MÜNCHEN

Mehr als eine witzige Werbeidee

Eine schöne Auszeichnung hat Sommerach ja schon: Die Winzergemeinde im Landkreis Kitzingen kann sich seit Juni mit einer Goldmedaille im Bundeswettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ schmücken.
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Klassiker und Innovatives: „Zum Wohl“ hieß es in dieser Woche im Münchner Presseclub am Marienplatz in der Landeshauptstadt. Sommerachs Winzer präsentierten zusammen der örtlichen Weinprinzessin Lena Kram und Bürgermeister Elmar Henke ihr Projekt „Wein der Zukunft“. Foto: Foto: Bonfig

Eine schöne Auszeichnung hat Sommerach ja schon: Die Winzergemeinde im Landkreis Kitzingen kann sich seit Juni mit einer Goldmedaille im Bundeswettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ schmücken.

„Die Weinwirtschaft ist seit Jahrhunderten der Haupterwerbszweig für Sommerach.“
Elmar Henke Bürgermeister

Doch weil der Wettbewerb im zweiten Titel „Unser Dorf hat Zukunft“ heißt, wollen sich die Sommeracher nicht auf den neuen Lorbeeren ausruhen: „Diese Auszeichnung fordert jeden Einwohner“, findet jedenfalls Bürgermeister Elmar Henke. „Denn hinter unserem Erfolg muss ja was stecken.“

Und so haben sich 17 Jung-Winzer aus dem Ort zusammen mit der Gemeinde überlegt, welcher Wein aus dem jeweiligen Sortiment ein „Zukunftswein“ sein könnte.

Auf einem extra gestalteten Flaschenhals-Anhänger erklären die Winzer zudem die Idee, die hinter ihrer Arbeit und ihrem Wein steckt. „Für die Kunden ist es sehr spannend, die Philosophie, die hinter dem Wein steht, zu erfahren“, hofft Sommerachs Wein-Prinzessin Lena Kram.

Ziel sei gewesen, sich mit der fast 1200 Jahre alten Weinbaukultur im Ort und der Zukunft des Weinbaus auseinanderzusetzen, erklärt Bürgermeister Henke auf einer Präsentation der 17 „Zukunftsweine“ im Münchner Presseclub. Sich der eigenen Wurzeln bewusst zu werden und das Erbe der Region zukunftsfest zu machen, sei dabei aber viel mehr, als eine witzige Werbeidee für Sommeracher Weine. Vielmehr gehe es um die Überlebensfähigkeit kleiner Gemeinden im ländlichen Raum: „Wir müssen alles dafür tun, die Dörfer auch für die jungen Menschen attraktiv zu machen“, findet Henke.

Und so finden sich unter den „Zukunftsweinen“ fränkische Klassiker wie ein Silvaner Kabinett vom Weingut Galena oder ein Müller-Thurgau Kabinett vom Weingut Wohlfahrt ebenso wie ein innovativer „Blanc der Noir“ vom Weingut Strobel oder ein Weißwein-Cuvee vom Weingut Lamm mit dem hübschen Namen „Sorgenbrecher“.

Auf nach Europa

„Die Weinwirtschaft ist seit Jahrhunderten der Haupterwerbszweig für Sommerach“, sagt Bürgermeister Henke. Und der „Wein mit Zukunft“ sei ein kleiner Mosaikstein, der den Zusammenhalt des Ortes widerspiegle. Vielleicht können die zukunftsfesten Tropfen ja auch helfen, den Weg zu einer weiteren Auszeichnung zu ebnen: Sommerach sei von der Bundesregierung eingeladen worden, Deutschland beim europäischen Dorferneuerungspreis zu vertreten, wie Bürgermeister Henke in München verriet: „Über die Teilnahme müssen wir aber erst noch nachdenken.“

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