Stadtschwarzach
Fest

Marktplatz in Stadtschwarzach ist eingeweiht

Die Stadtschwarzacher haben ein neues Zentrum erhalten. Anlieger und Bürgermeister sind begeistert. Die Voraussetzungen für einen belebten Treffpunkt sind geschaffen.
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"Besser hätte unser Marktplatz nicht werden können", schwärmt Franz Kleinschnitz von der neuen guten Stube Stadtschwarzachs. Für den 60-jährigen Gastwirt und Metzger ist in diesem Jahr mit der Neugestaltung inmitten seiner Heimatgemeinde ein Herzenswunsch in Erfüllung gegangen. "Unser Ort hat mit der Dorferneuerung eine große Aufwertung erfahren", sagt der zweifache Großvater und beobachtet das Geschehen rund um den neuen Marktbrunnen.
Dort wurde am Sonntag der Abschluss der Dorferneuerungsmaßnahme gefeiert. Gemeinsam mit Kleinschnitz nahmen mehrere hundert Schwarzacher an dem Fest teil.
Äußerst flexibel erwiesen sich die Veranstalter, denn zunächst mussten die Auswirkungen der starken Niederschläge gemeinsam überwunden werden. Schnell hatte das neu gestylte Ortszentrum das erste Tief seiner noch jungen Geschichte überwunden.
Mit dem ersten Taktschlag des Bläserechos Stadtschwarzach schloss Petrus seine Schranken. Die offizielle Inbetriebnahme der schmucken Schatzkammer konnte beginnen.

Erinnerung an alte Zeiten

"Dieser neue Platz ist es wohl wert, mit einem Fest eingeweiht zu werden. Hoffen wir, dass die gute Stube unseres Ortes noch häufig die Menschen in so froher Stimmung wie heute zusammenführen wird", sagte Bürgermeister Lothar Nagel (FCW). Ein solcher Dorfplatz rufe bei manchen eine Erinnerung an die gute alte Zeit hervor. "Als man sich abends um die Dorflinde versammelt und die Neuigkeiten des Tages in beschaulicher Ruhe miteinander besprochen hat", so der Bürgermeister.
Diese Idylle sei längst vorbei und der Wandel vom einst landwirtschaftlich geprägten Dorf zu einer modernen Wohngemeinde längst vollzogen."Trotzdem ist hier noch vieles von dem zu spüren, was früher mit dörflicher Gemeinschaft in Verbindung gebracht worden ist." Gute Nachbarschaft, gegenseitige Hilfe und Anteilnahme seien für die Schwarzacher keine Fremdworte. Der neue Marktplatz solle nicht nur der Verschönerung des Ortsbildes dienen, sondern auf ihm könnten in Zukunft die Feste der ortsansässigen Vereine stattfinden.
"Ich hoffe und wünsche deshalb, dass dieser Platz möglichst bald ein Ort der Freude und Geselligkeit in unserer Gemeinde wird", so Nagel und dankte den Mitgliedern der Teilnehmergemeinschaft (TG) und des Arbeitskreises, die sich mit Ideen, Rat und Tat in die Planung zur Umgestaltung des Marktplatzes eingebracht hätten.

Ein neuer Brunnen als Blickfang

Ein dickes Lob ernteten die Mitarbeiter der heimischen Ideenwerkstatt von Planer Thomas Wirth vom Büro arc.grün. Sie seien mitverantwortlich für die Gestaltung des Marktplatzes gewesen. Neben dem renovierten Kriegerdenkmal des Ersten Weltkrieges ziert ein neuer Brunnen als besonderer Blickfang den Marktplatz. Acht frisch gepflanzte Bäume runden zusammen mit den Strahlern, die nachts Gebäude und Bäume in hellem Licht erscheinen lassen, den guten Gesamteindruck ab.
"Die Bäume sind ja noch jung", zeigt Franz Kleinschnitz Verständnis mit dem noch fehlenden Grün am Platze. Hundert Jahre alte Kastanienbäume könnten nicht so einfach ersetzt werden, weiß der Gastronom und erntet Zustimmung von Nachbarin Antonia Schneider. "Dieser Fleck ist so schön geworden wie kein anderer in Schwarzach", schwärmt die 76-jährige Rentnerin. Sie verspricht sich dort einen Platz für viele Treffen und Unterhaltungen. Für Schneider ist der umgestaltete Marktplatz zu einem wahren Schmuckstück geworden, in dessen Zentrum der schmucke Brunnen ruht.
Schwarzachs Künstler Theophil Steinbrenner hat den Brunnen geschaffen mit gezieltem Blick auf den Main und seine Menschen. Kinder auf Stelzen spielen an dessen Ufern und verzehren die leckeren Brezeln aus den einheimischen Backstuben. "Mit den Figuren aus Bronze wollte ich Leben in die steinerne Landschaft bringen", erklärte der bekannte Bildhauer. Sechs Steinbrocken symbolisieren die heutigen Ortsteile der Marktgemeinde.

Positives Fazit der Arbeiten

"Die Gestaltung des Marktplatzes und die angrenzenden Bereiche werden dazu beitragen, dass die Lebensqualität und das gesellschaftliche Leben im Ort stark verbessert werden", erklärte Eckehardt Tschapke. Der Vorsitzende der TG Flurbereinigung Stadtschwarzach zog ein positives Fazit einer vorbildlichen Zusammenarbeit: "Orte der Begegnung wurden geschaffen und der Ortsbereich aufgewertet. Die vorhandenen Defizite im menschlichen Miteinander können ausgeglichen werden."
Landrätin Tamara Bischof betonte, Stadtschwarzach sei durch das schöne Ortszentrum attraktiver geworden. Den kirchlichen Segen erteilte Pfarrer Matthäus Sandrock.
Vor allem der plätschernde Brunnen wird für die beiden Enkelkinder von Franz Kleinschnitz bald erste Anlaufstelle sein. Sorgen muss sich der waschechte Stadtschwarzacher um die Kleinen allerdings nicht machen. Erstens ist das Umfeld verkehrsfrei gestaltet und zweitens hat der "Main" an dieser Stelle einen Pegelstand von gerade einmal einem Zentimeter.

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