Iphofen

Messgerät soll die Sinne schärfen

Anwohner klagen über zu schnelles Fahren im Iphöfer Baugebiet Ost. Der Bürgermeister ist ratlos. Eine Lösung findet sich dennoch.
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Iphofen

Anwohner klagen über zu schnelles Fahren im Iphöfer Baugebiet Ost. Der Bürgermeister ist ratlos. Eine Lösung findet sich dennoch.

Wie lässt sich das Tempo im Straßenverkehr wirksam und nachhaltig drosseln? Auch Iphofens Stadtrat steht von Zeit zu Zeit vor dieser Frage, gerade wieder im Baugebiet Ost. Dort liegt der Antrag eines Anliegers vor, der sich im Bereich Spies über zu schnell fahrende Autos beschwert und die Stadt um geeignete Maßnahmen bittet. „Die Kunst ist, hier etwas erfolgreich umzusetzen“, sagte Bürgermeister Josef Mend im Bauausschuss. Er ist mit seinem Latein am Ende nach gescheiterten Versuchen anderswo. „Hilflos“, wie er offen zugab. „Ich weiß nicht, was ich Ihnen vorschlagen soll.“

Die an anderer Stelle aufgestellten Blumenkübel seien hier keine Option, weil der Bereich in einer Kurve liegt, wie Bauamtsleiter Matthias Kurth erklärte. Und die berühmten Berliner Kissen, Schwellen, die quer über die Fahrbahn gelegt werden und etwa im Baugebiet Hündlein verbaut sind, wollen die Anwohner nicht. Zu hoch ist der Lärmpegel, wenn Fahrzeuge die Hindernisse überqueren.

90 Prozent der Fahrer sind Anwohner

Laut Kurth ist das betroffene Gebiet bereits verkehrsberuhigt, Autos müssten der Straßenverkehrsordnung nach Schritttempo fahren. Bei den Fahrzeugführern handelt es sich nach Mends Angaben zudem „zu 90 Prozent um Leute, die dort wohnen“, die also sensibilisiert sein müssten für niedrige Geschwindigkeiten.

Jetzt soll zunächst der Vorschlag von Vize-Bürgermeister Ludwig Weigand umgesetzt werden: ein mobiles Tempo-Messgerät aufstellen, „um das Bewusstsein zu schärfen“. Hat das nicht den erhofften Erfolg, könnten weitere Schritte folgen.

Laster blockieren Ausfahrten

Auch im Gewerbegebiet Alte Reichsstraße setzt der Bauausschuss fürs Erste auf kleine Schritte, um ein Problem zu lösen, das dort ebenfalls schon lange schwelt. Lastwagen parken auf Gehwegen und Seitenstreifen und blockieren zum Teil Ein- und Ausfahrten. Grundstückseigentümer greifen zur Selbsthilfe, wälzen Steine oder schwere Betonrohre vor ihre Zufahrten, „Sachen, die Recht und Gesetz widersprechen“, wie Bürgermeister Mend sagte. „Ich habe kein Recht auf eine Ausfahrt, die so breit wie mein Grundstück ist.“

Das Parken auf den Seitenstreifen zu verbieten hätte wohl zur Folge, dass die Lastwagen wie früher in den Baugebieten abgestellt werden. „Das will hier keiner.“ Also lässt die Stadt die Grundstückseinfahrten, um sie deutlich zu kennzeichnen, jetzt mit weißen Linien markieren.

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