Wenn eine Gilde vom Vereinssterben betroffen ist, dann sind das die Soldatenkameradschaften. Der letzte Krieg ist – gottseidank – Jahrzehnte her, was freilich alle begrüßen. Allerdings fallen mit dem Wegfall der Wehrpflicht nun auch die potenziellen Neu-Mitglieder weg. Ein Problem, mit dem auch die Soldatenkameradschaft Nenzenheim zu kämpfen hat, die immerhin schon seit dem Jahr 1874 existiert.

Trotzdem sind die 36 Mitglieder, von denen vier noch am Zweiten Weltkrieg teilgenommen haben, eine rührige Truppe. Und der bei der Hauptversammlung im Rathaus neu gewählte Vorsitzende Hans Wolf will dem Verein sogar ab sofort neues Leben einhauchen.

Als stellvertretender Vorsitzender ist Klaus Schostek auch für die kommenden vier Jahre im Amt. Da Hans Wolf bisher als Kassenprüfer fungierte, rück für ihn Günter Kahl nach. Er teilt sich diese Aufgabe mit Wolfgang Freyberger. Im Ausschuss sitzen Rudi Dornberger, Bernhard Hirsch und Willi Bayer.

Der bisherige Vorsitzende Günter Hochrein musste sein Amt, das er seit 1999 bekleidete krankheitsbedingt abgeben. Seit dem Jahr 1987 war er übrigens stellvertretender Vorsitzender. Grund genug für die Versammlung, Günter Hochrein in Abwesenheit zu ehren. Ein Geschenkkorb mit verschiedenen Leckereien wurde ihm am Tag nach der Versammlung noch zugestellt.

In der Vereinsführung hat sein Nachfolger Hans Wolf Erfahrung, ist er doch schon seit vielen Jahren an der Spitze der Schützengesellschaft Nenzenheim. Zumindest die ehemaligen Soldaten und Reservisten aus Nenzenheim wolle er ansprechen, doch zur Soldatenkameradschaft zu kommen, um das Vereinsleben wieder auf Vordermann zu bringen. Dieses beschränkt sich seit einigen Jahren in erster Linie auf die Ausrichtung einer Gedenkveranstaltung zum Volkstrauertag und dem Niederlegen von Kränzen für die Gestorbenen, was Schriftführer Alexander Hansch in seinem Bericht erwähnte.

Letzteres ist auch der Haupt-Ausgabenposten für Kassier Matthias Kahl. Dennoch steuert der Verein 500 Euro für die anstehenden Sanierungsarbeiten im Nenzenheimer Friedhof bei, wie von der Versammlung beschlossen wurde.