Etwashausen

Massen feiern Kirchweihumzug und Etwashausens neue Königin

Etwashausen hat eine neue Gärtnerkönigin: Celine Lang. Den Umzug verfolgen bei sommerlichen Temperaturen so viele Schaulustige wie lange nicht. Und der OB wird wehmütig.
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Prächtig geschmückt: Neben den Festwagen zogen die zahlreichen Fußgruppen die Blicke tausender Zuschauer auf sich. Foto: Hartmut Hess
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Kitzingens Große Gärtnervorstadt Etwashausen hat seit Sonntag eine neue Gärtnerkönigin. Beim Kirchweihumzug übernahm Celine Lang die Königinkrone und das Zepter von der scheidenden Majestät Nina Markert. Die neue Gärtnerkönigin ist 18 Jahre jung und entstammt einer alteingesessenen und traditionsreichen Gärtnerfamilie, hat ihr Vater Bernd Lang doch eine große Schnittblumen-Gärtnerei und ihr Opa ist der Obermeister der Gartenbaugruppe, Heinrich Lang. Celine Lang besucht derzeit die Fachoberschule und ihre Hobbys sind Skifahren und Lesen.

Celine Lang wandte sich bei ihrer Premiere an ihre "lieben Untertanen"  und versprach: "In meinem Reich, herrscht jederzeit, Frohsinn, Freude und Heiterkeit. Unser Etwashausen, seine Gärtnerschaft und unsere Kirchweih – sie leben hoch", sagte die neue Majestät. Oberbürgermeister Siegfried Müller, Kirchweihpräsident Markus Volbers und Hofrat Walter Vierrether dankten Nina Markert dafür, dass sie die Gärtnerschaft und die Stadt Kitzingen ein Jahr würdevoll vertreten habe. Den OB beschlich ein bisschen Wehmut, stand er doch das letzte Mal als Stadtchef auf dem Königinwagen. Markus Günther überreichte ihm deswegen einen Ehren-Spaten und versicherte, dass Siegfried Müller auch bei künftigen Kirchweihen ein gerne gesehener Gast in Etwashausen sei.

Siegfried Müller gab sich überwältigt, wie viele Menschen dieses Jahr die Straßen in Etwashausen beim Umzug säumten. Während der OB gewissermaßen seinen Kirchweih-Abtritt verkündete, feierte Walter Vierrether seine 30-jährige Präsenz bei der Ebshäuser Kerm und versprach noch viele weitere Jahre als Hofrat in die Gärtnervorstadt zu kommen. Den Umzug sahen so viele Zuschauer wie seit Jahren nicht mehr und auch jenseits des Main war beim verkaufsoffenen Sonntag und dem Tag der offenen Türe im Landratsamt viel Betrieb.

Auch die Anzahl der 48 Ausgräber war bemerkenswert – so viele waren es lange nicht mehr. Doch am meisten fielen auch nicht eingeweihten Verfolgern des Umzugs die Temperaturen auf. 26 Grad Celsius ließen nicht nur Walter Vierrether in seinem Hofratskleid schmitzen, auch viele andere suchten jeden Quadratmeter Schatten. Die Burschenschaft hatte wieder sehenswerte Motivwagen gebaut und thematisierte dabei mehrere Jubiläen in diesem Jahr.

Bunter Doppeldecker feiert Flieger-Jubiläum

Mit einem bunten Doppeldecker wiesen die Etwashäuser auf das Jubiläum 100 Jahre Kitzinger Flugplatz und auch 100 Jahre Luftsportclub Kitzingen, was kürzlich groß mit einem Flugtag gefeiert worden war. Just am gleichen Tag hatten die stolzen Gärtner selbst mit einem Festakt die Jubiläen 125 Jahre Gartenbaugruppe und 100 Jahre des Bestehens der Warenbezugsgenossenschaft der Gärtner gefeiert. Dafür ließen die Burschenschaftler eine Kopie des Barthelsturms entstehen und der Blumenwagen sowie der Wagen mit den Gärtner-Marktfrauen veranschaulichten, welch prägende Rolle der Berufsstand der Gärtner in Etwashausen einnimmt.

Nach alter Tradition brachte Vorreiter Thomas Günther ein Hoch auf die Gärtner und den Walfisch-Wirt Uwe Semmler aus und am Ausgrabungsort hielt der Vorreiter den Prolog. Dabei ging er auf die große Politik wie den von Greta Thunberg forcierten Klimaschutz und den Höhenflug der Grünen ein. Thomas Günther hoffte, dass heuer nicht wieder die Gäule scheuen und Adam Straßberger mit weiteren Senioren in der Pferdekutsche Platz nehmen durfte. Der Umzug, den tausende Schaulustige verfolgten, wurde von den Buben mit dem Mottoschild und Gansträger Niklas Conrad angeführt. Neben dem Festwagen standen auch die vielen Fußgruppen im Blickpunkt, von den Häblesträgern bis zu den Senioren in der Pferdekutsche.

Am Montag treffen um 18 Uhr treffen sich die Gärtner in der Kreuzkapelle zum Kirchweihgottesdienst und anschließend zum Dämmerschoppen im Bayernheim. Während der zehn Tage dauernden Kirchweih läuft der Rummelplatzbetrieb am Bleichwasen. Den Schlusspunkt der Kirchweih bildet das Schubkarrenrennen am 20. Oktober ab 15 Uhr im Schatten des Barthelsturms.

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