Rödelsee

Mehrkosten von 300 000 Euro im Rödelseer Baugebiet Schlossgrund

Bei der Bürgerversammlung in Rödelsee geht es sehr harmonisch zu. Der Konflikt um das Weingut Weltner im neuen Baugebiet ist allerdings noch nicht gelöst.
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Weit fortgeschritten sind die Erschließungsarbeiten im neuen Baugebiet Schlossgrund. Nach wie vor ist aber keine gütliche Lösung zwischen Gemeinde und Weingut Weltner in Sicht. Foto: Gerhard Krämer
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Fast wunschlos glücklich waren die Rödelseer bei der Bürgerversammlung im nicht vollen Saal des Löwenhofes – und fast verlief auch alles harmonisch . Die Sitzungsleitung hatte Bürgermeister Horst Kohlberger, der für den krank geschriebenen Bürgermeister Burkhard Klein eingesprungen war und deshalb das Manuskript vortrug.

Viele Schlagzeilen hatte es in jüngster Vergangenheit über Rödelsee gegeben, viele positive, aber auch einige negative. Der einzige Punkt, an dem es in Rödelsee dann etwas emotionaler wurde, war, als Kohlberger zur Folie 50 mit dem Thema Baugebiet Schlossgrund kam.

14 Bauplätze sind bereits verkauft

Hier erschließt, wie mehrfach berichtet, die Gemeinde ein Baugebiet, ausgewiesen als Dorfgebiet. Die Straßen sind bereits geteert, etwa 14 Bauplätze sind verkauft, die anderen reserviert, bis auf die, die für eine nicht reine Wohnnutzung vorgesehen sind. Noch immer gibt es keine Lösung mit dem angrenzenden Weingut Weltner, das eine Wohnbebauung nicht verhindern möchte, aber auch in seinem Bestand nicht gefährdet sein möchte.

Kohlberger informierte, dass der Anwalt des Weingutes Normenkontrollklage gegen den Bebauungsplan beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof eingereicht habe. Laut Kenntnis von Leo Eckert, Geschäftsleitender Beamter der Verwaltungsgemeinschaft Iphofen, stehe die Begründung noch aus. "Erneut müssen wir leider feststellen, dass es den Beschwerdeführer weniger darum geht, eine Lösung gemeinsam mit der Gemeinde zu finden, als Unsicherheit zu streuen und Zeit zu gewinnen", trug Kohlberger vor. Und fügte hinzu, dass auch wegen der "Forderung der Familie Weltner, eine Lärmschutzwand mit einer Höhe von fünf Meter zu errichten" und wegen der erheblichen Verzögerungen des Verfahrens sowie aufgrund der Tatsache, dass die Gemeinde ebenfalls Anwälte bemühen muss, bisher bei der Gemeinde Mehrkosten von circa 300 000 entstanden seien, darunter 80 000 Euro an Anwaltskosten. Auch den Bauwerbern seien Mehrkosten entstanden, die Kohlberger zwischen 100 000 und 150 000 Euro ansiedelte.

Paul Weltner wehrt sich

Die Aussagen bleiben nicht unwidersprochen. Paul Weltner verwies auf das Lärmschutzgutachten , in dem, auch das wurde bereits berichtet, eine fünf Meter hohe Lärmschutzwand als "unabdingbar" bezeichnet wird. Es sei nicht seine Forderung. In einem früheren Gutachten aus dem Jahr 2017 war sogar von 6,5 Meter die Rede. Dies alles sei dem Gemeinderat vor Kauf des Grundstücks bekannt gewesen, betonte Weltner.  

Kohlberger informierte des Weiteren, dass für die Vorfinanzierung der Erschließung ein Kredit von 500 000 Euro habe aufgenommen werden müssen. Ein Darlehen in dieser Höhe ist im Haushalt auch enthalten. Insgesamt werden die Kosten für das Baugebiet auf 3,4 Millionen geschätzt. Nach dem Verkauf der Bauplätze bliebe der Gemeinde nach derzeitigem Stand noch ein Überschuss von 260 000 Euro, sagte Kohlberger.

Grundstück für Landschaftssee gekauft

Ebenfalls mit dem Baugebiet zu tun hatte eine Wortmeldung eines Bürgers, der sich darüber beklagte, dass Baumaterialien auf einem Gehweg in der Wiesenbronner Straße abgelagert wird. Hier sicherte Kohlberger rasche Abhilfe zu. Aber auch großes Lob hatte der Bürger mit dabei. Denn durch den Erwerb eines Grundstücks habe die Gemeinde den Einmündungsbereich der Mainbernheimer Straße in die Umgehungsstraße sicherer gemacht.

Zum Thema Grundstücke betonte Kohlberger auch den Sinn der Vorkaufsrechtssatzung. So nehme auch die Idee eines Landschaftssees konkrete Formen an, da rund ein Hektar Land für 32 500 Euro dafür habe erworben werden können. Im Bereich des Johannisbrunnenwegs habe die Gemeinde ein Gartengrundstück für 6180 Euro gekauft. Die Fläche solle aufgewertet werden, wodurch die Wohnqualität verbessert werden soll.

Rödelseer mussten zahlen, die Fröhstockheimer nicht

Eine Aufwertung wird es auch durch die Dorferneuerung geben. Kritik gab es an der Idee der Freien Wähler zur Abschaffung der Straßenausbaubeiträge, was nicht wirklich gut zu Ende gedacht worden sei. Laut Kohlberger fehlten der Gemeinde 650 000 Euro.

Während die Anlieger in Rödelsee bei Projekten über die Städtebauförderung erheblich belastet worden seien, entstünden für die Anlieger in Fröhstockheim bei der Dorferneuerung nämlich keine Kosten. Deswegen könnten Beschwerden, dass der Ortsteil Fröhstockheim die Investitionen in Rödelsee finanziere, nicht nachvollzogen werden.

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