Kitzingen

Mehr Briefwähler = mehr Wahlbeteiligung?

Per Briefwahl abzustimmen, wird auch im Landkreis immer beliebter. Die Nordheimer bevorzugen allerdings den Gang ins Wahllokal. Und Martinsheim macht heuer eine Ausnahme.
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Briefwahl
Symbolfoto: Ein Mann sitzt am Küchentisch und füllt einen Briefwahl-Stimmzettel für die Landtagswahl in Bayern am 14.10.2018 aus. Die Briefwahl wird beliebter.

Gründe, sich für die Briefwahl zu entscheiden, gibt es reichlich. Manch einer hat Pläne für kommenden Sonntag, an dem zur Landtags- und Bezirkstagswahl die Wahllokale von 8 bis 18 Uhr geöffnet haben. Vielen ist es einfach lieber, die großen Wahlscheine zuhause auf dem Esstisch auszubreiten und in Ruhe das Kreuzchen zu machen. Der Trend zur Briefwahl ist jedenfalls ungebrochen – auch im Landkreis Kitzingen.

Waren es bei der letzten Landtagswahl 2013 noch knapp 22 Prozent, die im Stimmkreis per Briefwahl abgestimmt hatten, ist es diesmal mancherorts schon ein Drittel der Wahlberechtigten, das seinen Wahlschein vorab beantragt hat. Das ergab die Nachfrage bei mehreren Städten und Verwaltungsgemeinschaften (VG) des Landkreises Kitzingen am Freitagvormittag.

Über 30 Prozent in Dettelbach

In der Stadt Kitzingen lag der Prozentsatz an Briefwählern bei 24,8 Prozent, die VG Wiesentheid meldete 28,9 Prozent. Noch mehr waren es in der Stadt Dettelbach mit 31,3 Prozent Briefwählern. Das sind fünf Prozent mehr als vor fünf Jahren.

Eine noch deutlichere Steigerung hat Monique Göbet, Wahlsachbearbeiterin der VG Großlangheim, beobachtet. Allein in Großlangheim seien es 100 Briefwahlanträge mehr als noch 2013. Bei 29 Prozent lag die Zahl dort am Freitagvormittag, in Kleinlangheim und Wiesenbronn war es ein Viertel der Wahlberechtigten. Um auch die Briefwahl zügig auszählen zu können, habe man die Helfer von acht auf 14 aufgestockt, sagt Göbet. Sie tippt angesichts der hohen Zahl an Briefwählern und der spannenden politischen Lage auf eine insgesamt höhere Wahlbeteiligung. 65,2 Prozent der Wähler im Stimmkreis Kitzingen hatten vor fünf Jahren über die neuen Landtagsabgeordneten entschieden. Göbet glaubt: „Ich könnte mir vorstellen, dass die Wahlbeteiligung diesmal in Richtung 70 Prozent geht.“

Stolz auf hohe Wahlbeteiligung in Sommerach

Für Sommerach, zusammen mit Nordheim traditionell Spitzenreiter bei der Wahlbeteiligung im Landkreis, wäre das allerdings ein niedriger Wert. 79,8 Prozent der Wahlberechtigten hatten dort 2013 abgestimmt. Der Stolz auf diesen hohen Wert ist Bürgermeister Elmar Henke anzuhören: „Man geht einfach wählen; das hat eine lange Tradition auf der Weininsel.“ Für ihn sind Wahlbeteiligung und gesellschaftliches Engagement eng verbunden. Beides sei seinen Bürgern sehr wichtig. Ein Einbruch ist auch diesmal nicht zu befürchten: 38,2 Prozent der Sommeracher hatten Freitagvormittag bereits ihre Wahlunterlagen zuhause.

Nordheimer bevorzugen Kabine

Allerdings bedeutet eine niedrige Zahl an Briefwählern in Umkehrschluss längst nicht, dass die Beteiligung insgesamt gering sein wird. Die Nordheimer (Wahlbeteiligung 2013: 77,8 Prozent) bevorzugen anscheinend immer noch den sonntäglichen Gang zur Wahlkabine: Dort hatten bis Freitagmittag nur 17,2 Prozent der Wahlberechtigten eine Briefwahl beantragt. Doppelt so viele waren es mit 34 Prozent in Volkach.

Martinsheim macht es heuer anders

Ähnlich hohe Werte meldet Iphofen: Spitzenreiter bei der Briefwahl ist die Stadt selbst mit 33 Prozent, Schlusslicht der Ortsteile ist Hellmitzheim (16 Prozent). Eine Erklärung dafür könnte die Einschätzung von Barbara Hummel, Leiterin des Einwohnermeldeamtes Marktbreit, sein: „In kleineren Gemeinden geht man eher noch ins Wahllokal.“

Eine Ausnahme in der VG Marktbreit (gesamt: 28 Prozent) könnte heuer Martinsheim sein: Dort ist am Wochenende Kirchweih, darum haben sich laut Hummel heuer mehr Martinsheimer für die Briefwahl entschieden. Auch ein Grund.



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