IPHOFEN

Mehr Umsatz, stagnierender Ertrag: Knauf dennoch zufrieden

Positive Zahlen bei der Hauptversammlung von Knauf: Die Erwartungen sind in Erfüllung gegangen. Die Knauf-Gruppe wächst und sieht einen Kontinent der Zukunft.
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Bei der Knauf-Hauptversammlung ehrten die Geschäftsführenden Gesellschafter Alexander Knauf und Manfred Grundke sowie der Vorsitzende der Geschäftsleitung Christoph Dorn 17 Mitarbeiter für 40-jährige Treue zum Unternehmen. 26 Mitarbeiter sind seit 25 Jahren dabei. Foto: Foto: Gerhard Krämer

Von einem historischen Jahr sprach der Geschäftsführende Gesellschafter Alexander Knauf der Knauf-Gruppe bei der Hauptversammlung des Unternehmens im Logistikzentrum des Unternehmens. Die Erwartungen seien in Erfüllung gegangen, es gebe Gewinne in allen Sparten. Beim Umsatz habe man mehr als drei Prozent auf nun 7,2 Milliarden Euro zugelegt. Nur beim Ertrag hätten sie höheren Kosten nicht ausgeglichen werden können, obwohl man knapp über dem von 2017 liege.

Alexander Knauf präsentierte die Absatzzahlen: Bei den 1,3 Milliarden Quadratmeter Gipsplatten (plus drei Prozent) habe es zwar einen Rückgang in China gegeben, aber zum Beispiel im Iran und in Chile positive Entwicklungen. 4,4 Millionen Tonnen Gipsputz mit Steigerungen in Belgien und Polen sowie Rückgängen in der Ukraine und der Türkei, was 126 000 Lastwagen auf einer Strecke von Iphofen bis Moskau entspricht. 1,1 Millionen Tonne Glaswolle und 488 000 Tonnen Steinwolle lauteten die weiteren positiven Zahlen.

Afrika als Kontinent der Zukunft

Die Knauf-Gruppe investiere den Ertrag und wachse, sagte Knauf. Auf den Philippinen sei das erste Plattenwerk in Betrieb genommen worden, in Thailand und Hongkong werde erweitert. „Afrika ist für Knauf der Kontinent der Zukunft“ , betonte Knauf, der Investitionen in Ägypten, Algerien und Tansania ansprach. Nach einem langen Tief gebe es auch aus Griechenland wieder positive Signale. Die Kartonfabrik in St. Petersburg sei ertüchtigt und liefere die beste verfügbare Qualität.

„2018 war ein voller Erfolg – dank der Mitarbeiter“, sagte Knauf und versicherte, die Zentrale des bald zehn Milliarden schweren Unternehmens selbstverständlich Iphofen bleibe. Knauf ging natürlich auf die Übernahme von USG in Amerika ein. Dies sei die perfekte strategische Ergänzung für Knauf gewesen, aber auch der bisher größte Unternehmenszukauf. Die Zustimmung der Aktionäre sei eingeholt, im ersten Halbjahr des nächsten Jahres rechnet Alexander Knauf auch mit den restlichen kartellrechtlichen Genehmigungen.

Risiko auf mehrere Märkte verteilt

Bereits bei der Hauptversammlung im vergangenen Jahr war der Kauf von Armstrong Thema. Knauf glaubt auch hier, dass im ersten Halbjahr alles Notwendige über die Bühne geht. Damit habe das Unternehmen im Bereich abgehängte Deckensysteme einen Spitzenplatz. „An Knauf kommt keiner mehr vorbei“, stellte Alexander Knauf fest. Das Risiko sei zudem auf mehrere Märkte verteilt. „Es ist sichergestellt, dass es Knauf auch in 100 Jahren noch gibt.“

Mit Blick auf das Jahr 2019 meinte Knauf, dass die Wirtschaft zwar wachsen werde, aber deutlich weniger als in diesem Jahr. Um weiter erfolgreich zu sein, setzt Knauf auf kompetente und motivierte Mitarbeiter, auf digitale Werkzeuge, um die Produktivität am Bau zu steigern, auf Kundenorientierung und auf kontinuierliche Verbesserung interner Abläufe.

Verlust einer wichtigen Rohstoffquelle

Der Vorsitzende der Geschäftsleitung Knauf Gips KG, Christoph Dorn, warnte davor, an einen Bauboom zu glauben. Seiner Einschätzung nach gehen schon im nächsten Jahr die Baugenehmigungen in allen Segmenten zurück. Der Ausstieg aus der Kohleverstromung bedeute für die Gipsindustrie den Verlust einer wichtigen Rohstoffquelle. Allerdings würden, bevor man sich in Unterfranken nur noch mit Naturgips versorge, noch viele Reagips-Züge in Iphofen entladen.

Das Thema Umsatz und Ergebnis fasste er er in dem Satz „Wir verkaufen mehr, aber der Ertrag stagniert“ zusammen. Mit Mengensteigerung könne die Kosteninflation aber nicht ausgeglichen werden. So benötige es „positive Preiseffekte“. Zudem sei die Logistik ein wichtiger Pfeiler und als Marktführer gelte es, aktiv die Digitalisierung der Baubranche zu begleiten. Knauf sei zudem in Besitz eines Fertigbauunternehmens in Neuruppin. Im nächsten Jahr gebe es mindestens drei Pilotprojekte in Stahlleichtbau-Element und Modulbauweise. Eines werde das Sozialgebäude für Lkw-Fahrer beim Logistikzentrum sein.

Umzug der IT-Abteilung

Gesamtbetriebsratsvorsitzender Klaus Moik hatte neben dem Dank an die Geschäftsleitung auch mahnende Worte dabei. Viele Mitarbeiter würden sich auch unter dem Jahr über eine Dankeschön freuen, meinte er. Zudem solle man sich auch für Mitarbeiter Zeit nehmen und ihnen zuhören. Moik streifte auch den Umzug der IT-Abteilung nach Kitzingen und das Thema Home Office.

Musikalisch gestalteten die Bergmannskapelle und der Knappenchor die Hauptversammlung mit.

Die Geehrten bei Knauf

40 Jahre: Berthold Appelmann, Johannes Bartsch, Frank Egeling, Herbert Eger, Herbert Friedrich, Michael Girscht, Jürgen Grafmans, Karl Hubert, Klaus Lenz, Rudolf Mauderer, Friedrich Mulfinger, Jürgen Müller, Luitgart Rügamer, Rolf Schwoche, Waltraud Stier, Helmut Weid, Rudolf Wendler.

25 Jahre: Dieter Baußenwein, Claudia Borchard-Wagner, Judith Fischer, Roland Förster, Gosbert Grebner, Dieter Haas, Markus Hassold, Klaus Henke, Klaus Hofmann, Ewald Keil, Marlen Klafke, Dr. Ulrich Koberski, Dieter Krämer, Nina Krawtschenko, Günther Lenz, Hermann Linke, Simone Michel, Doris Orth, Bernhard Pettkus, Alexandra Renner, Bernd Renz, Achim Rönninger, Stefan Rückert, Emilian Sattler, Manfred Schmitt, Martin Stürmer. (gk)

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