GEROLZHOFEN

Millionen fließen in den Steigerwald

Als eine „vernachlässigte Region“ hat der Verein Nationalpark Nordsteigerwald in einem Schreiben vom 20. Januar 2015 an Abgeordnete des Bayerischen Landtags den Nordsteigerwald bezeichnet (die Main-Post berichtete am 29. Januar). Auf diese Behauptung hat nun der Verein „Unser Steigerwald“ reagiert: Der Steigerwald sei keineswegs eine vernachlässigte Region.
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Symbolfoto Steigerwald. Foto: Foto: Rainer Kiesel

Als eine „vernachlässigte Region“ hat der Verein Nationalpark Nordsteigerwald in einem Schreiben vom 20. Januar 2015 an Abgeordnete des Bayerischen Landtags den Nordsteigerwald bezeichnet (die Main-Post berichtete am 29. Januar). Auf diese Behauptung hat nun der Verein „Unser Steigerwald“ reagiert: Der Steigerwald sei keineswegs eine vernachlässigte Region.

Wer mit wachen Augen durch die Dörfer fahre, der könne unschwer feststellen, dass im Rahmen von Dorferneuerungsmaßnahmen, im Straßenbau, im Radwegebau und in vielen anderen Strukturprogrammen sehr viele Fördermittel in die Region geflossen seien.

„Unser Steigerwald“ begrüßt die Initiative des Ministerpräsidenten Horst Seehofer, eine Arbeitsgruppe die künftige Richtung des Steigerwalds eruieren zu lassen, wehrt sich aber gegen jede Ausweisung von Großschutzgebieten im Steigerwald. Die Errichtung des Steigerwaldzentrums, der Bau des Baumwipfelpfades und weitere Maßnahmen zeigten, dass die Staatsregierung die Steigerwaldregion gut fördere, und zwar in Millionenhöhe, schreiben die beiden Vorsitzenden, Staatssekretär Gerhard Eck und Oskar Ebert.

Impulse für Regionalentwicklung

Mit dem Zusammenschluss der Kommunen und Landkreise des Steigerwalds im „Netzwerk Steigerwald“, seien wichtige Impulse für die Regionalentwicklung gesetzt und damit auch eine gute Basis für eine landkreisübergreifende Regionalentwicklung geschaffen worden.

Die Unterstützung für die Region werde von den meisten Menschen im Steigerwald auch anerkannt. Seit 2005 sei auch viel Geld in den Bau und Unterhalt der Wander- und Radwege geflossen. Zielgerichtet sei das Angebot für die Erholungssuchenden verbessert worden (Unterstell- und Informationspavillons, Gastronomie am Zabelstein, Sanierung der Ruine Zabelstein), so der Anti-Nationalparkverein.

Die Steigerwaldgemeinden stünden trotz dieser Investitionen, die immer mit einer regionalen Kofinanzierung verbunden sind, mit ganz wenigen Ausnahmen auch finanziell sehr gut da. Vergleiche mit der Verschuldung der Kommunen in Nationalparkgebieten könne jeder im Internet nachlesen.

„Unser Steigerwald“ zur Demografie: Es wäre natürlich die Lösung schlechthin, überall in diesen Gebieten einen Nationalpark auszuweisen und damit vermeintlich alle Probleme zu lösen. Es stellt sich jedoch die Frage, woher die „Millionenbeträge an Fördermitteln“ kommen sollen, die die Nationalparkbefürworter für all diese ländlichen Regionen aus Steuermitteln finanzieren wollen.

Märchen vom Schlaraffenland

Die Nationalparkfreunde würden verschweigen, dass die bestehenden Nationalparks bereits enorme Beträge aus dem Staatshaushalt verschlingen. Das Bild „Schlaraffenland Nationalpark“ sei ein Märchen, an das nicht einmal Kinder glauben.

Immer wieder würde dem Forstbetrieb Ebrach mit haarsträubenden Falschmeldungen vorgeworfen, den „wertvollen Waldbestand“ auszubeuten. Es sei eine Unverschämtheit, den Förstern, die seit Jahrzehnten eine hervorragende naturnahe und nachhaltige Waldbewirtschaftung betreiben, solche Vorwürfe zu machen. Gerade aufgrund der ausgezeichneten Arbeit der Förster und trotz behutsamer Nutzung habe sich der Steigerwald zu einem der schönsten Waldgebiete Deutschlands entwickelt und werde als „Nachhaltigkeitsregion“ weit über die Grenzen Deutschlands beworben.

In der Region herrsche nahezu Vollbeschäftigung, führt „Unser Steigerwald“ ein weiteres Argument gegen die Behauptung ins Feld, der Steigerwald sei eine vernachlässigte Region. „Die Firmen gerade im Handwerk suchen händeringend Mitarbeiter und finden sie nicht“, so Eck und Ebert.

Der Tourismus werde im Steigerwald wohl nie eine tragende Einkommensquelle für die Mehrheit der Bevölkerung sein. Es wäre deshalb völlig absurd, die gewachsenen Wirtschaftsstrukturen der Region zu zerstören und einseitig auf den Tourismus zu setzen.

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