Eigentlich hatte es am Anfang ganz gut ausgesehen für Lothar Lang. Im vergangenen Jahr plante er auf seinem Grundstück in den Türgärten den Bau von 32 Carports und Stellplätzen samt einer Photovoltaikanlage zur Eigenstromversorgung. Geplant war, sich mit einem Nachbarn zu einigen, dass die Plätze über dessen Grundstück von der Hauptstraße her erschlossen und angefahren werden können. Die Pläne sind geplatzt.

Zwischen Lang und seinem Nachbarn herrscht seit einiger Zeit Funkstille. Jetzt landete das Bauvorhaben auf der Tagesordnung des Gemeinderates. Zu hoch seien die Forderungen des Nachbarn gewesen, erklärte Lang in der Sitzung.

Das Problem: Die geplanten Parkplätze sind nach dem Nein des Nachbarn lediglich über den Grabendamm erreichbar. Der wird überwiegend als Radweg und von Spaziergängern genutzt und erlaubt wegen der Fahrbahnbreite von drei Metern kaum einen Begegnungsverkehr zwischen zwei Pkw. Lediglich an einigen wenigen Stellen ist ein Ausweichen möglich.

Inzwischen wurde der Bauantrag vom Landratsamt geprüft und das Bauvorhaben als grundsätzlich zulässig eingestuft, da sich das Grundstück im Innenbereich befindet und es sich um ein Dorfgebiet handelt.

Lediglich hinsichtlich der Lage im Hochwassergebiet und der Verkehrssicherung müsse der Antragsteller bestimmte Auflagen erfüllen, so das Landratsamt. Nach Ansicht der Behörde ist wegen des zu erwartenden Verkehrs und der engen Fahrbahn eine ausreichende Erschließung allerdings nicht gesichert.

Mit dem Gedanken, dass auf dem viel befahrenen Radweg zusätzliche Autos fahren, wollte sich die Mehrheit des Gemeinderates überhaupt nicht anfreunden. Zu schmal, zu eng, zu gefährlich. 32 Plätze sind zu viel. Wer haftet bei Unfällen? Das waren die Fragen und Argumente.

Nicht unterschrieben

Auch einige Nachbarn haben den Antrag Langs bisher nicht unterschrieben. Der Haken an der Sache, der Grabendamm wird zwar als Radweg genutzt, ist aber rechtlich als Ortsstraße eingestuft. Er wurde im Jahr 1992 so ausgebaut, dass er den Standards einer Flurbereinigungsstraße mit einer Belastbarkeit von 40 Tonnen genügt, erklärte Bürgermeister Karl-Dieter Fuchs. Nach der Rechtslage wäre, laut dem bayerischen Gemeindetag, eine Abstufung der Ortsstraße zum Radweg möglich. Das könnte Schadensersatzforderungen von anderen Anliegern nach sich ziehen, deren Grundstücke ebenfalls ausschließlich über den Grabendamm erschlossen sind. Der Vorschlag, dass Lang mit Fuchs und den Mitgliedern des Bauausschusses noch einmal mit seinem Nachbarn verhandeln solle, scheiterte.

Abgelehnt

Der Gemeinderat lehnte den Bauantrag bei zwei Gegenstimmen ab. Jetzt ist das Landratsamt wieder am Zug. Es muss die Zulässigkeit der Ablehnung prüfen. Lang kündigte an, gegen die Ablehnung rechtliche Schritte in die Wege zu leiten.