. Vier Zeugen später war dennoch klar: Nach dem Besuch eines Clubs und des Jugendhauses ist die Gruppe „uneingeladen in eine private Geburtstagsparty im Sportheim geplatzt“. Diesmal schritt der Lehrling ein, nachdem seine Freundin etwas unfreundlich zum Verlassen der geschlossenen Gesellschaft aufgefordert worden war. Wenig später hatte einer der Geburtstagsgäste eine Faust im Gesicht, ging zu Boden und kam mit Kieferprellung und leichtem Schwindel ins Krankenhaus. Damit war auch die vorsätzliche Körperverletzung erwiesen.

Die Rechnung präsentierte der Staatsanwalt mit einen Freizeitarrest und 500 Euro. Der Richter hatte am Ende noch einen dringenden Hinweis. „Lassen Sie die Hände weg vom Alkohol, wenn Sie auf Tour gehen.“ Was sonst dabei herauskommen kann, wird er an einem Wochenende hinter Gitter hautnah erleben.

Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.