Kitzingen

Mehr Platz für Kitzinger Tauben

Der Stadtrat hat die Friedhofssatzung auf den neuesten Stand gebracht. Dazu gab es viele Informationen, zum Beispiel über ein neues Zuhause für die Tauben.
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Mehr Platz für die Kitzinger Tauben. Neben dem Pfeiler der Alten Mainbrücke sollen die Tauben jetzt auch in einem Gebäuden in der Marktstraße ein neues und kontrolliertes Zuhause finden.

Im Dachgeschoss der Marktstraße 46/48 wird ein zusätzlicher Taubenschlag eröffnet. Der bisherige Schlag im Pfeiler der Alten Mainbrücke bietet keinen Platz mehr. Eigentümer Wolfgang Neeser stellte der Stadt den Raum kostenlos zur Verfügung. „Einen herzlichen Dank an die Familie Neeser“, sagte Oberbürgermeister Siegfried Müller in der öffentlichen Sitzung des Stadtrats am Dienstag.

Dessen Tagesordnung war dann eher überschaubar. Geändert werden musste die 2013 beschlossene und zuletzt erst 2017 geänderte Friedhofssatzung. Oberrechtsrätin Susanne Schmöger erklärte, dass es notwendig sei, diese erneut anzupassen, wobei es dabei um „Klarstellungen und Vereinfachungen“ zur besseren Lesbarkeit gehe. Ebenso werde die Satzung mit einigen Neuerungen auf einen aktuellen Stand gebracht.

So wurde unter anderem der neu angelegte Stelengarten im Neuen Friedhof für Urnenbeisetzungen hinzugefügt. Auch wurden in der nunmehr dritten Änderung die Bestimmungen über „Urnengräber in Grabstätten mit künstlerisch oder geschichtlich wertvollen Grabmalen“ umsetzt, die der Stadtrat in seiner Sitzung am 4. Mai beschlossen hatte. Zugleich wurde die Gebührensatzung angepasst. Von 30 auf 80 Euro stiegen nur die Kosten für eine Dekoration der Trauerhalle; wegen eines „erhöhten Arbeits- und Zeitaufwands“, so die Erklärung für die Erhöhung. Beide Satzungsänderungen wurden ohne weitere Diskussion einstimmig vom Rat beschlossen.

Grundsätzliches zum Museum

Ebenso folgte das Gremium einstimmig dem Vorschlag der Verwaltung, das Defizit des Stadtmuseums des Jahres 2016 in Höhe von rund 6100 Euro auf den Haushalt des laufenden Jahres zu übertragen. Das Museum wird das Gremium im Juli noch mehrmals beschäftigen. Ein am 5. Juli zu fassender Grundsatzbeschluss „soll dazu führen, dass im Museum das eine oder andere in Zukunft ganz anders läuft“, erklärte Hauptamtsleiter Ralph Hartner. Am 26. Juli wird zudem die Budgetabrechnung des letzten Jahres zum Thema. Dann seien auch „grundsätzliche Diskussion und Weichenstellungen“ für das Stadtmuseum vorgesehen, so Hartner.

Für Bienenweiden

Zwei Anträge lagen dem Rat vor. Gegen das Insektensterben wollte Uwe Hartmann (Bayernpartei) mit kostenfreien Bienenweidesamen vorgehen. „Wildwiesen mit verschiedenen Blüten unterstützen Schmetterlinge, Bienen und andere Insekten bei der Nahrungsaufnahme“, legte er in seinem Antrag dar. Der Rat stimmte dem Vorschlag zu (23 zu zwei Stimmen), dass Gartenbesitzern 500 Samentüten, ausreichend für eine fünf bis zehn Quadratmeter große Wiese, zur Verfügung gestellt werden. Die Auswahl einer geeigneten Samenmischung, die Verteilung der Tüten und die Abstimmung von geeigneten Standorte werde die Verwaltung laut Beschluss kurzfristig intern klären.

Hohe Kosten, wenig Fläche

Keine Mehrheit (drei zu 22 Stimmen) fand dagegen der gemeinsame Antrag von Bayernpartei und ProKT, dass die Stadt für jedes neugeborene Kind ein Obstbaum pflanzen solle. „Es gibt nichts Schöneres, als die Geburt eines Kindes, und wenn man diese mit etwas Nachhaltigem verbinden kann, sollte man die Gelegenheit ergreifen und dies tun“, erklärte Umweltreferent Franz Böhm den gemeinsam mit Hartmann formulierten Vorstoß. Die Verwaltung sah das kritischer. Auf einen Hektar könnten rund 80 Bäume gepflanzt werden. Bei fast 600 Neugeborenen in den letzten drei Jahren wären mögliche Flächen schnell belegt, selbst falls nur ein Teil der Eltern ein solches Angebot annehmen würde. Ebenso würden die Kosten und der Aufwand der Pflege dagegensprechen. Dieser Argumentation folgte der Stadtrat mehrheitlich mit Ausnahme der Antragsteller.

Kunstrasen ist fertig

Abgeschlossen wurden die Arbeiten am neuen Kunstrasenplatz im Sportzentrum Sickergrund. Die Beregnungsanlage für die Plätze wurde durch eine Zisterne ergänzt, so dass trotz nachlassender Schüttung des vorhandenen Brunnens die Beregnung weiterhin mit Brunnenwasser erfolgen kann. Die Platzeinweihung ist am 30. Juni vorgesehen. Bis dorthin soll mit dem Austausch der Leuchten auch die Erneuerung der Flutlichtanlage beendet sein.

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