Prichsenstadt
Design

Maßgefertigte Möbel und Räume

Alexander und Elke Lück gründeten vor 24 Jahren ihre Raumgestaltungsfirma. Doch sie kümmern sich um viel mehr als die reine Ausstattung. Ihr Ziel ist es, einen Raum zu schaffen, der ganz dem Kunden entspricht.
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Innovation. Alexander und Elke Lück lieben dieses Wort. Sie verwenden es oft, wenn sie mit Begeisterung über ihren Betrieb reden. Ihr Betrieb, das ist die Raumgestaltung Lück in Prichsenstadt. Ihr Tätigkeitsbereich geht aber weit über die bloße Gestaltung von Räumen hinaus. Alles beginnt mit sorgfältiger Planung.

"Was uns von anderen Betrieben unterscheidet ist, dass wir uns zuerst mit den Personen selbst befassen und auf deren Typ eingehen", ist sich Elke Lück sicher. Es bringe nichts, jedem Trend zu folgen, wenn er nicht zum Kunden passt. Das ist den Lücks aber das Wichtigste: der Kunde soll sich wohlfühlen, zeitloses und typgerechtes Wohnen lautet die Devise. Nicht jedem Trend zu folgen heißt aber nicht, unmodern zu sein. "Wir sind immer up to date", versichert Alexander Lück. Die Materialien der Raumgestalter seien immer auf dem neuesten Stand und für permanente Weiterbildung ist ihnen auch kein Weg zu weit. Sie fahren auf Messen von Köln bis Mailand, um sich immer wieder neu inspirieren zu lassen. Mit der Zeit konnten sie sich so "ein riesen Repertoire an innovativen und eigenen Ideen" aneignen, erzählt der meistergeprüfte Raumausstatter.

Gegründet hat Alexander Lück den Betrieb 1988 gemeinsam mit seiner Frau Elke, die ebenfalls gelernte Raumausstatterin ist. Vor zehn Jahren trafen sie dann eine wegweisende Entscheidung: Sie begannen, eine gesamtheitliche Planung anzubieten.
Das heißt, sie statten Räume nicht nur mit Gardinen und Sonnenschutz aus, sondern planen die gesamte Innenausstattung bis ins kleinste Detail, von Möbeln bis hin zu Accessoires. Dafür nehmen sie sich viel Zeit. Nachdem sie ihre Kunden und deren Vorlieben analysiert haben, erstellen sie ein schlüssiges Gesamtkonzept. Dabei wird auf alles geachtet, jede Lampe muss auch auf die Tapete abgestimmt sein. "Unsere Kunden müssen nicht durch zig Möbelhäuser laufen", erklären sie ihre sorgfältige Arbeitsweise.

Präsentiert wird das Konzept in einer Mappe, deren Entstehung so individuell wie die Ausstattung selbst ist. Dass die Mappe handgezeichnet ist, ist für die beiden Ehrensache, schließlich verzichte man bewusst auf "leblose Computerprogramme". Das bedeutet aber auch, dass sie etwa 20 Arbeitsstunden in die Fertigung einer Konzeptmappe stecken. Auch die Möbel planen die Lücks selbst, aus eigenen Ideen heraus - innovativ eben. Die Fertigung übernehmen sie dann zwar nicht selbst, aber sie bestellen alles nach Maß, genau nach den Vorstellungen der Kunden. Dabei ist es ihnen auch wichtig, mit wem sie zusammenarbeiten. Sie wollen keine riesigen Unternehmen, die nur Massenware herstellen, sondern Firmen, die genauso individuell arbeiten, wie sie selbst.

Außergewöhnliche Einzelstücke


Selbst Küchen lassen sie so fertigen. Dadurch entstehen außergewöhnliche Einzelstücke: Küchenmaschinen mit integriertem Tablet-Computer, auf Knopfdruck versenkbare Steckdosenleisten, Induktionsherde mit eingebautem Dunstabzug, alles nach Wunsch des Kunden kombinierbar. Dabei greifen die Lücks nie auf Fertigprodukte zurück, sondern stimmen immer alles individuell ab. Bestes Beispiel ist ein Holzschrank, der aus drei verschiedenen Gewerken besteht: Der Korpus aus Holz stammt aus einer Schreinerei, die Schiebetür von einem Glaser, das Polster wurde im eigenen Betrieb gefertigt. So wird für jeden Kunden ein individuelles, besonderes Einzelstück kreiert, das in keinem Möbelkatalog zu finden ist. Und das ist auch gut so, findet Elke Lück: "Kataloge sind viel zu unpersönlich."

Neben der hauseigenen Polsterei findet sich auch eine Näherei auf dem Gelände in Prichsenstadt. Dort ließ sich der Betrieb aber erst im Mai dieses Jahres nieder. Vorher hatte er seinen Sitz in Volkach. Mit dem Umzug erfüllte sich das Ehepaar Lück einen großen Traum. Auf 500 Quadratmetern haben sie nun so viel Platz wie sie brauchen. "Prichsenstadt ist ein Gewinn für uns. Hier haben wir Luft, Licht, Parkplätze und alle Werkstätten unter einem Dach", freut sich Alexander Lück. Das größere Areal bietet den Raumgestaltern nun die Möglichkeit, Planungsbüro und Ausstellungsräume an einem Ort zu haben. So können von jedem Raum Musterbeispiele mit vielen Details gezeigt werden, ohne aber ein Möbelhaus zu sein. Davon profitieren auch die Kunden. Abseits vom Straßenlärm können sie nun in aller Ruhe durch die Räume streifen, die Atmosphäre aufsaugen und sich inspirieren lassen.

Wenn die Planungsphase abgeschlossen ist, wird das Projekt in die Tat umgesetzt. "Manche Kunden wollen selbst tapezieren oder streichen, aber in den meisten Fällen übernehmen wir die komplette Umsetzung", erklärt Alexander Lück einen weiteren Aspekt seines Rundumpakets. Darum kümmern er und seine Frau sich natürlich nicht alleine. Neben den zwei Gesellen Dominik Wolf und Lotte Will gehören auch die Auszubildenden Alexandra Zängler und Tochter Saskia Lück zum Team. Die beiden lernen die Berufe der Raumausstatterin beziehungsweise der Polster- und Dekorationsnäherin. So ergibt sich eine Belegschaft von sechs Leuten - eine scheinbar kleine Zahl. Das sieht Alexander Lück nicht so: "Das ist für uns die optimale Größe, mit der wir individuell arbeiten können." So sind alle sechs Mitarbeiter bei jedem Projekt voll integriert und arbeiten Hand in Hand. Im Moment wird die Truppe zudem von Jessica Lück unterstützt. Die zweite Tochter der Familie studiert Innenarchitektur in Coburg und wird den Familienbetrieb in der Zukunft wohl aufrechterhalten.

Dass der Betrieb den richtigen Weg geht, davon zeugen zwei außergewöhnliche Auszeichnungen, die er in den letzten beiden Jahren erhalten hat. 2011 wurde zum ersten Mal der Titel "Fachhändler des Jahres" verliehen. Die Lücks gewannen dabei einen Sonderpreis für ihr außergewöhnliches Servicekonzept. Dieses Jahr folgte die deutschlandweite Auszeichnung "Textiler Einrichter des Jahres", die nur an innovative Betriebe verliehen wird. Da ist das Wort wieder. Innovation eben.
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